Theaterleute trotzen bei Arbeitseinsatz der Hitze

Die Freilichtbühne in Waldenburg wird schon für 2021 vorbereitet

Waldenburg.

Auf der Freilichtbühne im Grünfelder Park in Waldenburg sollte in diesem Sommer eigentlich der nordische Donnergott Thor seinen Hammer schwingen. Doch statt Donnergrollen waren am vergangenen Wochenende nur die Geräusche von Bohrmaschine, Säge und Akkuschrauber zu vernehmen. Ein Dutzend hitzeerprobter Mitglieder des Theatervereins absolvierten bei Temperaturen um 30 Grad einen schweißtreibenden Arbeitseinsatz und bauten ein Podest in den Bühnengraben. Benötigt wird es im kommenden Jahr, wenn das Stück "Götterdämmerung!", eine heitere Inszenierung aus der nordischen Sagenwelt, dann hoffentlich gespielt werden kann. "Wir brauchen eine größere Fläche, das wurde schon mit dem Drehbuch so geplant", sagt Maik Schönfeld. Der Verantwortliche für den Kulissenbau ist zugleich ein Gründungsmitglied der Truppe aus Laienschauspielern, die seit 2004 aktiv ist und pro Jahr meist zehn bis zwölf Aufführungen präsentiert.

Per Konstruktionsprogramm im Computer hatte Schönfeld Zeichnungen angefertigt, sodass vor Ort zielstrebig drauflos gebaut werden konnte. Die Unebenheiten im Bühnengraben auszugleichen war dabei neben der Hitze eine der größten Herausforderungen für die Hobbyholzbauer, die in den vergangenen Jahren in diesem Metier aber schon viel Erfahrung gesammelt haben. Zugebaut wurde nur ein Teil des Grabens, was auch den Zweck hat, dass künftig noch näher am Publikum agiert werden kann, zum Beispiel bei den Schaukämpfen. "Das kommt gut. Bisher haben wir ja schon manchmal direkt vor der ersten Reihe gespielt, aber das sehen dann die Leute weiter hinten nicht", sagte Maik Schönfeld. Deshalb wurde das Podest bei der Gelegenheit auch erhöht. Noch weiter oben im Rapunzelturm, der vor der Saison 2019 gebaut wurde, werkelten Lars Schönfeld und Vivien Vogel. Abgebaut wird der Turm nicht. Für die Thor-Inszenierung wird er lediglich verändert, unter anderem mit dem Anbau einer Schmiede.

Einen derartigen Vorlauf in Sachen Kulissenbau gab es beim Freilichttheater noch nie. Wegen der Coronapandemie hatten sich die Verantwortlichen im Mai für die komplette Absage der diesjährigen Spielzeit entschieden. Vorbereitungen hatte es aber bis März schon einige gegeben, es wurden Texte gelernt und erste Proben durchgeführt. "Irgendwie fehlt nun dieses Jahr etwas", sagt Maik Schönfeld. Aber er kann der Situation auch einen positiven Effekt abgewinnen: "Es ist schön, an den Wochenenden mal Zeit zu haben."

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