Ich bin zurück in Windhoek und habe im Backpacker Gästehaus noch zwei Tage zum Erholen. Leider will sich wieder einmal der Nachtschlaf nicht einstellen, obwohl ich kurz zuvor auf einer Bank eingeschlafen war. Die Mücken umschwirren mich. Ich verstecke mich unter dem Bettlaken. Zum Glück sind es keine Anopheles, die Malaria übertragen können. Ich dusche nochmals kalt im Freien auf der Terrasse meiner Elefant-Suite in der Hoffnung, dass die Gedanken zur Ruhe kommen.

Die Tage im Busch waren durchweg turbulent und mein sehnlichster Wunsch auf eine Bootsfahrt zum Sonnenuntergang oder eine kurze Auszeit in einer benachbarten Lodge ist nicht mehr in Erfüllung gegangen.

Ich schicke meine Gedanken zurück zum Donnerstag, zum großen Abschlussfest der Vorschulzeit unserer Kinder. Die Vorbereitungen dazu laufen bis zur letzten Minute. Mit dem Ford Ranger, der voll beladen ist mit gefüllten Schultaschen, Geschenken, die wir zum Teil aus Spenden des Jahres zusammengetragen haben und Speisen und Getränken und mit dem Schulbus-Anhänger, der bestückt ist mit Helfern, Stühlen und Tischen, fahren wir in die etwa vier Kilometer entfernte Vorschule. 32 aufgeregte Kinder spielen bei unserer Ankunft auf dem Spielplatz der Schule. Wir blasen schnell noch einige Luftballons auf um die Kinder von ihrer allzu großen Neugier abzuhalten. Mit dem Eintreffen der Ehrengäste kann das Fest beginnen, die Angehörigen der Kinder sitzen schon seit Stunden in der Vorschule.

Mit traditionellen Tanzschritten der Kavango’s und Gesang erscheinen die Kinder mit ihren vier Lehrern vor den Gästen. Ausdrucksvoll führen die 5- bis 6-Jährigen singend und sprechend vor, was sie im letzten Jahr gelernt haben. Viele Kinder erhalten ihre erste Urkunde, was die Angehörigen der Kinder stolz mit lautem Trällern begleiten. Nach dem Verzehr von leckerem Kuchen, den die Enkelin der Wirtsleute der Lodge und erfolgreiche Absolventin der 12. Klasse die halbe Nacht gebacken hat, präsentieren die Kinder ihre kleinen Rucksäcke. Diese konnten wir mit Hilfe von treuen Sponsoren füllen mit der Schulkleidung, Schuhen, erstem Schulmaterial, Trinkflasche und Zahnputzzeug. Wir erklären den Gästen, dass die Rucksäcke bis Anfang Januar in der Vorschule verbleiben, damit jeder Schulanfänger am ersten Schultag noch über seine Schulsachen und Schulkleidung verfügt.

Unsere langjährige Erfahrung hat leider gezeigt, dass manch arme Familie dergleichen Geschenke an die Kinder in Nahrung umsetzt.

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