Warum eine Fensterbaufirma 2500 Bäume pflanzt

Ein Lichtenauer Unternehmerehepaar will einen kleinen Wald anlegen. Davon sollen auch die eigenen Kinder profitieren.

Lichtenau.

Mario und Irena Pfendt haben sich einen Wunsch erfüllt. Der Unternehmer, der mit seiner Montagefirma und dem Handel für Bauelemente wie Türen, Fenster und Garagentore sowie Vollholzhäuser im Olipark in Lichtenau ansässig ist, und seine Ehefrau pflanzten Bäume. Die Aktion hatten Pfendts gemeinsam mit der Stiftung Wald für Sachsen ins Leben gerufen. Denn auf einem 6500 Quadratmeter großen Areal im Hainichener Ortsteil Bockendorf soll ein Wald entstehen.

"Wir möchten etwas von unserem geschäftlichen Erfolg zurückgeben, am besten natürlich in die Natur unserer Region", sagte der 44-Jährige. Seit 2017 habe er den Plan verfolgt, für jeden erfolgreichen Auftrag einen Baum zu pflanzen, so Pfendt. Die Firma besteht seit 2007, seit 2015 im Olipark. Mario Pfendt ist Möbeltischler und arbeitet mit dem Rohstoff Holz: "Nachhaltigkeit und der Einsatz natürlicher, baubiologisch unbedenklicher Materialien spielen für mich auch im täglichen Geschäft eine Rolle."Jetzt werden 2500 Laub- und Nadelbäume sowie Sträucher gesetzt. Die Stiftung kümmert sich fünf Jahre um die Pflege der Neuanpflanzung. Um Schäden durch Wildverbiss vorzubeugen, wird das Gelände eingezäunt. Wie Stiftungs-Chef Henrik Lindner versicherte, ist die Fläche fortan durch das sächsische Waldgesetz geschützt. "Der Eigentümer hat der Aufforstung zugestimmt, er muss den Wald künftig erhalten", sagte er. Bezahlt hat die Setzlinge die Firma Pfendt. Sollten die Bäume an dieser Stelle doch einmal für eine andere Flächennutzung weichen müssen, wäre eine Ersatzpflanzung an anderer Stelle Pflicht. "Uns ist es wichtig, die Waldfläche in unserer Region zu mehren", sagt Irena Pfendt. Am liebsten hätte das Ehepaar aus Lichtenau in unmittelbarer Nähe des Firmensitzes ein Wäldchen heranwachsen sehen. "Wir haben lange gesucht. Um Lichtenau gab es keinen Platz dafür." Die Stiftung habe die ehemalige Landwirtschaftsfläche empfohlen, die sich 20 Autominuten von Lichtenau entfernt befindet. Es handle sich um ein Areal, das schwierig zu bewirtschaften sei. "Der Wald bringt dem Besitzer später Ertrag durch Nutz- und Brennholz. Zudem beeinflusst er das Klima, bindet Kohlendioxid und produziert Sauerstoff", sagte Lindner. 6,5 Tonnen Kohlendioxid könne die neu begründete Waldfläche pro Jahr binden. Auf die positiven Effekte des Waldes kommt es den Pfendts an. "Wir sind naturverbunden, machen uns Gedanken um die Umwelt und die Ressourcen für künftige Generationen", sagte Irena Pfendt. Das Ehepaar denkt dabei auch an ihre beiden Kinder. "Vielleicht ist es naiv. Doch wenn keiner etwas tut, wird sich nichts in die gewünschte Richtung verändern. Kleine Schritte können manchmal wichtig sein", so die 40-Jährige.

Christoph Ulrich

Ulrichs Bilanz:Der „Freie Presse“-Wirtschaftsnewsletter von Chef­korrespondent Christoph Ulrich

kostenlos bestellen

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...