Ich gehe in meinen Bungalow mit der Nachricht, dass Elefanten in Mayana unterwegs sind und die Angestellten der Touristenunterkunft besser nicht mehr nach Hause laufen und in der Lodge übernachten sollten. Während ich unter der Dusche stehe beginnt urplötzlich ein Höllenlärm, schreiende Menschen, weinende Kinder, bellende Hunde. Dazwischen rhythmisches Klopfen auf Metall, kräftiges Trommeln, Krachen von Holz.
Ich bin wohl ziemlich die einzige Person in dieser Nacht, die sorglos einschläft und ich wünsche mir wie ein Kind, dass die Elefanten wenigstens in meinem Traum erscheinen. Nicht so die Einheimischen.
Josef, unser Koch berichtet mir am anderen Morgen: "Wir schlichen uns trotz der Warnung ganz leise nach Hause. Plötzlich marschierten 5 Elefanten hinter uns her. Wir haben versucht, ganz normal weiter zu laufen, um die Elefanten nicht in Aufregung zu bringen. Von unseren Kraals aus haben wir dann die ganze Nacht den Lärm veranstaltet, um die Elefanten von unseren Hütten fern zu halten."
Pieter, der Mitinhaber der Lodge zeigt mir am nächsten Morgen die Spuren der Elefanten. Sie haben einen Teil des Zaunes niedergetreten, um direkt neben dem Haus der Lodgebesitzer zum Fluss zu gelangen. "Sie waren ganz leise, obwohl unser Boerboel (der Hund der Wirtsleute) ständig bellte." 
Magdalena, die mir während meines Aufenthaltes tatkräftig bei der Projektarbeit geholfen hatte, will mich heute am Tag meiner Abreise verabschieden. Ihr steht noch die Angst ins Gesicht geschrieben. "Ich bin ganz vorsichtig gelaufen und habe überall Ausschau nach den Elefanten gehalten."
Während ich, inzwischen in meiner Unterkunft in Windhoek angekommen, am Laptop diesen Bericht schreibe, krabbeln immer wieder winzig kleine Ameisen über den Bildschirm. Ich hoffe inständig, dass sie während des Aufladens der Batterie in der Nacht nicht ins Innere meines Laptops gekrabbelt sind." Aber hier sind wenigstens keine Elefanten oder Schlangen wie die Schwarze Mamba", denke ich.

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