Regierungs-Chef bekennt sich zum Chemnitzer Kaufhof

Nach einem Besuch in der von der Schließung bedrohten Filiale sagt der Ministerpräsident seine Unterstützung im Kampf um die Rettung des Warenhauses zu.

Chemnitz.

Die sächsische Landesregierung hat dem von der Schließung bedrohten Innenstadt-Warenhaus Galeria Karstadt Kaufhof in Chemnitz Unterstützung zugesagt. "Gemeinsam mit der Stadt Chemnitz setzt sich der Freistaat Sachsen für den Erhalt der Filiale ein", schrieb Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag nach einem Besuch der Filiale des Warenhaus-Konzerns im Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Regierungschef sowie Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hatten sich im Vorfeld einer in Chemnitz abgehaltenen Kabinettssitzung mit Mitarbeitern und der Geschäftsführung des Kaufhauses zu einem Gespräch getroffen. Das Haus sei wichtiger Arbeitgeber und zentraler Anker für Einzelhandel und Innenstadtbelebung, so Kretschmer im Anschluss.

Laut Wirtschaftsminister Dulig habe man intensiv über Alternativen zur potenziellen im Raum stehenden Schließung gesprochen. "Es gibt viele Lösungsansätze", teilte der SPD-Politiker ebenfalls via Twitter mit.

Kretschmer und Dulig sehen vor allem den Immobilieneigentümer in der Verantwortung, wie sie während einer Pressekonferenz am Dienstagmittag im Chemnitzer Rathaus betonten. "Wir sehen bisher nicht, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Es gibt noch viel Spielraum", sagte Kretschmer. Inwieweit die Regierungschefs damit eine mögliche Mietminderung für Kaufhof meinten, ließen sie allerdings offen. Auch mit dem Management der Unternehmensgruppe sollen Gespräche geführt werden. Vor Ort seien sie auf engagierte Mitarbeiter getroffen. Man wolle alles tun, um die Schließung des Kaufhauses "im Herzen der Stadt", so Dulig, zu verhindern.

Ein Sprecher des Immobilieneigentümers teilte am Dienstag auf Anfrage der "Freien Presse" mit, dass es weiterhin Gespräche mit dem Kaufhof-Karstadt-Konzern zur Zukunft des Hauses in Chemnitz gebe. Wann mit einem Ergebnis dieser Gespräche gerechnet werden könne, sei allerdings offen. Der Eigentümer des Chemnitzer Kaufhof-Gebäudes hat ebenfalls die Kaufhof-Häuser in Leverkusen und Bremen im Bestand, auch diese beiden Filialen sind von der Schließung bedroht.

Galeria Karstadt Kaufhof hatte angekündigt, 62 der insgesamt 172 Filialen schließen zu wollen. Am vergangenen Freitag hatten zahlreiche Mitarbeiter, Kommunalpolitiker und Unterstützer mit einer Menschenkette in der Innenstadt dagegen protestiert.dpa/dy/su

12Kommentare
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  • 5
    3
    Lexisdark
    01.07.2020

    @vonvorn Wer legt die Löhne fest? Die sächsische Regierung oder die Arbeitgeber, öffentliche Stellen ausgenommen? Wer akzeptiert die niedrigen Löhne und lässt sich billig verkaufen?
    Wer sich nicht organisiert und über doch recht geringe Beiträge an Gewerkschaften meckert, ist selbst schuld. Deswegen bin ich auch in Baden-Württemberg angestellt.

  • 9
    15
    klapa
    30.06.2020

    vonVorn, sehen Sie es ihnen nach.

    Für manchen Roten hier gilt - Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun! - Lukas 23:34

  • 12
    12
    vonVorn
    30.06.2020

    Ne Frage an den roten Daumen, Sie finden es wohl sinnvoll für zu niedrige Löhne zu arbeiten?

  • 17
    11
    vonVorn
    30.06.2020

    Eine Hilfe wäre Sachsen nicht mehr als Billiglohnland zu verkaufen.

  • 23
    4
    cn3boj00
    30.06.2020

    So traurig das auch ist, für die Mitarbeiter, die Chemnitzer und das schöne Haus an sich - die Polititik vermag letztlich nicht wirklich, auf Entscheidungen der Privatwirtschaft Einfluss zu nehmen. Und das ist am Ende auch richtig so. Letztlich kann nur ein neuer Investor gefunden werden, den man mit Hilfen anlocken kann.

  • 9
    2
    Freigeist14
    30.06.2020

    Tauchsieder@ Leider ging Manroland komplett in die Insolvenz .

  • 13
    16
    Tauchsieder
    30.06.2020

    Nur ein Beispiel: Druckmaschinenhersteller Plamag Plauen, witschaftliche Schwierigkeiten, Politik versprach Hilfe - Ergebnis - Insolvenz und Zerschlagung der Firma. Kennt eventuell noch jemand so ein Beispiel, oder war dies ein Einzelfall?
    Hilfe für Kaufhof durch die Beiden könnte doch ganz praktisch Aussehen, Kretschmer macht Abteilungsleiter und Dulig ist der Verkäufer. Vielleicht hilft dies übers gröbste hinweg.

  • 28
    6
    KTreppil
    30.06.2020

    Es werden Hoffnungen geschürt, um sich volksnah zu zeigen, mehr ist es doch nicht. Der schwarze Peter wird ja auch gleich an die Immobillienfirma weiter geschoben. Ich denke Galeria bzw. der Konzern ist auf derartige Reaktionen und Aktivitäten schon eingerichtet und wird sich nicht umsonst dafür entschieden haben, die Chemnitzer Filiale zu schließen. Den Mitarbeitern der Galeria, die nun so richtig zum Spielball unterschiedlichster Interessen gemacht werden, wünsche ich natürlich das Beste.

  • 10
    27
    klapa
    30.06.2020

    Sorry, natürlich, nach der fehlführenden Deklamation einer berühmten Dame -

    Wir schaffen das!!

  • 15
    27
    ArndtBremen
    30.06.2020

    Ist schon wieder Wahlkampf?

  • 7
    26
    klapa
    30.06.2020

    'Wie schaffen das.'

  • 10
    22
    Interessierte
    30.06.2020

    Die schaffen das schon …..