Genossenschaftshäuser sollen Eigentumswohnungen weichen

Die WG "Einheit" plant in Altchemnitz mehrere Neubauten zu errichten. Betroffene Anwohner sind davon wenig begeistert.

Altchemnitz.

Im Comeniusviertel sollen mehrere Wohnhäuser abgerissen und im kommenden Jahr durch Neubauten mit Eigentumswohnungen ersetzt werden. Das hat die Wohnungsgenossenschaft "Einheit" angekündigt. Von den Plänen betroffen seien zwei viergeschossige Wohnhäuser an der Scharfensteiner Straße mit 47 Wohnungen, teilte der Vorstand der Genossenschaft mit.

"Vorgesehen sind Drei- und Vierraumwohnungen zwischen 70 und 130 Quadratmetern Wohnfläche", erläutert eine Sprecherin des Großvermieters. Wohnungen dieser Größenordnung sind auf dem Chemnitzer Immobilienmarkt seit längerem besonders gefragt. Alle neu entstehenden Wohnungen sollen über Balkon, Loggia oder Terrasse und mindestens einen Tiefgaragenstellplatz verfügen. "Das Jahr 2016 wird für Planungsarbeiten genutzt", heißt es. Der Freizug laufe bereits.

Wie die Neubauten aussehen sollen, dazu gibt es bislang noch keine konkreteren Vorstellungen. Klar scheint nur soviel: Es wird sich voraussichtlich wieder um viergeschossige Häuser handeln, allerdings mit Flach- und mit sogenanntem Satteldach wie bei den sonstigen im Viertel. Die Anzahl der Wohnungen wird sich verringern, weil die neu entstehenden größer ausfallen als die derzeit vorhandenen.

"Wir haben natürlich auch eine Modernisierung der vorhandenen Häuser erwogen", sagte die Sprecherin. Eine solche wäre aus Sicht der Genossenschaft aber mit zu vielen Kompromissen verbunden gewesen, vor allem aufgrund der Struktur der Mitte der 1950er-Jahre errichteten Gebäude und des seinerzeit verwendeten Baumaterials. Zudem dürfte der geplante Neubau unterm Strich preiswerter ausfallen als Sanierung und Umbau.

Das Vorhaben ist bereits der zweite große Eingriff in das Viertel, das in großen Teilen von der Genossenschaft in den Jahren nach ihrer Gründung errichtet wurde. Zuletzt hatte die WG "Einheit" dort an der Annaberger Straße vor zwei Jahren den kompletten Umbau eines Wohnhauses in eine altersgerechte Wohnanlage mit Concierge-Service abgeschlossen.

Bei vielen betroffenen Mietern kommen die Abriss-Pläne weniger gut an. "Viele von ihnen gehören der Gründergeneration der Genossenschaft an und hätten sich das nicht träumen lassen", sagte eine Anwohnerin. Eine Reihe von Bewohnern sei mittlerweile bereits ausgezogen, nachdem die zunächst gerüchteweise bekannt gewordenen Vorhaben von der Genossenschaft offiziell bestätigt worden seien.

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