Stadtgeflüster: Jahresstart mit Fußball und Frauenpower

Beim Empfang der Deutschen Bank gab es Tipps aus der Männerdomäne, im Hintergrund zogen aber Frauen die Strippen.

Christoph Dittrich, Generalintendant der Chemnitzer Theater, könnte es in diesem Jahr schaffen. Er schwärmte beim Neujahrsempfang von der gerade startenden Ballsaison - am meisten natürlich vom Chemnitzer Opernball, der am 16. Februar über die Bühne geht. Da er sich an den Winterferien orientiert, findet er diesmal so spät wie selten statt. Und deshalb könnte Dittrich dieses Jahr mal parallel in Wien ballfremd gehen. Zum Wiener Opernball? Nö, zum Kaffeesiederball in der österreichischen Hauptstadt, zu dem die Hofburg sich rausgeputzt zeigt wie sonst kaum. Dieser Ball sei nämlich der heimliche Star unter den Wiener Tanzgalas, sagte Dittrich am Mittwochabend. "Der zieht jedes Jahr Tausende von Besuchern an", erklärte er. Mehr als 4000 Tanz- begeisterte waren es 2018. Dittrich konnte damals aber nicht hin, weil der "Kaffeesieder", benannt nach der berühmten Wiener Kaffeekultur, mitten in die Vorbereitungen des Chemnitzer Balls fiel. Ob sich Dittrich zur Chemnitzer Auflage auch Tausende Gäste wünscht? "Nein, unser Ball ist kleiner, privater und gut so wie er ist", meinte er.

Marco Fritz, Banker und Fußballschiedsrichter, musste gleich zu Beginn des Jahres die wohl kniffligste Frage überhaupt beantworten: Wie trifft man die besten Entscheidungen? Beim Neujahrsempfang in der Chemnitzer Filiale der Deutschen Bank am Falkeplatz war er als prominenter Gastredner gebucht. Etwa 200 Augenpaare hafteten auf dem Experten und der hatte eine einfache Antwort auf die Entscheidungsfrage parat: "Einfach mal einen Stellungswechsel vornehmen!" Marco Fritz muss es wissen. Er pfiff nicht nur 2016 das DFB-Pokalfinale zwischen den Bayern und Dortmund, er gab auch schon in Chemnitz den Referee. "Vor drei, vier Jahren muss das gewesen sein", versuchte er sich genau zu erinnern. Vielleicht kommt die genaue Eingebung ja noch, wenn er sich seinen neuen CFC-Schal umhängt. Den bekam er von Markus Wägner, dem Regionalleiter des östlichen Privatkundenbereiches der Bank, überreicht. Beim Neujahrsempfang begrüßten neben den Wirtschafts- und dem Sportexperten auch Kulturvertreter, Politiker und Wissenschaftler das junge Jahr 2019. Juniorprofessor Mario Geißler, Experte für Gründung und Nachfolge an der Wirtschaftsfakultät der Chemnitzer Uni, plauschte mit Digitalbranchen-Unternehmer Frank Theeg. Der Bundestagsabgeordnete Frank Müller-Rosentritt tauschte mit Immobilienmaklerin Kerstin Steinert-Fleck neben Firmenneuigkeiten auch Frisurentipps aus und Villa-Esche-Hausleiterin Andrea Pötzsch leuchtete in einem azurblauen Kleid im dichtesten Getümmel heraus, gab sich aber in Sachen Welcher-Promi-kommt-denn-dieses-Jahr-ins-Jugendstilhaus viel zurückhaltender. "Wir erarbeiten derzeit noch das Programm", vertröstete sie auf später.

Cathrin Eschenbach und Mareike Israel, Unternehmerinnen, bewiesen, dass der Neujahrsempfang des Geldinstitutes schon längst keine Männerdomäne mehr ist. Vorbei die Zeiten, als Firmenveranstaltungen von dunkelblau und schwarz gekleideten Herren im Pinguin-Style bevölkert wurden und die Damen sich hübsch mit dem Sektgläschen zuprosteten! Nein, da schaukelt Cathrin Eschenbach lieber locker das Eventmanagement ihres bekannten Zeltbauunternehmens, unter anderem beim Skiweltcup in Dresden, beim 100. Katholikentag in Leipzig oder beim Grand-Prix auf dem Sachsenring. Mareike Israel wuppt derweil die familieneigene Luftschott-anlagenfirma. Weitere Beispiele? Die langjährige Bauunternehmerin Inge Oehme zieht als Vorstandsvorsitzende des Elternvereins krebskranker Kinder geschäftstüchtig Sponsorings an Land. Gabriele Schilling kleidet mit feinsten Stoffen die Geschäftsmänner überhaupt erst ein. Und Ex-Eisläuferin Ute Oestreich studiert mal eben nebenbei Psychologie und BWL um als Vertriebsexpertin erfolgreich durchs Leben zu marschieren. Sie alle feierten jedenfalls beim Empfang mit. Und nun spitzt die Ohren, Männer! Ihre Lieblingsthemen waren: Golfsport und geschäftlicher Erfolg.

Susan Hutter, Gastronomin und Nadine Bergmann, Assistentin, starteten blumengeschmückt ins neue Jahr. Ohne die beiden hätte es den Neujahrsempfang nämlich in der Form nicht gegeben. Nadine Bergmann organisierte den reibungslosen Ablauf für die Gäste, Susan Hutter sorgte mit ihrem Mann Roland Keilholz für ein volles Büfett. Und während seine Frau mit Blüten geehrt wurde, operierte Keilholz direkt am Banktresen an einer offenen Hüfte. Nicht im medizinischen Auftrag, logisch! Die diesmal aufgetischte Brotzeit veredelte er mit kleinen Serrano-Scheibchen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...