Tödliche Gefahr: Wenn sich Pilze zu sehr ähneln

Die Saison ist noch lange nicht vorbei. Experten, die auch Sammler beraten, warnen in diesem Jahr vor allem vor einer fatalen Verwechslung.

Besonders viele Fans hat der Sommer 2016 bisher nicht gefunden. Doch Wolfgang Lißner ist einer von ihnen. Denn für den Pilzberater ist die feuchte Witterung der vergangenen Tage perfekt. "Der diesjährige Sommer war durchwachsen, da wird die Pilzsaison nicht so schlecht", urteilt er. Die erste Welle sei zwar vorüber, aber bei Rundgängen sei ihm aufgefallen, dass erneut viele Pilze wachsen. "Es geht wieder los", steht für den 73-Jährigen fest.

Seit mehr als 30 Jahren berät er Sammler nach strittigen Funden. Oft komme dies jedoch nicht vor. "Bei Pilzsammlern kommt in den Korb, was sie kennen", sagt er. Doch bei Zweifeln stehen er und seine Kollegen bereit. Ihr Rat sei besonders dann gefragt, wenn sich Pilze sehr ähneln. So wie das gute Stockschwämmchen und der böse Nadelholzhäubling. Pilzexperten warnen vor einer Verwechslung. Der Nadelholzhäubling ist laut Lißner "verdammt giftig" und wurde mehrfach in der Region gefunden. Sogar Todesfälle habe es nach dem Verzehr schon gegeben, warnt er.

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

Doch damit der Gablenzer und seine Kollegen die ihnen gebrachten Pilze sicher bestimmen können, sollten Sammler möglichst mehrere vollständige Exemplare dabei haben. "Bekomme ich nur einen vertrockneten Hut zu Gesicht, wird es schwieriger", weiß Wolfgang Lißner, Schriftführer im Verein der Chemnitzer Pilzfreunde. Oft verwechselt werden zudem der giftige Champignon und der essbare Wiesenchampignon, der derzeit wieder verstärkt wachse, sagt Lißner. Die giftige Ausgabe sei am Stiel chrom-gelb. Doch er empfiehlt Sammlern, das nicht selbst zu prüfen. "Es ist besser, sie melden sich bei den Beratern."

Diese stellen sich und ihre Arbeit am 17. und 18. September beim Herbstfest im Botanischen Garten vor. Einen Tag vorher werden möglichst viele Pilze gesammelt, die ausgestellt und Besuchern erklärt werden, kündigt Lißner an. Er und seine ehrenamtlichen Mitstreiter bereiten außerdem einen Pilztag vor, der am 24. September in Chemnitz stattfindet. Mit den Veranstaltungen wollen die Pilzfreunde auch auf die Suche nach Berater-Nachwuchs gehen. "Die meisten von uns sind zwischen 60 und 75 Jahre alt. 50 Jahre ist der Jüngste", sagt Lißner, der selbst gern auf die Jagd nach leckeren Pilzen für ein Abendessen geht. "Ein Stockschwämmchen ist schon was Feines. Saftige Steinpilze aber auch."


Telefonische Absprache nötig

Pilzberater in Chemnitz und Umgebung: Peter Welt, Naturschutzstation Adelsbergstraße 192, Telefon 0371 33228503, montags von 16 bis 18 Uhr; Dieter Schulz, Leipziger Straße 55, 0371 50342798; Frank Pausewang, Hoffmannstraße 1, 0371 363824; Matthias Götz, An der Kolonie 11, 0371 2560327; Wolfgang Friese, Bergweg 2, Niederlichtenau, 037208 3310.

Die kostenlosen Beratungen sind nach telefonischer Absprache und ohne Öffnungszeiten möglich.

www.pilzfreunde-chemnitz.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...