Straßenbahn nach Aue: Baubeginn erst später

Die Arbeiten für die neue Strecke des Chemnitzer Modells verzögern sich erneut

Ab Ende 2020 sollen Straßenbahnen die Städte Chemnitz und Aue miteinander verbinden, doch die Arbeiten für den Ausbau der Strecke verzögern sich weiter. Noch Anfang Juli, als das Eisenbahnbundesamt nach langem Warten das Baurecht für die Trasse erteilt hatte, kündigte der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) als Bauherr an, dass die Arbeiten am 30. Juli beginnen sollen. Doch entlang der Strecke dreht sich noch kein Rad.

Erst in dieser Woche ist der Auftrag an das Bauunternehmen geschickt worden, das den Zuschlag für die Bauarbeiten erhalten hatte, erklärte ein VMS-Sprecher auf Anfrage der "Freien Presse" die Verzögerung. Die Firma sei dadurch nun in der Lage die erforderlichen Schachtscheine für die Tiefbauarbeiten zu beantragen und auch mit der Einrichtung der Baustellen entlang der Strecke zu beginnen, so der Sprecher weiter. Doch vor allem die Genehmigung der Schachtscheine dauere eine gewisse Zeit. Der Sprecher kündigte an, dass die Bauarbeiten erst am 20. August aufgenommen werden sollen. Dann, so der Plan, soll an drei Punkten entlang der Strecke parallel gearbeitet werden: "In Chemnitz-Süd, in Dittersdorf und in Zwönitz geht es los", so der Sprecher. In der Stadt beginnen die Bauarbeiten an der Fraunhoferstraße. Dort enden derzeit noch die Gleise in der Nähe der Haltestelle Technopark. Ab dem Gleisstumpf entsteht auf einer Länge von etwa 200 Metern eine zweigleisige Neubaustrecke bis zum unteren Ende des Südbahnhofes. Von dort erfolgt der ebenfalls zweigleisige Ausbau des derzeit noch eingleisigen Streckenabschnittes bis zum Bahnhof Reichenhain.


Mit der Strecke nach Aue wird das Chemnitzer Modell um eine weitere Linie erweitert. Während in der Stadt die City-Link-Bahnen unter dem Netz der Straßenbahnen elektrisch fahren, wird im Erzgebirge der Dieselmotor angeworfen. Einen genauen Termin für das Ende der Bauarbeiten nennt der VMS nicht. Er will die Strecke Ende 2020 in Betrieb nehmen. Dann fahren die Bahnen halbstündlich von Chemnitz bis nach Thalheim, alle 60 Minuten wird Aue angesteuert.

Schon die Planung der Bauarbeiten war von Verzögerungen geprägt gewesen. Ursprünglich sollten Ende 2018 die Straßenbahnen von Chemnitz nach Aue fahren. Zusätzliche Arbeiten bei der Planung des Vorhabens sowie das Warten auf den Planfeststellungsbeschluss verzögerten den Baubeginn jedoch erheblich.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    1371270
    03.08.2019

    Und warum wundert mich das nicht?!



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