Kita-Schließung vom Tisch - Kreis gibt Fördergeld für Neubau

Wegen Platzmangels gibt es einen Aufnahmestopp in einem Kindergarten in Burgstädt. Zeitweise drohte das Aus. Jetzt steht einer Erweiterung nichts mehr im Wege - zum Leidwesen anderer Einrichtungen.

Burgstädt.

Der Weiterbetrieb der Kita Lebensbaum mit 60 Plätzen in Burgstädt ist gesichert. Das sagt Gemeindepastor Tobias Zöllner von der Evangelisch-Kirchlichen Gemeinschaft, die die Einrichtung betreibt. Das Landesjugendamt habe Auflagen zum Weiterbetrieb des rund 90 Jahre alten Kindergartens erteilt. Denn das Gebäude hat zu wenig Platz. Deshalb sei in den Herbstferien ein Wanddurchbruch erfolgt und der Saal erweitert worden, sodass zwei große Gruppenräume entstanden seien, erläutert Zöllner.

Doch die Umbauten haben nur eine aufschiebende Wirkung. Kommt kein Neubau, droht die Schließung. Seit Frühjahr 2015 gibt es in der Stadt Burgstädt, die für die Kinderbetreuung zuständig ist, Pläne für die Erweiterung des Kindergartens. Zuerst wurde ein Nachbargrundstück gekauft. Doch es gab für die Finanzierung eines Neubaus keine Fördermittel. Mehrfach wurden laut Bürgermeister Lars Naumann Anträge gestellt. Schließlich gab es seitens des Landesjugendamtes eine Ausnahmeregelung, wenn gewisse Umbauten vorgenommen werden. Trotzdem darf die Einrichtung keine Neuzugänge aufnehmen. Perspektivisch dürften wegen der Beengtheit nicht mehr 60, sondern nur noch 35 Kinder betreut werden.

Jetzt war erneut ein Fördermittelantrag gestellt worden. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises entschied dazu am Montag. Für 44 Kindereinrichtungen war ein Investitionsbedarf angemeldet worden. Aber nur zwei Einrichtungen erhielten die Zusage für Fördergeld: der Kindergarten Sonnenkäfer in Niederbobritzsch und die Kita Lebensbaum in Burgstädt. "Wir sind erleichtert. Die erste Hürde zum Neubau ist genommen", sagt Gemeindepastor Zöllner. Mit dem Förderbescheid für die Jahre 2019/20 von rund 1,2 Millionen Euro in der Tasche könne an die weitere Planung gegangen werden. Bisher rechnet er mit Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro. Demnach wolle der Träger einen Kredit in Höhe von maximal 1,5 Millionen Euro aufnehmen. Die Stadt zahlt neben den Betriebskosten einen monatlichen Mietzuschuss, damit 90 Prozent der Kosten des Kredits gedeckt werden. Den Restbetrag zahlt der Träger, indem er Stiftungs- und Spendengelder beschafft. Laut Zöllner wird jetzt ein Antrag bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) für einen Kredit gestellt. Er hofft, dass in den nächsten drei Monaten eine Entscheidung fällt. So könne im Frühjahr 2019 mit der Ausschreibung der Arbeiten begonnen werden. Ziel sei es, ein zweistöckiges Gebäude mit einem Übergangsbau für Nebenräume sowie eine Krippe im Erdgeschoss und den Kindergarten im Obergeschoss zu etablieren. Auch befragte Eltern reagieren erleichtert: "Es ist immer sehr beengt, aber wichtig ist für uns die liebevolle, christliche Erziehung und Betreuung", sagt eine Mutter. Durch den Umbau könnten künftig auch Kinder mit Gehbehinderung oder anderen Einschränkungen aufgenommen werden, ergänzt sie.

Auch Bürgermeister Naumann äußerte sich zur Stadtratssitzung am Montag zuversichtlich, dass der Bau gelinge. Allerdings wolle er sich am Donnerstag mit dem Träger verständigen, wie die weitere Vorgehensweise ist. "Denn es ist viel zu wenig Geld im Fördertopf", fügt er hinzu. Der Neubau, der zehn neue Krippen- und Kita-Plätze ermögliche, werde nur zu etwa 67 Prozent gefördert. Geplant worden war mit 75 Prozent. Das bestätigt Heidi Richter vom Landratsamt. 42 Kita-Einrichtungen seien indes leer ausgegangen. Der Landkreis steuert für die Kita Lebensbaum 125.000 Euro zu.

Zu den Kindereinrichtungen, die nicht in den Genuss einer Förderung kommen, zählt auch das Kinderhaus in Hartha bei Döbeln. "Wir müssen uns eben etwas gedulden", sagt Kämmerin Barbara Müller. Zurzeit laufe ein Hort-Neubau. Es gehe im Kinderhaus durch 186 Hort-, Kindergarten- und Krippenplätze beengt zu. Das entspanne sich erst, wenn der Hort auszieht, sagt Müller. Eigentlich sollte das Fördergeld für die Erweiterung des Kinderhauses dienen und neue Krippenplätze geschaffen werden. Das verzögere sich nun. Eltern müssten länger auf einen Platz warten, sagt Leiterin Kerstin Thannheiser.

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