Herzschlag kommt nur langsam auf Touren

Viel Live-Musik, aber auch noch jede Menge Platz vor vielen Bühnen gab es zum Auftakt des ersten Chemnitzer Bürgerfestes. Das soll sich heute ändern.

Ob Rock'n'Roll oder eher elektronische Klänge, ob Neumarkt oder Wiese am Hartmannplatz - die Lautstärke der Live-Musik weckt Erinnerungen an große Feten, die die Chemnitzer Innenstadt in den vergangenen Jahren erlebt hat. Die Atmosphäre vor den Bühnen des Chemnitzer Bürgerfestes "Herzschlag", das an diesem Wochenende seine Premiere erlebt, konnte da zum Auftakt vielerorts noch nicht mithalten. Erst nach und nach zog es am Freitagabend in nennenswerter Zahl Besucher zu den einzelnen Standorten. Und so verpasste mancher beispielsweise den Auftritt von Ballett-Tänzern des städtischen Theaters, die auf dem Düsseldorfer Platz Einblicke in ihre aktuellen Produktionen gaben. Vor wenigen Tagen erst waren sie aus dem Urlaub zurückgekehrt.

Dass es auch weniger schleppend losgehen kann, zeigte das Programm vor der Hartmannhalle. Dort hatte am Nachmittag die Chemnitzer Nachwuchs-Rap-Formation Vaatinn die Bühne erklommen und vor einer durchaus ansehnlichen Zahl von Fans losgelegt. Ihr Programm begann mit einer kleinen Überraschung: Als erstes Stück präsentierten sie einen eigens für das Bürgerfest getexteten Herzschlag-Rap.


Nebenan, auf dem Seeberplatz, wurde derweil noch geschraubt und gehämmert, die letzten Stände aufgebaut. Und es klirrten Sektgläser - ein kleines Dankeschön des Organisationsteams an die Sponsoren und Helfer. "Beim nächsten Mal müssten wir unbedingt früher anfangen mit Planen und Aufbauen", übte Vereinssprecher Sebastian Thieswald eine erste Manöverkritik. Weitere Helfer, die mit anpacken, seien auch an diesem Wochenende noch hochwillkommen, sagte er.

Das Konzept für das Bürgerfest war innerhalb weniger Monate von einem Team ehrenamtlich engagierter Chemnitzer und Vertretern der Gastro- und Club-Szene auf die Beine gestellt worden. Sie reagierten damit auf die Absage des ursprünglich für dieses Wochenende geplanten Stadtfestes infolge der Ereignisse im August vergangenen Jahres. Ihre Vision: Ein Fest für alle, organisiert von Bürgern für Bürger.

Herausgekommen ist ein Konzept für ein Straßenfest, das sich noch bis Sonntag über 13 Standorte erstreckt - vom Hartmannplatz bis zur Alten Post und dem Neumarkt, mit Bühnen, Kunst und Kleinkunst, mit jeder Menge Live-Musik unterschiedlicher Genres sowie Angeboten für Kinder und Familien. Zu den bekanntesten auftretenden Künstlern zählen Sebastian Krumbiegel (Samstag, 17.30 Uhr, Postplatz) Gruppa Karl-Marx-Stadt (Sonntag, 17.30 Uhr, Vorplatz Hartmannhalle) sowie Ecke Bauer und Bauerplay (Sonntag, 18 Uhr, Hartmannplatz). Hinzu kommen Veranstaltungen anderer Organisatoren, die ebenfalls in der Innenstadt stattfinden. So steigt heute Nachmittag am Marx-Monument eine weitere Auflage der kostenlosen Konzertreihe "Am Kopp" mit den Donots; der DGB lädt Sonntag zu einem Dankeschönfest mit Annett Louisan und der Spider Murphy Gang an die Brückenstraße und in den Stadthallenpark.

"In der heutigen Zeit so etwas auf die Beine zu stellen - Hut ab!", zollte Schausteller-Urgestein Klaus Illgen den Herzschlag-Organisatoren Respekt. Er hoffe, dass das Bürgerfest keine Eintagsfliege bleibe, sagt er. "Es ist gut, wenn mal etwas frischer Wind reinkommt und ein neues Konzept ausprobiert wird." Auch die Schausteller auf dem Hartmannplatz hätten sich so ihre Gedanken gemacht. "Wir haben diesmal ein kleines ,Schlemmerdorf' in der Mitte aufgebaut; eine kleine, gemütliche Ecke, wo es nicht so laut ist wie ringsum", erläutert Illgen. "Da kann man sich auch mal unterhalten." Sein Wunsch für das Wochenende? "Dass alles friedlich bleibt."

