Die Akzeptanz ist überwältigend

Am 16.3.2018 berichtete ich über unser Meeting zum Thema Menstruation und Kontrazeption. Inzwischen ist viel geschehen. Zwei Frauen aus dem Dorf Mayana haben die Schulung zum Nähen von „reusable pads“, von waschbaren, wieder verwendbarten Vorlagen absolviert. Sponsoren ermöglichten uns, dass wir als Grundstock eine Nähmaschine, das benötigte Werkzeug und das Material kaufen konnten. 

Unter dem Dach von Terry Farrell, der Vereinigung „Sister of Hope“, produzieren unsere zwei bisher arbeitslosen Frauen diese Vorlagen. Bereits im Januar konnten Pads an 120 Schüler an die drei Schulen unseres Einzugsgebietes verteilt werden, insgesamt sind hier 603 betroffene Mädchen zu versorgen. Der Mayana Mpora Verein erwirbt diese Vorlagen von den Näherinnen für 200 N$ per Set.
Mit großer Neugierde bin ich mit den Produzenten der Pads unterwegs zu zwei Schulen, um zu erfahren, wie die Vorlagen durch die Schülerinnen angenommen werden und weitere Pads auszuteilen.

Zu Beginn unseres Meetings spricht die Näherin Pauline über das eingesetzte Material, die richtige Verwendung und Pflege der Sets.
Schülerinnen, die diese schon seit drei Monaten nutzen, wissen nur Gutes zu berichten. Sie haben wegen ihrer Menstruation keinen Schulausfall mehr. Die Vorlagen seien pflegeleicht und mit kaltem Wasser und Seife gut waschbar. Auch der Sitz ist gut. Die Fragen der neu eingeladenen Schülerinnen werden ohne Scheu konkret und offen beantwortet. Neugierig verfolgen mehrere Lehrerinnen der Kombinierten Kayengonaschule die Diskussionsrunde. Im Anschluss an die Aussprache in den zwei Schulen erhalten je 35 weitere Schülerinnen ein Set „Reusable pads“. Ich kläre die Mädchen auf, dass dies ein Geschenk des Vereins Mayana Mpora an die Schülerinnen ist, um ihnen zu ermöglichen, immer am Schulunterricht teilnehmen zu können. Sie müssen sie pfleglich behandeln. Von der Erfinderin und Designerin Terry Ferrall wird eingeschätzt, dass die Vorlagen mindestens 2 Jahre benutzt werden können. Neue Sets können später von Interessenten käuflich erworben werden. Keinesfalls dürfen die Schülerinnen die Sets unter Freunden weitergeben. Das ist unhygienisch und bringt gesundheitliche Gefahren mit sich.

Der Weg aus der 'Armut im Busch'  
hinein in ein eigenes Geschäft erfordert allerdings einen gewissen Lernprozess, wie ich erneut feststellen muss. Der Neid spielt eine große Rolle. Es gibt keinerlei Vorstellung über ein Unternehmen, jeder der Angestellte hat, arbeitet ihrer Meinung nach nur in die eigene Tasche. Erst vertrauten die zwei Frauen den Wirtsleuten nicht, sie produzieren nun in einer eigenen Hütte. Inzwischen ist es Terry Farrell, Schwarzafrikanerin wie sie selbst aus der Kavangoregion, der sie nicht vertrauen. Warum besitzt sie ein Gästehaus? Mehrfach schon habe ich versucht, Marcus beizubringen, dass eine Touristenunterkunft Touristen braucht. Keine Touristen bedeutet kein Geld und für ein Geschäft benötigt man Käufer.

Ich hoffe nur, dass die Frauen sich aneinander raufen und ihr Geschäft nicht kaputt machen. Zumindest werde ich die Rechnung für die Pads über das offizielle Konto begleichen. 
 


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