Kulturhauptstadt-Freunde bitten zum Gespräch

Unterstützer der Bewerbung für den Titel sind mit einer ungewöhnlichen Aktion auf die Bürger der Stadt zugegangen.

Chemnitzer, die am Montagmorgen mit der Straßenbahn in Richtung Bernsdorf unterwegs waren, wurden mitunter unvermittelt in ein Gespräch über die Stadt und Kultur verwickelt. Verantwortlich dafür waren Nancy Gibson, Jörg Illing, Katharina Hessel und Eberhard Fiebig. Die vier gehören dem Freundeskreis Chemnitz 2025 an, der sich mit unterschiedlichen Aktionen für die Kulturhauptstadt-Bewerbung der Stadt stark macht. Demnächst organisiert der Freundeskreis ein Picknick am Marx-Kopf. Zuvor, am Montag, gingen die Kulturfreunde einen eher ungewöhnlichen Weg.

Gegen acht Uhr bestiegen sie im Zentrum eine spontan ausgewählte Straßenbahn, um mit den Fahrgästen über die Kulturhauptstadtbewerbung zu reden. "In der Straßenbahn treffen wir vielleicht auf Menschen, die kaum ins Theater oder Museum gehen", erklärt Nancy Gibson den Ansatz. Ziel der Aktion sei es, den Chemnitzern die Bewerbung nahezubringen. Dass das notwendig ist, habe sich während der zweistündigen Aktion mehrmals gezeigt. Die meisten der etwa 40 Personen, die sie und ihre Mitstreiter angesprochen haben, wussten von der Bewerbung. Einige wenige hatten davon aber noch nie gehört, sagt Gibson. "Es ist manchmal erschütternd, wie desinteressiert diese Personen sind."

Mit denen, die Interesse an dem Thema zeigten, hätten sich zum Teil inspirierende Gespräche ergeben. "Wir wollen Impulse bekommen", sagt Gibson. So habe ein Fahrgast eine Aktion mit großen Plakaten oder Bannern angeregt, um auf die Bewerbung aufmerksam zu machen. Die Gespräche hätten sich aber keineswegs nur um Kunst, Musik und Theater gedreht, sondern auch um Probleme wie fehlende Spielplätze für Kleinkinder oder die Busanbindung der Orte am Stadtrand. Kultur entstehe, wenn Menschen zusammenkommen, erklärt Gibson. Sie zähle auch Sport oder das Leben in Gartensparten dazu. "Immer wenn wir das den Menschen sagen, sind sie aufgeschlossen." Bis Mai will der Freundeskreis einmal monatlich in der Straßenbahn mit Chemnitzern über die Kulturhauptstadtbewerbung diskutieren.

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