Es ist Montag Morgen, die Gäste in der Lodge sind verabschiedet. Ich plane mit meinem für zehn Tage gemieteten Honda nach Rundu zu fahren, um mich dort mit Mr. Daniel N., einem Lehrer der Kayengona Schule zum Großeinkauf zu treffen. Die 53 Schüler der 10. Klasse wohnen wieder wie in den vergangenen drei Jahren während der Abschlussprüfungen internatsmäßig in zwei Klassenräumen der Schule. Sie sind glücklich, verfügen über Wasser und Strom und können ungestört lernen. Sie bekommen auch Dank der Unterstützung von Sponsoren des Mayana Mpora Projektes dreimal täglich zu essen, was für sie in ihrem bisherigen Leben einmalig ist, wie sie mir dankbar berichten.

In der Stadt steige ich gemeinsam mit Marcus in den Toyota HiLux des Lehrers um. Wir beginnen die Einkaufstour beim Großhandel Metro, setzen sie in mehreren Supermärkten und im Gemüsegrosshandel fort, die Männer kennen sich bei den Preisen viel besser aus als ich,  und enden beim Fischhandel. Vier Stunden später haben wir alles geschafft und ich setze mich wieder vors Steakhaus um ins Internet zu kommen. Heute ist hier zwar geschlossen, es wird alles gereinigt. Der Besitzer lässt uns trotzdem Platz nehmen und weist uns darauf hin, Getränke nebenan im TrackStore kaufen zu können. Nur zum eventuellen Essen, was für Marcus, meinem „Hungry Lion" unabdingbar ist, sollten wir uns außerhalb aufhalten.

Ich bin froh, endlich einmal etwas im Netz abarbeiten zu können und somit auch die Fotos für Patty und Charlie Pippen aus Dallas zur Verfügung stellen zu können, abrufbar unter https://www.dropbox.com/sh/8u4gvd4rnoy9qv4/AADhsujKFzOmXX1-M7sbotY9a?dl=0.

Charlie ist Student und sammelt mit seinen Freunden für die größeren Schüler der Kayengona Schule, Kleidung und Geld für die Versandkosten. 75 Pakete hat er verschickt, die beim Zoll aus unerklärlichen Gründen zurückgehalten wurden und Charlie somit nicht wie geplant, die Sachen mit seiner Mutter austeilen konnte. Bis zu meiner Ankunft jetzt in der n'Kwazi Lodge sind 43 Pakete eingetroffen und es fehlen weitere 32. Ob sie irgendwann noch die Region erreichen oder inzwischen andere Besitzer gefunden haben? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Verteilung der Kleidung haben wir für Charlie gemeinsam mit Lehrern und Schülern von der 6. Klasse an bis hinauf zur 10. Klasse durchgeführt. Es war ein Fest für alle, auch für meine Ohren.

Nachtrag zu Charlie: er wollte vor einem Jahr einen Tag lang leben wie ein Schüler in Mayana, ohne Frühstück eine Stunde zur Schule laufen und am Unterricht teilnehmen. Einziger Unterschied war, dass er kein Wasser aus dem Kavangofluss mit sich führte sondern gekauftes aus dem Supermarkt. Heimlich führte er ein Lunchpaket mit sich. Marcus berichtete mir später darüber und wie schwer Charlie der lange Schulweg fiel. Den Tag wird er wohl sein Leben lang nicht vergessen.

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