Wendeschleife zu eng gebaut - CVAG lässt nachbessern

Wenige Wochen nach Ende der Bauarbeiten sollen in Rottluff erneut Bauleute anrücken. Denn die Linienbusse kommen neuerdings nur noch schlecht um die Kurve. Autofahrer sprechen von heiklen Situationen.

Rottluff.

Der Standort hat seinen festen Platz in der Chemnitzer Nahverkehrsgeschichte. Einst wendeten an der Limbacher Straße die Bahnen der früheren Linie 3, die von Rottluff nach Bernsdorf verkehrte - bis die letzte Schmalspurstrecke der Stadt Ende 1988 stillgelegt wurde. Heute ist der Platz Endhaltestelle der Buslinie 72 (Rottluff - Heimgarten) und Haltestelle der Linie 32 (Reichenbrand - Rottluff - Dresdner Straße). Und seit einigen Wochen sieht er auch recht zeitgemäß aus - mit barrierearmen Bahnsteigen, modernem Wartehäuschen, elektronischer Anzeige und einem Sanitärgebäude nebst überdachter Raucherinsel für das Fahrpersonal.

Nur so recht funktionieren will die Anlage seit dem Umbau nicht mehr. So berichten Autofahrer von heiklen Situationen, weil die großen Gelenkbusse des Nahverkehrsbetriebes CVAG beim Einbiegen in die Limbacher Straße nicht mehr so einfach um die Kurve kommen. "Beim Ausfahren scheren sie neuerdings so weit aus, dass sie meist auf die Gegenfahrbahn geraten", schildert ein Anwohner aus Altendorf. Auch beim Einfahren in die Wendeanlage scheint es anders zu laufen als geplant: Ein Hinterrad der Busse rumpelt regelmäßig über den neu angelegten Fußweg. Am Bordstein zur Straße hin sind deutliche Spuren von Gummi-Abrieb zu sehen.

"Der gegenwärtige Zustand der Befahrung der Endstelle stellt uns nicht zufrieden", bestätigt Stefan Tschök, der Unternehmenssprecher der Chemnitzer Verkehrs-AG. Über Tage hinweg berieten zuletzt Vertreter des Nahverkehrsbetriebes und der Stadt, wie die Probleme zu lösen seien. Zunächst wurde ein Verkehrszeichen versetzt, das seit dem Umbau plötzlich den Bussen im Weg gestanden hatte. Danach gab es Überlegungen, durch Veränderungen bei den Markierungen auf der Fahrbahn das Ein- und Ausfahren der Busse so zu gestalten, dass Kollisionen mit den Bordsteinen weitgehend ausgeschlossen sind. Doch seit einigen Tagen steht nun fest: An einem kleinen Umbau nach dem Umbau führt kein Weg vorbei.

Ein Vor-Ort-Termin habe gezeigt, dass eine nachhaltige Verbesserung des Zustandes allein durch Ummarkierungen nicht zu erreichen sein werde, so Tschök. "Es wurde deshalb festgelegt, dass baulich nachgebessert wird, um die Befahrbarkeit ohne Behinderung des Gegenverkehrs und Befahrung von Borden zukünftig gewährleisten zu können." Die dazu notwendigen Bauarbeiten sollen Mitte September erledigt werden.

Doch wie konnte all das eigentlich passieren? Nach Lage der Dinge gab es im Laufe der Planung an einer entscheidenden Stelle ein Abstimmungsproblem - wohl aufseiten der Chemnitzer Verkehrs-AG. "Wir nehmen das auf unsere Kappe", sagt Unternehmenssprecher Tschök. Auch für die Umbaukosten in Höhe von voraussichtlich rund 15.000 Euro werde das Nahverkehrsunternehmen aufkommen.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 4 Bewertungen
11Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 12
    2
    Zeitungss
    31.08.2019

    Man kommt möglicherweise noch dahinter, nicht der BILLIGSTE bringt es hin, sondern der der es KANN. Die jetzige zuverlässige Rückfallebene ist nun einmal der Steuerzahler, in diesem Fall der Kunde der CVAG. Leute, welche den Baufortschritt im Auge behalten und kontrollieren, sind keine mehr vorhanden oder beherrschen ihr Handwerk nicht.

  • 8
    2
    Pixelghost
    31.08.2019

    @Intersssierte, „wieder so herstellen, wie es seit 1988 gut funktioniert hatte“

    Ja, ohne die ganzen Wessis und Leuten die nicht von hier stammen.

    Da bin ich ja froh, schon seit 1982 hier zu sein.

  • 7
    3
    Pixelghost
    31.08.2019

    @ArndtBremen, was wollen Sie denn. Die in Dresden und Leipzig funktionieren doch.
    Und wenn man bedenkt, dass das Fliegen in Zukunft eine gaaaanz böse Sache ist, wird das doch wohl reichen - für die paar Reichen.

  • 16
    3
    Steuerzahler
    31.08.2019

    Einfache Frage: Werden die, die es verbockt haben, in Regress genommen? Gibts es noch irgendwo Fachleute, die wissen, was Sie tun?

  • 18
    2
    HHCL
    31.08.2019

    "Wir nehmen das auf unsere Kappe", sagt Unternehmenssprecher Tschök.

    Das ist ja lieb von der CVAG! Die Zeche zahlen aber die Fahrgäste und Steuerzahler, oder haften die Leute, die für die Fehlplanung verantwortlich zeichnen für die 15.000 Euro?

  • 7
    8
    Interessierte
    31.08.2019

    Stimmt , das haben wir immer gesagt ..........
    Da kannten wir aber den Westen noch nicht , damit war diese Denkweise wohl ein großer Irrtum , wie auch bei vielen anderen Beispielen , mit denen man getäuscht wurde und es nun gar nicht so glänzt .......

    Über Tage hinweg ´berieten` zuletzt Vertreter des Nahverkehrsbetriebes und der Stadt, wie die Probleme zu lösen seien.
    ( wieder so herstellen , wie es seit 1988 ´gut` funktioniert hatte ...

  • 13
    7
    ArndtBremen
    31.08.2019

    Wir haben größere Probleme als Wendeschleifen oder Kreisverkehre. Flughäfen zum Beispiel können wir auch nicht.

  • 18
    3
    701726
    31.08.2019

    Haben wir eigentlich noch Fachleute in diesem Land.
    Den Radius den ein Gelenkbus braucht , konnte früher jeder Schüler ab die 8. Klasse berechnen.
    Aber wer bezahlt das wieder .
    Das sind die folgen bei den Ausschreibungen ( der am preiswertesten ist bekommt den Auftrag )später Kosten zählen nicht und wenn es das 10-fache ist.
    Es ist alles so absurd.

  • 17
    3
    Hinterfragt
    31.08.2019

    Qualität - Made in Germany ...

    Die Projektanten müssten diese Nachbesserungen aus der ganz privaten Tasche bezahlen!

  • 16
    4
    Lesemuffel
    31.08.2019

    Was für tolle Fachleute haben wir inzwischen in Behörden und auf Baustellen? Kein Wunder, dass die keinen Flughafen zustande ringen oder 70 km Bahnlinie elektrifizieren, geschweige denn einen Kreisverkehr bauen können. Quo vadis, Germania?

  • 25
    5
    1371270
    31.08.2019

    Zu DDR-Zeiten haben wir immer, wenn etwas nicht geklappt oder schief gelaufen war, gesagt: das gäbe es im Westen nicht!
    Jetzt haben wir den Westen, und? Alles wie gehabt!
    Weiteres Beispiel: die misslungenen Kreisverkehre, die gleich wieder nachgebessert werden müssen.



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