Es werde Licht: Innenstadt erhält weitere neue Leuchten

Chemnitz diskutiert: Für ein besseres Sicherheitsgefühl werden Am Wall immer mehr LED-Stelen installiert. Auch an anderen Orten gibt es Verbesserungen. Allerdings nicht überall.

Die Statistiken der Polizei und die Einschätzung vieler Einzelhändler und Gastronomen gehen in dieselbe Richtung: Die Chemnitzer Innenstadt ist sicherer geworden. "Die Lage hat sich seit 2017 deutlich entschärft", bilanzierte erst in dieser Woche der Manager eines der größten Einkaufszentren im Stadtzentrum auf der Regionalversammlung der Industrie- und Handelskammer ("Freie Presse" berichtete). Nur das Gefühl der Kunden, so fügte er hinzu, sei nach wie vor ein anderes.

Diese Beobachtung deckt sich mit den Ergebnissen einer Einwohnerbefragung, die das Rathaus im Frühjahr dieses Jahres veranstaltet hatte. Darin äußerten zwar 52 Prozent der gut 2600 Teilnehmer, sie fühlten sich tagsüber in der Stadt durchaus sicher oder sogar sehr sicher. Nachts aber sind nur 21 Prozent dieser Ansicht. Drei von vier Befragten äußerten, sie fühlten sich dann unsicher oder sehr unsicher.

Zurecht? Darüber gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Fakt aber ist, dass sich etwa Raub- und Gewaltstraftaten im Stadtzentrum zum allergrößten Teil erst nach Einbruch der Dunkelheit ereignen, in den Abend- und Nachtstunden. Auch bei der "Freien Presse"-Veranstaltung "Chemnitz diskutiert" zum Thema "Wie kann die Stadt sicherer werden?" Anfang des Monats war die Situation Thema. "Brennpunkte sollten entschärft werden, indem man dort Licht in die dunklen Ecken bringt", lautet dort ein Vorschlag in einer der fünf Diskussionsrunden.

Das Rathaus und die im Kriminalpräventiven Rat der Stadt zusammengeschlossenen Vertreter von Vereinen, Verbänden, Behörden und Gewerbetreibenden hatten sich bereit vor längerer Zeit dafür ausgesprochen, mehr Licht ins Stadtzentrum zu bringen. In einem ersten Schritt waren vor einem Jahr im Stadthallenpark neue Beleuchtungs-Stelen aufgestellt worden. Sie strahlen dank moderner LED-Technik heller als die Leuchten, die vorher dort standen.

In den zurückliegenden Wochen folgten nun 31 weitere Stelen. Sie wurden entlang der Fußgängerzone Am Wall installiert - von der Theaterstraße bis zur Straße der Nationen. Obwohl die neuen Stelen heller leuchten als ihre Vorgänger, verbrauchen sie weniger Strom. "So sparen wir Energie ein", sagt Christian Stelzmann, Sprecher des Energieversorgers Eins.

Bei den Chemnitzern scheint die neue Beleuchtung durchaus anzukommen. "Ich finde das gut", sagt eine junge Frau, die abends regelmäßig mit dem Rad Am Wall unterwegs ist. "Die neuen Stelen sehen nicht nur schön aus, sie sind auch tatsächlich heller. Kein Vergleich zu dunklen Ecken anderswo, etwa an der Schmidtbank-Passage oder am Hartmannplatz."

Auch andernorts im Stadtzentrum wurde zuletzt um- und nachgerüstet. Am Rosenhof hat Eins im Auftrag der Stadt 45 neue LED-Leuchten auf Laternenmasten, am Düsseldorfer Platz zwei neue LED-Strahler montiert. Zudem sind laut dem Versorger auch an der Inneren Klosterstraße Leuchten und Ausleger von Laternenmasten ausgewechselt worden.

An der Zentralhaltestelle wurde bereits im Zuge der umfangreichen Umbauarbeiten in den vergangenen Jahren das Beleuchtungskonzept angepasst - allerdings auch aus Gründen der Verkehrssicherheit. "Die neu gestaltete Fußgänger-Querung über die Rathausstraße direkt vor der Einmündung in die Bahnhofstraße war zu dunkel, sodass diese Stelle zusätzlich beleuchtet wurde", erläutert Jeanette Kiesinger, Sprecherin des Verkehrsverbundes VMS. Die Haltestellenbereiche selbst sind aus Sicht des VMS ausreichend beleuchtet.

Die Pläne, mehr Licht in die Innenstadt zu bringen, reichen derweil noch weiter, bis ins nächste Jahr hinein. Dann soll laut Eins auch der zweite Abschnitt des Walls neue LED-Stelen erhalten - von der Straße der Nationen über den Johannisplatz bis zur Zentralhaltestelle an der Bahnhofstraße. mit lumm


Die Zukunft heißt LED

Die Stadtbeleuchtung umfasst in Chemnitz rund 25.000 elektrische Leuchten mit über 34.000 Leuchtmitteln sowie mehr als 400 historische Gaslaternen. Sie befinden sich im Eigentum des Energieversorgers Eins, der sie im Auftrag der Stadt betreibt. Langfristig sollen der gesamte Beleuchtungsbestand auf LED-Technik umgestellt werden und nur noch vier verschiedene Leuchten-Typen zum Einsatz kommen. micm.

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1Kommentare
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  • 2
    2
    thomboy
    27.10.2018

    So, so. Für ein neues "Sicherheitsgefühl"! Wie wäre es sich für EINE REELLE höher Sicherheit einzusetzen?



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