Warum die Hort-Erweiterung in Ottendorf später kommt

Die Kindereinrichtung platzt aus allen Nähten. Trotzdem wird noch nicht gebaut. Denn dazu fehlt eine Voraussetzung.

Lichtenau.

Ein Zusatzgebäude soll das Platzproblem im Hort an der Grundschule in Ottendorf lösen. Dafür haben sich die Lichtenauer Gemeinderäte bereits im vorigen Jahr entschieden. Eigentlich könnte es sofort losgehen, sagte Bürgermeister Andreas Graf (CDU) zur jüngsten Ratssitzung. Es müsse auch bald begonnen werden, wenn der Neubau bis zum Jahresende stehen soll. Doch das wäre mit einem Kostenrisiko verbunden und wird von einem Großteil der Räte abgelehnt.

In der Debatte um die Absicherung der Finanzierung des Baus setzten sich die Vorsichtigen durch. Sie wollen abwarten, bis entschieden ist, ob für An- und Umbau zur geplanten Horterweiterung und barrierefreien Nutzung der Grundschule Fördergeld bewilligt wird. Die Verwaltung soll Aufträge erst vergeben, wenn der Bescheid vorliegt. Zudem müsse sicher sein, dass Leistungen, die vor der Geldzuteilung erbracht werden, förderfähig blieben, hieß es. Von diesem Zeitpunkt an dürften Arbeiten dann auch komplett aus der Gemeindekasse vorfinanziert werden. Das soll unabhängig davon gelten, ob mit dem Zuschuss in diesem Jahr oder erst 2020 gerechnet werde. Diese Entscheidung hat der Gemeinderat getroffen.

Der Vorschlag der Verwaltung, früher mit dem Bauen zu beginnen, kam nicht zum Zug. "Wir hoffen auf einen Zuschuss von 500.000 Euro und sollten ausschließen, diesen Teil am Ende durch Eigenmittel decken zu müssen", sagte Gemeinderat Stephan Lazarides (CDU). Nach Angaben von Hauptverwaltungsleiter Martin Lohse geht Lichtenau von rund einer Million Euro Gesamtkosten für den Anbau und die barrierefreie Erschließung der Schule aus. Gemeinderat Manfred Mehner (Die Linke) erinnerte an einen früheren Ratsbeschluss, nach dem die Kommune 500.000 Euro in der Rücklage für Notfälle unangetastet lassen will. Würde für den Hort ohne Fördermittel gebaut, wäre ein Teil der Reserve weg.

"Wir müssen das Risiko abwägen", sagte Graf. Aktuell funktioniere der Hortbetrieb nur mit einer schon mehrfach verlängerten Sondererlaubnis. Mit ihr dürften bis Ende des Jahres befristet 97 Kinder betreut werden. Im jetzigen Hortbereich bieten 98 Quadratmeter Betreuungsfläche nur Platz für 39 Kinder. Durch Doppelnutzung eines Klassenzimmers der Schule und des Speiseraumes sowie Ausbau eines Garderobenzimmers zum Hortzimmer sind zusätzliche Plätze geschaffen worden. Eine Lösung auf Dauer sei das, etwa aufgrund von Mängeln wie fehlendem Schallschutz im Speiseraum, jedoch nicht.

Mit dem Anbau soll die Kapazität laut Graf dauerhaft auf 112 Plätze erweitert werden. Damit könnte dann jedem Schüler der ersten bis vierten Klasse ein Hortplatz angeboten werden, sagte er. Der Trend gehe klar dahin, dass Eltern ihre Kinder im Hort betreuen lassen wollen. Die Schule könne in jeder Klassenstufe bis zu 28 Mädchen und Jungen aufnehmen. Der Bedarf für eine annähernd vollständige Hortbetreuung ist auch aus Sicht der Räte da. Sofort zu beginnen, selbst mit einer Zusicherung in der Tasche, dass der Baubeginn förderunschädlich ist, scheint ihnen trotzdem zu heikel. Förderunschädlich bedeute nicht, dass dadurch ein Rechtsanspruch auf einen Zuschuss entstehe, erläuterte die Leiterin der Finanzverwaltung, Carmen Herberger. Der sichere Hafen sei also erst mit der Zusage erreicht, schlussfolgerten die Räte. Die Hortbetreuung der Kinder sehen sie dadurch nicht ernsthaft in Gefahr. Sollte der Neubau nicht bis Jahresende stehen, müsse eine weitere Verlängerung der Sondererlaubnis beantragt oder eine andere Lösung auf Zeit geschaffen werden, hieß es.

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