Entgegen meinem festen Vorsatz, etwas kürzer zu treten und mich zumindest mit weniger Gepäck zu belasten, platzen Koffer und Rucksack fast aus allen Nähten. Glücklicherweise wird bei Qatar Airways das Handgepäck nicht gewogen. Laptop, Netzteile, verschiedenste Kabel und Adapter bringen zusätzlich zu privaten Dingen einiges Gewicht auf die Waage.

Inland-Flughafen EROS zum Weiterflug nach Rundu:
Auweia, es ist gerade noch einmal gut gegangen. Mein Taxifahrer kam zu spät, "CheckIn closed", keine Chance mehr, 15 Minuten vor Abflug. Es steht außer Frage wer hier der Chef ist. Einige schwierige Diskussionen folgen. Im Endeffekt wird das System nochmals geöffnet. Und ein weiteres Ehepaar wird Nutznießer meiner Beharrlichkeit. Beim Scannen meines Gepäcks wird ein kleiner Teelöffel entdeckt, der in Frankfurt durch die Kontrolle rutschte.  Den angeblichen Plastelöffel aus Aluminium muss ich vorweisen. Er wird akzeptiert. Ich hätte ihn nicht gern aushändigen wollen, ist er doch der Maßlöffel für meinen bitteren Artemisia-Tee den ich ab sofort wieder jeden Morgen gegen Malaria trinken werde. Ich komme zwar jedes Jahr ziemlich zerstochen aus der Kavangoregion zurück, aber von Malaria blieb ich bisher zum Glück verschont.

Durch die Querelen beim Einchecken komme ich als letzte zum Gate und betrete als erste das Flugzeug. Nur mit Schwierigkeiten bringe ich in der kleinen Maschine meinen Rucksack vor meinem Sitz unter, die schwere Tasche gefüllt mit englischer Kinder-Literatur, die ich in Windhoek gekauft habe, und die Kamera finden in der obigen Ablage Platz. Im halben Schneidersitz schnalle ich mich auf meinem Platz an und versuche bei der Kontrolle durch die Stewardess relativ entspannt zu wirken. Keine fünfzehn Minuten später nach meiner Ankunft auf dem Flughafen Eros überfliegen wir schon Windhoek und genießen nach kurzer Zeit einen gut schmeckenden Snack "Wrap mit Chicken und Salat" und Wein, ich muss meinen Ärger runterspülen. Die Stewardess hat in der Kürze des Fluges Mühe, alle 35 Fluggäste mit Snack und Getränken zu versorgen. Unter uns die schnurgerade Bundesstraße B8, die Kavangoregion mit seiner Bushsavanne überfliegend setzt der Pilot 45 Minuten später zum Sinkflug an. Sehr vereinzelt spiegeln sich kleine Wellblechdächer in der Sonne. Wie kann man es in den "modernen" Hütten bei der Hitze aushalten, heute zeigt die Wetterkarte 37 Grad Celsius an. Da sind die traditionellen reedgrasgedeckten Lehmhütten viel angenehmer.

Ich bin endlich angekommen in Mayana und von vielen lieben Freunden empfangen worden. Mein Einsatz kann beginnen.

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