Das komplette Programm des Bürgerfestes "Herzschlag" finden Sie im Internet unter www.chemnitzer-buergerfest.de.

Bewertung des Artikels: Ø 3.8 Sterne bei 5 Bewertungen
11Kommentare
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  • 3
    9
    ArndtBremen
    25.08.2019

    cn3: Schuld sind immer die Anderen. Ihr Lebensmotto?

  • 13
    4
    cn3boj00
    24.08.2019

    @kw05... dass die FP besonders bei Überschriften oft kein glückliches Händchen hat ist mir auch schon lange aufgefallen. Vielleicht liest das hier ja jemand von denen und macht sich einmal Gedanken, dass Überschriften letztlich dem Text seine Note verleihen und man daran arbeiten sollte, diese sorgfältiger zu wählen, mit Blick auf die beabsichtigte Aussage!
    Aber vor allem gibt es wie immer die gleichen Leute hier, die allem, was aus der toleranten Mitte kommt, einen negativen Anstrich verpassen müssen.

  • 8
    15
    gelöschter Nutzer
    24.08.2019

    Die Leute wollen hält ihr "altes" Stadtfest wiederhaben.

  • 7
    15
    Interessierte
    24.08.2019

    Man solle das aber nicht machen wie bei den Rechten , mal gucken gehen , was da los ist und sich mal die Musik anhören ... , da wirst du genau so zugehörig eingestuft wie damals ......

  • 8
    18
    Interessierte
    24.08.2019

    " Das soll sich heute ändern.....
    ( wie will man denn das machen ?
    ( und wenn nicht , was macht man dann ?
    ( die Chemnitzer sind nicht dumm , die sind schlau und gebildet und lassen sich nicht biegen , geschweige denn , was aufzwingen , das war schon immer so ....

  • 22
    7
    kw05b5chns
    24.08.2019

    Frage: der MDR berichtet vom Herzschlag Bürgerfest gestern Abend im Sachsenspiegel um 19 Uhr ( siehe Mediathek) mit wunderbaren Bildern aus Chemnitz , genau das Zeichen, was der Bürgerverein setzen wollte. Die Freie Presse, die so regional sein will, startet mit Negativ-Botschaft und wirklich langweiligen und nichtssagenden Bildern zum Bürgerfest. Mal ehrlich- kann man endlich mal mit Freude und positiv berichten? Es ist traurig für den Bürgerverein und die Wirtschaft sowie alle Chemnitzer, dass Chemnitz immer nur negativ dargestellt wird - selbst wenn es Positives zu berichten gibt.

  • 1
    20
    ArndtBremen
    24.08.2019

    @CPärchen: Was hat das mit meinem Kommentar zu tun?

  • 19
    2
    CPärchen
    24.08.2019

    @ArndtBremen: Der Verein will bewusst politisch neutral sein, was ich dehr gut finde.
    Es soll von den Bürgern und der Mitte kommen. Meist stammen Demos, "bunte Feste" und deren Entwertung von links oder rechts

  • 16
    6
    Hinterfragt
    24.08.2019

    @pschrobback; wenn Sie es nicht lesen und hören, bringt die beste Werbung nix!
    Das wurde schon seit Monaten, auch hier, kommuniziert.

  • 18
    8
    pschrobback
    24.08.2019

    Die Veranstalter hätten vielleicht auch etwas mehr die Werbetrommel rühren müssen. Gestern habe ich zum ersten Mal gehört, das diese Veranstaltung stattfindet.

  • 10
    29
    ArndtBremen
    24.08.2019

    Ein Kleinkunstfestival mit NoName Bands? Dafür hätte der Platz hinter der Hartmannhalle völlig gereicht. Der Rummel vom Hartmannplatz in dei Innenstadt verlegt wär geil gewesen. Schausteller aus aller Welt, denn Chemnitz ist doch vor einem Jahr weltbekannt geworden. Durch Rechtsextremismus, durch gewalttätige Flüchtlinge. Kann Chemnitz auch durch seine Bürger weltbekannt werden? Kaum, denn Frau L. kategorisiert ihr Volk ja bekanntlich nur in Links und Rechts.



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