Zweiter Corona-Grenzwert gerissen - Chemnitz sagt Museumsnacht ab

Der Inzidenz-Wert ist auf über 35 gestiegen. Kontrollen sollen jetzt verstärkt und Maßnahmen verschärft werden. Die für Samstag geplante Museumsnacht wurde abgesagt.

Chemnitz.

Der Wert an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist in Chemnitz auf 37,12 gestiegen. Damit ist der zweite Grenzwert von 35 überschritten, der erste liegt bei 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Unter anderem die für Samstag geplante Museumsnacht muss deshalb abgesagt werden. Auch die am Freitagabend geplanten Veranstaltungen in der Stadthalle finden nicht statt. Großveranstaltungen mit mehr als 250 Besuchern sind in der Stadt untersagt. Sportveranstaltungen, darunter auch die Heimspiele des Chemnitzer FC, finden ab sofort ohne Zuschauer statt. Veranstalter und Betreiber von Betrieben, Sportstätten, Gaststätten, Hotels, Beherbergungsstätten sowie Ansammlungen im öffentlichen Raum müssen ab sofort personenbezogene Daten zur Kontaktnachverfolgung erheben. Ein dafür notwendiges Formular ist auf der Homepage der Stadt abrufbar.

Eine zunächst angekündigte Sperrstunde ab 23 Uhr wurde von der Stadt am Freitagnachmittag wieder zurückgenommen. Diese taucht auch nicht in der neuen Allgemeinverfügung auf, die auf der Seite der Stadt abrufbar ist.


Am Freitag meldete die Stadt 27 neue Corona-Infektionen. Ebensoviele Personen befinden sich mit einer Covid-19-Erkrankung im Klinikum Chemnitz, drei davon auf der Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie gibt es damit 479 bestätigte Fälle in Chemnitz.

Um einen weiteren Anstieg der Anzahl der Corona-Infektionen in Chemnitz zu verhindern, werden Mitarbeiter der Stadtverwaltung ihre Kontrollen deutlich intensivieren. Das hat das Rathaus am Freitag mitgeteilt. Die Verwaltung nennt Gewerbe, Restaurants und Bars sowie den öffentlichen Personennahverkehr als Kontroll-Schwerpunkte. Bei Verstoß gegen die geltenden Regeln drohten "empfindliche Bußgelder", warnt das Rathaus. Zu den geltenden Regeln gehören unter anderem das Abstandhalten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Bussen und Bahnen.

Tickets für die Museumsnacht, die bereits im Vorverkauf erworben wurden, können ab Montag zu den entsprechenden Öffnungszeiten an der entsprechenden Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden. (lumm/luka)

1414 Kommentare
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  • 2
    4
    AliceAndreas
    17.10.2020

    @Lumixer

    Antwort kommt leider erst heute - gestern war das 5 Nachrichten Limit erreicht.

    Mal abgesehen von den Gründen der aktuellen Situation - meiner Meinung nach das weltweite Reisen seit dem 01.07. - bin ich zu 100% Ihrer Meinung.

  • 30
    7
    Lumixer
    16.10.2020

    @AliceAndreas: Das sind nur vage Theorien, die stark zu bezweifeln sind. Genauso willkürlich, wie aus der Luft gegriffene Obergrenzen. Ich leugne weder das Virus, noch die Brisanz der Situation. Ich bin auch kein Maskengegner. Ich kritisiere nur die Unverhältnismäßigkeit und die einseitige Berichterstattung. Jeder springt auf den gleichen Zug. Ich bin ganz auf der Seite unseres MP, der dem Beherbergungswahnsinn ein Ende gesetzt hat und der auch die Grenzwerte kritisch sieht, eben sicher auch aus genannten Gründen. Die Pandemie ist ein weltweites Problem, es gibt keine Hotspots mehr.

  • 12
    27
    AliceAndreas
    16.10.2020

    @Lumixer

    Einfach mal die Mühe machen und sich die Corona Kurven nahezu ALLER Länder angucken.

    Bsp Deutschland, März/April ... dann bis zum 01.07. auf nahezu Null und 14 Tage später steil nach oben. Und so sieht das nahezu in jedem Land der Welt aus (Ausnahme USA).

    Wer jetzt mehr dazu beigetragen hat, der normale Tourist, oder der Heimatbesucher, der dann hier im Idealfall zur Großhochzeit ist, ist schwer zu sagen.

    Der Ostseeurlauber hat auf jeden Fall kein Virus nach Sachsen gebracht!

