Während ich heute schreibe, ist bereits der 8. Tag unseres Aufenthaltes in Namibia angebrochen.
In der Vorschule erlebe ich eine Überraschung. Die Kinder können endlich warm duschen. Der Solar-Warmwasser-Aufbereiter, den ich im Oktober 2014 vom Geld des Rotary Club Stollberg im Erzgebirge kaufen konnte, ist in Betrieb. Es lohnt sich also die für mich beschwerliche Reise zweimal jährlich anzutreten. Der Warmwasserbereiter ist zweispurig nutzbar, entweder nur mit Sonnenenergie oder auch mit Elektrizität. Letzteres ist für die zwei Wintermonate wichtig, wenn nachts Kältegrade auftreten und das Wasser im Tank auskühlt. Mit Strom kann es schnell wieder erwärmt werden. Die vier- bis sechsjährigen Kinder laufen etwa eine Stunde zur Vorschule und sind glücklich, mit warmem Wasser duschen zu können. Wer hat schon diesen Luxus hier in Mayana - eine Dusche und noch dazu mit warmem Wasser im Winter! Eine von Piet - Hausmeister, Gärtner und Viehzüchter in einem - selbst erdachte Konstruktion aus schwimmendem Wasserrad mit Pumpe befüllt zwei Wassertanks für die Vorschule und den Garten. Die Tanks und Stahlträger dazu konnte ich vor einem halben Jahr vom Geld unserer Sponsoren kaufen.

Wir feiern heute Geburtstag mit den Kindern der Vorschule. Zwei Kinder haben im Januar das 5. Lebensjahr erreicht und zwei das 6. Lebensjahr. Die Kinder kennen den Begriff "Geburtstag" nicht und wissen nicht wann sie geboren sind. Wir sprechen deshalb mit ihnen darüber. Das englische Geburtstagslied "Happy Birthday" können aber fast alle 40 Kinder fröhlich mitsingen. Zur Feier des Tages darf sich jedes Kind ein von meinen Freunden gespendetes Plüschtier aussuchen. Hauptsächlich Jungs wählen sich eines der kleinen gestrickten Püppchen aus Einsiedel aus. Ich nutze das heutige Fest gleichzeitig um mit Hilfe meiner Tochter Ute alle Kinder namentlich und bildlich zu erfassen.
Als weiteren Höhepunkt gibt es zum Abschluss des Festtages die Lieblingsspeise aller Kinder, Makkaroni. Bis zu ihrem Besuch der Vorschule war diese Speise den Kleinen völlig unbekannt.
Mein Enkel Tim kann es nicht fassen, 13 Uhr in der größten Hitze begeben sich die Kinder zusammen mit ihren Lehrern auf ihren Heimweg von circa einer Stunde. Wie mir Piet, die gute Seele der Vorschule berichtet, komme es häufig vor, dass die Lehrer einige Kinder ein Stück tragen müssen. Unvorstellbar für uns! Deshalb ist es der Traum von Piet und den Lehrern, einen Eselskarren für den Transport der Kinder anzuschaffen. Valerie, die Wirtin der Lodge, gleichzeitig Gründerin der Vorschule und "Finanzboss" schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.

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