Ratskeller zieht in ehemaliges "Mama Joe's"

Für das seit Mitte Oktober geschlossene Lokal am Johannisplatz zeichnet sich eine Lösung ab. Das Restaurant im Rathaus hingegen wird wohl auf längere Zeit verwaist bleiben.

Seit mittlerweile 19 Jahren führt Dirk Gust als Inhaber den traditionsreichen Ratskeller im Neuen Rathaus. Doch Ende Mai nächsten Jahres wird er das Restaurant schließen. "Die Stadt hat meinen Pachtvertrag gekündigt, weil die Räume den Brandschutzanforderungen nicht mehr genügen", sagte Gust der "Freien Presse". Für ihn begann damit eine intensive Suche nach einem Ersatz. "Sonst hätte ich das Personal entlassen müssen", begründet er.

Mittlerweile ist er fündig geworden: Wie Gust bestätigt, wird das Restaurant mit seiner gutbürgerlichen Küche künftig am Johannisplatz zu finden sein. Unter dem Namen "Ratsstube" will der Gastronom im nächsten Jahr auf der Fläche eröffnen, die seit der Schließung des Lokals "Mama Joe's" Mitte Oktober leer steht. Allerdings wird es keine direkte Anschlusslösung geben: Während der Ratskeller bereits Ende Mai schließen muss, wird die Neueröffnung am Johannisplatz laut Gust erst Anfang September erfolgen. Der Grund liegt auch in Bauarbeiten begründet: Direkt nebenan lässt der Energieversorger Eins bis 2020 eine neue Unternehmenszentrale errichten. Daher sei es schwierig, auf dem Johannisplatz im Sommer Außengastronomie zu betreiben, so Gust.

Das Ambiente der neuen "Ratsstube" soll ähnlich dem im bisherigen Ratskeller sein. "Natürlich ohne Gewölbe", sagt der Gastronom. Die Fläche des bisherigen "Mama Joe's" sei mit der des Ratskellers vergleichbar - annähernd 1200 Quadratmeter weisen beide Lokale auf. Bis zur Neueröffnung will Gust umbauen, aus einem großen Raum sollen drei werden. Dafür ist der Einbau von Zwischenwänden nötig. Wenn alles fertig ist, soll es einen großen Gastraum sowie zwei weitere kleine geben. Möglich sei, sagt Gust, einen Raum nach dem im Jahr 2015 verstorbenen Chemnitzer Türmer zu benennen. "Stefan Weber hat schließlich viel für Chemnitz getan", begründet Gust.

Sein Vorgänger am Johannisplatz hatte das "Mama Joe's" im Herbst 2017 eröffnet und ein Jahr später überraschend wieder geschlossen. Seitdem war der Eigentümer des Gebäudes, der Regensburger Immobilienentwickler Claus Kellnberger, auf der Suche nach einem Nachmieter. Wann hingegen die Sanierung der Restaurant-Räume im Untergeschoss des Neuen Rathauses beginnt, vermochte die Stadtverwaltung gestern nicht zu sagen. Zwar sind im Haushalt der Kommune für 2019 Mittel in Höhe von 750.000 Euro für den Rathaus-Brandschutz eingeplant, ob es sich hierbei um Geld für den Ratskeller handelt, blieb gestern offen.

Bewertung des Artikels: Ø 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen
5Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 5
    7
    Interessierte
    30.12.2018

    @HHCL , wir Ostler sind nicht so geltungsbedürftig wie die Westler , deshalb geht auch kein Ostler so sehr gern in die Politik , damit bleiben nur die übrig , die weniger Geist und Geschick dafür haben ; und von dafür erforderlicher Kreativität ganz abgesehen ...
    Und wenn die Stadtplanung über das Rathaus geregelt wird , wo Menschen aus allen Bereichen sitzen , welche noch nicht einmal ´in dieser Richtung` studiert haben , ganz zu schweigen davon , dass sie ein Abitur absolviert haben , da kann man nichts anderes erwarten …

    Da gibt es aber noch den Herrn Stötzer , der hat manchmal ganz gute Ideen , aber die werden von den anderen Rathausinsassen als nicht gut gesehen ...
    Da hatte er mal den neuen Springbrunnen arrangiert , das hatte man wohl noch akzeptiert …
    Und dann hatte er mal an eine Baumreihe vor der GalerieaKaufhof gedacht , dass wurde aber gleich wieder mies gemacht …
    Und neben den Verboten und Schließungen hat man auch ständig nur an Baumfällungen gedacht und in diesem Zusammenhang auch an Parkplatzvernichtungen , und das , bevor man dafür Alternativen geschafft hat ..

  • 18
    8
    994374
    29.12.2018

    Wer so eine Stadtverwaltung hat, braucht keine aufgebauschte Naziaffäre, um die Stadt zu verunglimpfen!

  • 30
    5
    HHCL
    29.12.2018

    Warum ist die Verwaltung in Chemnitz eigentlich nur in der Lage mit Hilfe von Gesetzen Verbote auszusprechen und Schließungen zu veranlassen. Ich kann mich an nicht einen(!) Fall erinnern, bei dem man versucht hätte eine Lösung zu finden und sich dabei kreativ gezeigt hätte.

    Wahrscheinlich ist den Radhausinsassen die Schließung aber ganz recht; der Lärm der Außengastronomie hat im Sommer wohl beim Mittagsschlaf gestört.

    Man kann nur hoffen, dass der Betreiber auch am neuen Standort Erfolg haben wird. Wenn ich aber schon lese, dass er dann über längere Zeit mit einer Großbaustelle direkt vor der Tür zu kämpfen hat, sehe ich eher in keine rosige Zukunft.

  • 31
    7
    Hinterfragt
    29.12.2018

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

    Das wird um die Ecke eine so genannte Kneipenmeile aufgezogen, bei der man dummerweise nach 22.00 Uhr ausser FR und Sa 23:00 Uhr gehen muss, da sich laut auf Nachfrage oberhalb Wohnungen befinden (wusste man ja vorher nicht), aber ein seit Jahrzehnten existierendes Traditionsrestaurant macht man dicht!
    Sorry, aber die Stadt hat eine *Piiiiiiiiip*!

  • 31
    13
    ArndtBremen
    29.12.2018

    Wer die Verwaisung des Traditionsrestaurants Ratskeller zulässt, hat mit Verlaub gesagt nicht alle Latten am Zaun.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...