Landtagswahl: Institut sieht CDU fast überall vorn

AfD unter Einberechnung der Briefwähler nur in vier Stadtteilen stärkste Kraft

Die AfD hat bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag offenbar in weit weniger Stadtteilen die meisten Stimmen geholt, als es zunächst schien. Das legt eine Auswertung unter Einbeziehung der Briefwahlstimmen nahe, die das in Chemnitz ansässige FOG-Institut für Stadt- und Sozialforschung vorgenommen hat.

Hintergrund: Mehr als jeder vierte Wähler hatte bei der Landtagswahl in Chemnitz seine Stimme nicht in einem der Wahllokale abgegeben, sondern bereits vor dem eigentlichen Wahlsonntag per Briefwahl. Bei diesen Stimmen (insgesamt rund 37.000) lässt sich nur nachvollziehen, für welchen der drei Chemnitzer Wahlkreise sie abgegeben wurden - nicht aber in welchem Stadtteil der Wähler zu Hause ist. Das wiederum verzerrt die für die einzelnen Stadtteile ausgewiesenen Ergebnisse, denn sie beruhen ausschließlich auf den Kreuzen auf den Wahlzetteln in den jeweiligen Wahllokalen vor Ort. Immerhin 29Prozent der Wähler blieben dadurch unberücksichtigt.


Dabei zeigt sich immer wieder: Briefwähler stimmen anders ab als jene im Wahllokal. Während das Ergebnis der AfD unter den Briefwählern mit 18,2 Prozent deutlich hinter dem späteren Endergebnis (25Prozent) zurückliegt, verbuchten CDU, Linke, SPD und Grüne jeweils höhere Stimmenanteile als im Gesamtergebnis.

Ähnliche Tendenzen hatten sich bereits bei der Kommunalwahl im Mai beobachten lassen, schildert Ulrich Weiser, der Chef des FOG-Instituts. Nach seinen Berechnungen ergibt sich unter Berücksichtigung der Briefwählerstimmen, dass zur Landtagswahl in 33 der 39 Stadtteile letztlich wohl die CDU die meisten Zweitstimmen verbuchen konnte. Die AfD, die gemessen am Abstimmungsverhalten in den Wahllokalen noch in jedem dritten Stadtteil die Nase vorn hatte, behielte demnach unter Einbeziehung der Briefwähler nur noch in Hutholz, Kappel, Sonnenberg und Altchemnitz die Oberhand. In Furth und Hilbersdorf schließlich liegen beide Parteien mehr oder weniger gleichauf. Grundlage der Berechnung bildet laut Weiser ein jeweils parteispezifischer Faktor, der den Unterschied der Ergebnisse von Brief- und Urnenwahl rechnerisch ausgleicht.

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