Stadtgeflüster : Der Sommelier fürs feine Fleisch

Ein Meister und sein besonderes Diplom, ein Moderator und sein geheimer Auftritt, ein Direktor und der runde Geburtstag.

Robert Dittrich, Fleischermeister beim Chemnitzer Gastronomie- und Lebensmittelgroßhandel Mega, hat ein besonderes Diplom in der Tasche. Es macht ihn zum ausgezeichneten Fleisch-Sommelier. Die meisten Menschen kennen den Expertenbegriff ja eher aus der Weinkunde. Inzwischen gibt es aber auch Sommeliers für Wasser, Käse, Brot, Tee - und eben für Fleisch. Das österreichische Wirtschaftsförderungsinstitut Wifi bietet solche Kennerausbildungen an. Der Chef der Chemnitzer Mega, Lutz Rothe, hat mit seinen Kollegen vom Stuttgarter Stammhaus die Österreicher in die baden-württembergische Landeshauptstadt eingeladen und auch Robert Dittrich geschickt, um in dem Seminar die Schulbank zu drücken. Jetzt weiß der so ziemlich alles über die Kulturgeschichte des Fleisches, über Tiergesundheit, Ethik in der Haltung, über die Praxis in Schlacht- und Zerlegebetrieben und natürlich über die Kulinarik. So richtig konnte Dittrich seinen Sommelier-Job aber noch gar nicht ausführen. Denn in den vergangenen Wochen genoss er die Elternzeit mit seinem dritten Kind. Jetzt aber rückt er wieder zum Dienst an und kann seine Expertise in der kommenden Woche gleich bei einer der größten Fachveranstaltungen Deutschlands unter Beweis stellen. Zum Tag des Handwerks werden auch die Chemnitzer Mega-Leute zur Auftaktparty nach Leipzig fahren. Dort fachsimpelt Robert Dittrich dann inmitten von Deutschlands besten Fleischern.

Ingo Dubinski, langjähriger Moderator der Kultsendung "Elf 99", ließ die Besucher der Mode-Nächte in der Innenstadt am Samstag grübeln. Ist er es oder ist er es nicht? Angekündigt war er in den Ausschreibungen vor Sachsens größtem Straßen-Modeevent nämlich nicht. Das geübte Fernsehpublikum erkannte ihn aber sofort an der Stimme, als er vor den Geschäften an den Rathaus-Passagen mit den Händlern über deren neueste Kollektionen plauderte. Seit sich der prominente Fernsehmann vor Jahren schon seine einst typische, blonde Minipli-Frisur hat stutzen lassen, blieb vielen auch nur die Erkennung via Stimme - optisch kommt Dubinski mit grauen Strähnen und Dreitagebart heute ganz anders rüber. Noch mehr bekannte TV-Gesichter hatten sich derweil vor ihren Auftritten zu einer Zusammenkunft im Büro von Modenächte-Organisator Sven Hertwig getroffen. In den Räumen der Agentur Exclusiv-Events plauderten Moderatorin Marie Amière, Styling-Expertin Verena Schöneberg, Model Hanna Weig und Schauspieler Jörn Schlönvoigt unter anderem mit Mitorganisator und Friseur André Bernert.

Grit Linke, bekannte Chemnitzer Stadtführerin, hat ihren Beruf gestern in Düsseldorf ausgeübt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Antje Kahnt gestaltete sie eine geführte Tour durch die Landeshauptstadt von NRW. Anlass: Die seit 30 Jahren währende Partnerschaft zwischen Chemnitz und Düsseldorf. So nutzten die Kollegen den gestrigen Tag des Denkmals, um gemeinsam in der Stadt am Rhein zu touren. Am 23. September kommen die Düsseldorfer dann nach Chemnitz, um hier die Tage der Industriekultur mitzufeiern. "Wir Gästeführer verstehen uns nicht nur als unterhaltende Vermittler zwischen unseren Gästen und unserer Stadt, wir sind auch mit viel Freude Teil der lebendigen Städtepartnerschaft unserer sächsischen Industrie-Metropole mit der Rheinmetropole Düsseldorf", so Grit Linke. Ihre Kollegin aus dem Westen kennt sie schon lange. Unter anderem waren die Frauen bereits gemeinsam in Paris gewesen. Zudem pflegen die Gästeführer eine dicke gegenseitige Unterstützung. Mit jeweils organisierten Spendenprojekten unterstützen die Düsseldorfer die Gemeinde der Petrikirche und die Chemnitzer die der katholischen Düsseldorfer "Schwesterkirche" St. Peter.

Ronald Langhoff, Direktor des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums, musste mit seinen Schülern ins Veranstaltungszentrum "Luxor" umziehen. Sonst hätten längst nicht alle Gratulanten Platz gefunden. Am Samstag starteten mit einem Konzert die Festwochen zum Hundertfünfzigsten des liebevoll "Kaschmir" genannten Bildungshauses. "150 Jahre... die Pyramiden sind älter, die Sachsen-Allee ist jünger...". Das stand im Vorwort der Festschrift. Zum Gratulieren kamen nicht nur Eltern und Freunde und Ehemalige, sondern auch Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Ob in den kommenden Tagen an normalen Unterricht zu denken ist? Vielleicht so nebenbei. Denn gefeiert wird bis Ende September - mit Volleyball-Turnier, Lesungen und einem Ball wie an den Highschools in den USA.

Christoph Dittrich, Generalintendant des Theaters, hatte am Freitag tausende Regen-Plastik-Ponchos, die sich im Theaterbesitz befanden, an die Besucher des Beethoven-Konzertes verteilt. Jetzt musste es zum Eröffnungskonzert der neuen Spielzeit vorm Opernplatz aber trocken bleiben. Glück gehabt! Und so zwinkerten die Sterne vom Himmel, als der Intendant vor 4000 Zuschauern im Potpourri zur neuen Spielzeit über die Bühne tanzte. Es hätte aber auch regnen können. Theaterservice-Chef Stefan Otto plauderte aus: "Wir haben immer genug Regen-Ponchos für den Notfall da."

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