Warum der Brauselochbach gebändigt werden muss

Ein Großteil des Gewässers in Hartmannsdorf fließt unterirdisch. Deshalb sind Schäden nicht sofort sichtbar. Jetzt sind aber bei einer Analyse erhebliche Mängel festgestellt worden.

Hartmannsdorf.

Der Zahn der Zeit nagt am verrohrten Brauselochbach in Hartmannsdorf. Eine an der Oberfläche wahrnehmbare Verwerfung war der Anlass für Bürgermeister Uwe Weinert (CDU), einmal prüfen zu lassen, wie es um den Bauzustand bestellt ist. "Das Ergebnis ist ernüchternd und fordert unser Handeln", sagte er zur jüngsten Gemeinderatssitzung.

Denn die von der Gemeinde in Auftrag gegebene Zustandsanalyse brachte ans Tageslicht, wie es im Inneren um den in den 1920er-Jahren gebauten Gewässerkanal steht. "Schadhaftes Mauerwerk, klaffende Lücken im Gesteinsverlauf, herausgefallene Klinker, nicht fachmännisch eingebaute Straßen- und Hauseinläufe, geborstene Einleitstellen und stellenweise freiliegende Bewehrungen", nannte Peter Philipp vom Unternehmen Infraplan-Ingenieure Burgstädt die Schwachpunkte.

Im Blickpunkt der Analyse stand insbesondere ein 175 Meter langer und im Durchschnitt 2,80 Meter breiter Abschnitt vom Gartenweg bis hin zur Leipziger Straße. Bei dessen Begutachtung fanden die Fachleute weitere Gefahrenpunkte: eine querende Gasleitung und im Gemäuerraum hängende Kabel, deren Funktion nicht eindeutig zu bestimmen ist. "Die Kabel und Leitungen stellen bei jedem Starkregen eine Staugefahr für den Abfluss dar", erläuterte Philipp. Außerdem bereite die sehr unterschiedliche Überdeckung des Bachverlaufs Anlass zur Sorge. An der dünnsten Stelle messe die Decke gerade einmal 18, an der dicksten 92 Zentimeter, sagte Philipp. Und dabei ist die ehemalige Bundesstraße 95 in diesem Abschnitt viel befahren, besonders an der Kreuzung am Rathaus. Der Vorschlag der Fachleute: "Auf einem etwa 55 Meter langen Abschnitt wäre eine Sanierung angemessen, während das größere Teilstück von 120 Metern neu aufgebaut werden sollte", so der Sachverständige. Er unterbreitete den Gemeinderäten auch eine Kostenschätzung einer anstehenden Baumaßnahme.

Während der Sanierungsabschnitt mit etwa 136.000 Euro zu veranschlagen wäre, würde die Neubaustrecke mit rund 493.000 Euro zu Buche stehen. Einigkeit der Gemeinderäte, dem betagten Bauwerk, an welchem wenigstens in den zurückliegenden drei Jahrzehnten nichts getan wurde, in absehbarer Zeit zu Leibe zu rücken. Die Planung der Baumaßnahme soll Aufnahme in den in den kommenden Tagen zu erarbeitenden Haushaltsplan 2019 finden.


Brauselochbach führt durch Burgstädt und Hartmannsdorf

Das Tal des Brauselochbaches erstreckt sich auf einer Länge von elf Kilometern und verläuft durch Hartmannsdorf und Burgstädt bis zur Mulde. Er verläuft im Naturschutzgebiet "Um die Rochsburg". Der Bachverlauf wird von einem Wanderweg begleitet.

Im März 1927 erfolgte eine zentrale Abwassererfasssung der Brauselochbachgemeinden mit dem Bau der Kläranlage in Heiersdorf. Sie umfasst ein Einzugsgebiet von 20,2 Quadratkilometern. Im Jahre 1990, bedingt durch die gesellschaftlichen Veränderungen, wurde der Bau einer mechanischen, biologischen und chemischen Kläranlage möglich. Die Kläranlage wurde in Heiersdorf am Standort der alten Anlage errichtet.

Bei den Hochwassern 2002 und 2013 trat der Bach an manchen Stellen über das Ufer. Es wurde ein sogenannter Hochwasserrisikomanagementplan erarbeitet. Das Papier sieht vor, dass Siedlungsflächen in den Überflutungsbereichen bei einem Hochwasser, das alle 50 Jahre eintritt, geschützt werden sollen.bj

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