Pannen begleiten Partnerstadt-Besuch

Teilnehmer einer Spendenaktion für ein Kinderkrankenhaus in Manchester sind gestern in Chemnitz gewesen. Der Empfang war ganz anders geplant.

Der Besuch aus Manchester sollte im Auto anrollen, 18 Uhr auf dem Marktplatz. Doch daraus wurde nichts. Kämmerer Sven Schulze und die Vorhut aus Manchester, die sich lieber in den Flieger gesetzt hatte, warteten gestern umsonst auf die Wagen. Pannen hatten den Zeitplan verzögert.

Doch zuerst die Idee: Das königliche Kinderkrankenhaus in Manchester möchte einen Helikopterlandeplatz bauen. Da das Gesundheitssystem in England ganz anders funktioniert als in Deutschland, müssen dafür Spenden gesammelt werden, erklärte Hannah Thomas vom Fundraising-Team des Krankenhauses. Es entstand die Idee, mit einer Autofahrt nach Chemnitz, einer der Partnerstädte Manchesters, Geld zu sammeln. Drei Teams fanden sich, die jedes für sich vor allem bei Firmen Spenden eintrieben. Drei Autos sollten nach Chemnitz und zurück nach Manchester fahren, quasi als Wertsteigerung, und dann in Manchester verkauft werden, erklärte Thomas weiter. Vier Länder in vier Tagen, das sei der Plan gewesen.

Doch ein Jaguar blieb in Belgien liegen. Eine Werkstatt urteilte: Nichts zu machen, kaufte aber immerhin den Wagen. Ein Auto vom Typ Proton blieb irgendwo in der Nähe der deutschen Grenze liegen, und der Fahrer des dritten Autos, einem VW Beetle, sei unterwegs, verspäte sich aber. Und nein, falls der Eindruck entsteht: Es handelt sich beim "Big Charity Drive", wie die Spendenfahrt heißt, nicht um eine Oldtimer-Rallye.

So mussten Thomas, ein Kollege und ein Vertreter der Stadt Manchester den Empfang bestreiten. Nach dem Austausch von Geschenken - Marxkopf gegen Zeichnung vom Rathaus in Manchester - sagte Stadtkämmerer Sven Schulze, er freue sich, die Städtepartnerschaft mit Leben zu füllen. Da passe es gut, dass man aktuell dabei sei, ein Konzept zu erarbeiten, wie die zahlreichen Städtepartnerschaften reanimiert werden können. Auch bei der Partnerschaft zu Manchester sei "noch Luft nach oben". Die Vertreter, die gestern schon da waren, besuchten auch das neue Stadion. Manchester sei ja keine Unbekannte in Sachen Fußball, sagte Schulze. Vielleicht ist die Mannschaft ja irgendwann einmal hier, äußerte Schulze einen frommen Wunsch.

Dabei trafen sich auf dem Markt sogar Bekannte, oder zumindest fast. Beate Timmermann begrüßte David Houliston, einen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Manchester. Und der staunte nicht schlecht. Denn Timmermanns Tochter Antje lebt in Manchester und leitet dort das Deutsch-Center, das neben der Sprache auch die deutsche Kultur vermittelt. Aufgrund der Partnerstadt-Beziehung kennt Houliston Timmermanns Tochter - und war dementsprechend überrascht.

Immerhin ein Auto hat es pünktlich nach Chemnitz geschafft: Ein grünes aus Pappe, das Kinder des Krankenhauses gemalt haben.

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