Wie Limbach-Oberfrohna mehr Touristen anlocken will

Derzeit wird die Stadt vor allem von Geschäftsreisenden besucht. Damit sich das ändert, verfolgt das Rathaus gleich mehrere Pläne.

Limbach-Oberfrohna.

Touristen in Limbach-Oberfrohna sind eine recht seltene Spezies. "Bei uns übernachten überwiegend Geschäftsreisende", sagt Ute Striegler, Inhaberin des Hotels und Restaurants Bock in Oberfrohna. Am Wochenende würden die zehn Zimmer der Einrichtung oft von Familienfeier-Gästen belegt. Touristen, die sich die Stadt und die Umgebung ansehen wollen, seien eindeutig in der Minderheit. "Aber es wird langsam besser", hat Striegler beobachtet. Das könne nach ihrer Einschätzung damit zusammenhängen, dass touristische Ziele in der Region Zwickau seit 2014 unter dem Titel Zeitsprungland überregional vermarktet werden.

Bei ihren Gästen beliebte Attraktionen seien das Esche-Museum sowie der Mulderadweg mit Schloss Wolkenburg, berichtet die Hotel-Betreiberin. Gerade die Anziehungskraft des Schlosses könne aber noch deutlich erhöht werden, meint Striegler. So müssten die Öffnungszeiten - derzeit Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr - aus ihrer Sicht ausgebaut werden.

Dieses Ziel verfolgt auch die Stadtverwaltung. Ein Konzept sieht vor, die Öffnungszeiten auf 21 Stunden (Winterhalbjahr) bzw. 26 Stunden (Sommerhalbjahr) pro Woche auszuweiten. Ob und wann das Konzept umgesetzt wird, ist aber noch unklar. Auch sechs Themenmärkte im nächsten Jahr, für die zurzeit ein Veranstalter gesucht wird, sollen mehr Besucher zum Schloss locken.

Wolkenburg spielt bei den Überlegungen der Rathaus-Mitarbeiter, wie die touristische Anziehungskraft der Stadt erhöht werden kann, eine wichtige Rolle. "Wolkenburg ist der schönste Ortsteil von Limbach-Oberfrohna. Wir müssen das, was wir haben, besser verkaufen", sagte Oberbürgermeister Jesko Vogel während einer Bürgerversammlung im Ortsteil. Um Besuchern der Stadt eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, sei geplant, eine Touristeninformation einzurichten. Derzeit gibt es im Rathaus eine Stadtinformation, die aber nicht auf den Besuch von Touristen zugeschnitten ist. Sie könnte entsprechend ausgebaut werden.

Wolkenburgs Ortsvorsteher Reinhard Iser hält es zudem für möglich, dass Touristen künftig auch im Schloss Informationen erhalten. "Gäste könnten dort zum Beispiel erfahren, ob auch das Schloss Waldenburg geöffnet hat." Iser schlägt vor, die Mitarbeiterinnen entsprechend zu schulen. Der Ortsvorsteher ist der Meinung, dass der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor bisher zu wenig Aufmerksamkeit erfährt.

Dabei hat die Stadt durchaus etwas zu bieten, ist Marika Schwarz überzeugt. Die Leiterin des Zeitsprungland-Marketings nennt als Attraktionen neben dem Esche-Museum und Schloss Wolkenburg den Tierpark, dessen Besucherzahlen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind, und das Limbomar. "Limbach-Oberfrohna mit seinen Ortsteilen ist eine touristisch durchaus attraktive Stadt", die insbesondere Potenzial für Kurzreisen und Tagestouren berge, stellt Schwarz fest. Das Tourismusmarketing und das Rathaus arbeiten nach ihren Angaben gemeinsam daran, die Besonderheiten der Stadt noch besser hervorzuheben.

Zahlen zum Tourismus erhebt das Statistische Landesamt. Seit 2012 wurden pro Jahr zwischen 62.000 und 72.000 Übernachtungen von Besuchern in Limbach-Oberfrohna registriert; ein eindeutiger Trend lässt sich nicht feststellen. Allerdings fließen in diese Statistik auch Geschäftsreisende und andere Besucher der Stadt mit ein. Die Verantwortlichen lassen keinen Zweifel daran, dass diese Zahlen höchstens langsam gesteigert werden können. Eine Touristenhochburg wird Limbach-Oberfrohna wohl nie werden. Ute Striegler vom Hotel Bock formuliert es so: "Wir sind nicht Südtirol und auch nicht das Allgäu."

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