Weihnachtsgeschäft: Händler warten auf die Geschenke-Panik

Der letzte verkaufsoffene Sonntag des Jahres ist vorüber. Die Chefs der Einkaufstempel sind zufrieden. Trotzdem setzen sie ihre Hoffnung in die kommenden Tage.

Die Adventszeit ist in diesem Jahr eine Woche kürzer als üblich. Der Heiligabend fällt auf einen Sonntag, die Geschäfte werden geschlossen sein. Dass dieser Fakt noch nicht allen klar ist, darauf setzen die großen Chemnitzer Einzelhändler.

"Bisher haben die Kunden Hektik. Aber es fehlt noch die Panik", verdeutlicht Hans-Jörg Bliesener, Manager der Sachsen-Allee. In den kommenden Tagen werde noch viel passieren, das heißt viel gekauft werden. Der Online-Versand werde abnehmen, weil Menschen fürchteten, dass es die Pakete nicht mehr rechtzeitig unter den Baum schaffen. Der Samstag vor Weihnachten dürfte dann der stärkste der Adventszeit werden, prognostiziert Bliesener. Der gestrige verkaufsoffene Sonntag - der letzte von vier seit Oktober - sei "vernünftig" gelaufen. Aber bisher sei das Weihnachtsgeschäft nicht vergleichbar mit dem vom Vorjahr. Trotzdem ist Bliesener guter Dinge: zwischen Weihnachten und Neujahr sorgten Pendler auf Heimatbesuch für "irre Frequenzen". "Abgerechnet wird erst am 31. Dezember", so der Geschäftsmann.


Nur den gestrigen Sonntag betrachtend, kann Jörg Knöfel, Manager der Galerie Roter Turm, nicht klagen. Es sei erwartungsgemäß der stärkste der vier Einkaufssonntage seit Oktober gewesen. Er werde vielleicht sogar das Niveau des Vorjahres überbieten, so Knöfel. Schon bevor die Geschäfte um 12 Uhr ihre Türen öffneten, habe Andrang geherrscht. Zum Adventsgeschäft allgemein hoffe er, dass die kommende Woche ebenso verlaufe wie die vergangene. Denn das Geschäft zum Monatsanfang sei "unter den Erwartungen geblieben". Im Moment liege man hinter dem Erfolg des vergangenen Jahres. Auch er verweist darauf, dass die Tage zwischen Heiligabend und Neujahr zum Weihnachtsgeschäft zählen. "Ich denke, wir holen noch auf", sagt er.

Auch Agâh Schaumburg, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof, hat beobachtet, dass das Geschäft in der vergangenen Woche "stark angezogen" habe. Er sei im Großen und Ganzen zufrieden. Häufig verkauft würden Spielwaren, Parfüm, Uhren und Schmuck. Auch Mützen, Handschuhe und Schals zählten zu den beliebten Produkten. Die verkürzte Adventszeit mache sich aber bemerkbar. Daneben hatte Kaufhof in diesem Jahr mit einer weiteren Hürde zu kämpfen: Der Umbau der Zentralhaltestelle machte es nötig, dass die Einfahrt zum Parkhaus des Kaufhauses verlegt wurde. Das habe dazu geführt, dass weniger Autos kamen. Doch seitdem man die Parkpreise wieder auf einen Euro pro Stunde gesenkt habe, sei es gut besucht, so Schaumburg. Kaufhof hatte die Gebühr erst im Sommer von einem auf zwei Euro erhöht.

Mit rund 30.000 Besuchern gut gefüllt war gestern laut Manager Thomas Stoyke das Chemnitz-Center. Neben Elektronik, Schmuck, Parfüm und Süßigkeiten wurden auch Textilien häufig gekauft. Das gesamte Weihnachtsgeschäft liege noch unter dem Niveau des Vorjahrs. Stoyke weist aber auf einen weiteren Aspekt hin: Bereits Ende November setzten die Händler mit Rabatten am sogenannten Black Friday (24. November) und Cyber Monday (27. November) Kaufanreize. Diese beiden Tage, die bis vor einem Jahr hierzulande noch kaum eine Rolle spielten, würden immer wichtiger. "Wenn man sie mit ins Weihnachtsgeschäft einrechnen würde, stünde es vielleicht gleichauf mit dem Vorjahr", so Stoyke.

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