  • 20
    28
    Lumixer
    16.10.2020

    Auf welcher wissenschaftlicher Basis beruhen die Grenzen eigentlich? Ich erinnere an die willkürliche Größe von Geschäften, als man langsam aus dem Lockdown kam. Das sind wohl eher politische Grenzwerte, denn wissenschaftliche.
    Die Inzidenzwerte stammen noch aus Zeiten, als man nur halb so viele testen konnte und hätten nunmehr nach oben angepasst werden müssen, um das Verhältnis wieder herzustellen. Jetzt wird mit "veralteten" Grenzwerten Panik geschoben.

  • 19
    19
    Lumixer
    16.10.2020

    @AliceAndreas: Verreisen war nicht das Problem, das ist Monate her und hat rein gar nichts mit den jetzigen Zahlen zu tun. An den Ostseestränden, im Harz oder in den Großstädten wie Hamburg oder Berlin ging turbulenter zu als am Mittelmeer oder auf den Kanaren. Die Hotels und Restaurants dort waren höchstens zu 50% belegt, meistens weniger.
    Das Virus verbreitet sich mit oder ohne Maske, dieser Punkt ist jetzt überschritten. Volle Büros und Klassenzimmer, Hochzeiten, Geburtstage, freitags im Supermarkt etc. sind die Hotspots - weder der Flug mit permanenter Luftfilterung und zusätzlicher Maskenpflicht, noch das Hotel und schon gar nicht der Strandlauf, an dem man nahezu alleine unterwegs wäre. Die Herbstferien stehen vor der Tür und nicht wenige fliegen in den wohlverdienten Urlaub (solange man seitens der Destination darf). Es ist momentan leichter nach Griechenland oder Dubai zu kommen als landesweit zu verreisen - irgendwie irre.

  • 34
    32
    AliceAndreas
    16.10.2020

    Es wäre alles so einfach gewesen, dieses Jahr einfach mal nur Urlaub im eigenen Land und kein Heimatbesuch im Herkunftsland.

    Der Spanier wäre nach Malle, der Deutsche nach Usedom usw ... und der Einwohner mit ausländischen Wuzeln wäre halt mal ein Jahr in seiner Wahlheimat geblieben.

    Aber Nein, ab 01.07. musste die ganze Welt wieder umher reisen.

    Das Ergebnis völlig logisch und schon 8 Wochen später eingetreten.

  • 13
    21
    malm
    16.10.2020

    Die Chemnitzer Regeln für den Wert 35 sind strenger als im LK Erzgebirge, die schon über 50 sind.

  • 24
    41
    1635769
    16.10.2020

    Warum werden die Sportveranstaltungen mit Fans verboten ? Dort wo es am besten geht mit Abstand halten und es auch super geklappt hat . Ohne Fans Eishockey oh je was soll das werden? Hauptsache in Bus und Bahn stehen alle dicht an dicht zusammen. Verstehe einer die Ämter.

  • 66
    20
    tbaukhage
    16.10.2020

    Nein, @AliceAdreas, es gibt Typen, besser Querulanten, die mit ihre Weigerung, eine Maske zu tragen, obwohl sie den Abstand nicht einhalten können, auch noch öffentlich prahlen. Solches assiziale Verhalten führt zu noch viel mehr und drastischen Maßnahmen, als nur das Absagen der Museumsnacht.
    Heute Vormittag hat hier das Pflegeheim von Mütterchen wieder dicht gemacht - soziale Kontakte, die doch für unsere Alten so wichtig sind, entfallen also wieder...

  • 24
    20
    388975
    16.10.2020

    Seit einigen Tagen heißt es bei Überschreitung von Grenzwerten immer "Wert gerissen". Wer hat denn diesen Spruch in Umlauf gebracht?

  • 62
    20
    neuhier
    16.10.2020

    @Alice: Ich bin gerade im Globus, wenn Sie wüssten, wie viele hier die Nase draußen haben. Die Leute lernen es einfach nicht. Waren Sie schon mal zur Museumsnacht? Die Massen an Menschen? Die vollen Busse und Straßenbahnen? Halten Sie das ernsthaft derzeit für eine gute Idee?

  • 19
    56
    AliceAndreas
    16.10.2020

    Aber es haben doch alle ihre Alltagsmasken auf - dafür haben wir sie doch ... oder etwa nicht?!

  • 21
    98
    AliceAndreas
    16.10.2020

    Das Gesundheitsamt Chemnitz schafft es immer noch einen drauf zu setzen !!!

  • 98
    25
    neuhier
    16.10.2020

    War zu erwarten. Ist vernünftig und besser so, wenn ich mir vorstelle, hunderte Besucher wären in überfüllten Straßenbahnen von Museum zu Museum gezogen, wie sonst immer...