Vom Schoßhündchen bis zum Fell-Koloss

Die jährliche Rassehundeausstellung in der Messe genießt unter Hundefans einen sehr guten Ruf - deutschlandweit.

Ein Windhund in Windjacke, damit er nicht friert. Ein Terrier in einem Kinderwagen, damit er es bequem hat. Ein Bobtail mit Glitzerspange im Fell, damit ihm die Haare nicht ins Gesicht fallen. Wer am Wochenende die Messe besuchte, konnte nicht nur eine Vielzahl an Hunderassen beobachten, sondern auch die eine oder andere Kuriosität. Knapp 2300 Vierbeiner tummelten sich mit ihren Herrchen und Frauchen in der Messehalle und auf einem Übungsplatz im Freien. Bis auf wenige Ausnahmen war es dennoch relativ ruhig. "Die meisten denken, hier wird pausenlos gebellt. Das ist aber gar nicht der Fall", sagte Heike Longino-Ziecke, die zweite Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen im Verband für das Deutsche Hundewesen, der die mittlerweile zehnte Auflage der Schau organisiert hat.

Vom kleinsten Exemplar, einem Chihuahua, bis zum größten, dem irischen Wolfshund, waren 277 Arten in Chemnitz vertreten. Einen regelrechten Fell-Koloss hatte Ute Oelschläger vor sich: Bobtail "Betty von Abratis" wurde kräftig toupiert, damit die ohnehin schon üppige Haarpracht noch voluminöser wirkte. "Hier geht es ja nicht ums Liebhaben, sondern ums Schönsein", sagte die Besitzerin schmunzelnd. In der Regel bürste sie die Bobtaildame einmal in der Woche - dann aber vier bis fünf Stunden am Stück, erzählte die Brandenburgerin. Die Ausstellung in Chemnitz nannte sie "einfach super". Die Atmosphäre stimme, alles sei sauber und ordentlich, die Veranstalter hilfsbereit und nett.

Das betonte auch Angelika Meier aus Detmold. Zum vierten Mal nahm sie eine weite Anreise aus Nordrhein-Westfalen auf sich, um in Chemnitz dabei zu sein. Gleich vier Hunde der Rasse Basset hatten sie und Partner Burghart Albert dabei. Rüde Timpetoos Lewis räumte sogar den Titel "Rassebester" am Samstag ab. Warum sie sich speziell für Bassets begeistert? "Weil die schön ruhig sind in ihrer Art", so Angelika Meier. Ihre vier müssten den ganzen Tag im Büro liegen, während sie arbeitet, da sei das von Vorteil.

Weniger ruhig, dafür umso konzentrierter ging es bei der Rally Obedience zu. Bei dieser Hundesport- Darbietung gilt es, Hindernisse zu überwinden und Befehle von Herrchen oder Frauchen zu befolgen. "Dabei kann jeder mitmachen, auch Hunde oder Halter mit Handicap", erklärt Messeorganisatorin Heike Longino-Ziecke. Neben den Wettbewerben in den einzelnen Rassen gab es für die Tiere auch eine Menge an Zubehör zu kaufen - vom schillernden Halsband über Kuscheldecken bis hin zu speziellem Futter. Im nächsten Jahr will der Verband die Schau erneut in der Messe Chemnitz organisieren, Termin dafür ist Ende März.

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