Mit der Ärztin Kornelia Schwabe und Marcus Kamburu fahren wir zur Maria Mwengere Secondary School. An dieser Schule haben wir in diesem Jahr 15 Patenschüler. Neben der Schuluniform und diversen Schulmaterialien finanzieren wir durch unser Mayana Mpora Projekt zusätzlich deren Internatskosten. 

Wir treffen uns als erstes zu einer Aussprache mit dem Lehrer Piet Sikongo. Er ist seit dem Schuljahr 2017 als „Life-Skill-Lehrer“ angestellt, als Lehrer zur Vermittlung sozialer Kompetenzen. 

In unserem ersten Gespräch bittet er die Ärztin zu den Schülerinnen der 8.-12. Klassen über Menstruation und Kontrazeption zu sprechen. Etliche Schülerinnen versäumten während der Menstruation die Schule oder könnten nicht im Internat bleiben, weil sie aus finanziellen Gründen keine Hygieneartikel, keine Vorlagen zur Verfügung haben. Auch sei das Thema Kontrazeption sehr wichtig, jährlich gäb es mehrere ungewollte Schwangerschaften an der Schule.

Im Anschluss an dieses Meeting mit den Schülerinnen schreibt Kornelia Schwabe: „Menstruation und Kontrazeption ist ein sensibles Thema und war nicht einfach für mich, weil ich nicht wusste, wie aufgeklärt die Mädchen in der Kavangoregion in Namibia sind. Meine erste Überraschung war, dass sich der Saal binnen kurzer Zeit mit mehr als 200 Mädchen füllte, obwohl wir vereinbarten mit kleinen Gruppen ins Gespräch kommen zu wollen. Nach einer anfänglichen Stille, als Fragen gestellt werden konnten, half Marcus Kamburu über die Scheu vor dem Thema hinweg durch eine leidenschaftliche Aufforderung an die Mädchen: ‚Jetzt habt Ihr die Gelegenheit Fragen zu stellen, die Ihr beantwortet haben möchtet. Nutzt die Gelegenheit.‘  Und dann war plötzlich das Eis gebrochen und es hagelte Fragen insbesondere zum Thema Kontrazeption. Es zeigte sich, dass die Mädchen durchaus aufgeklärt sind, aber den in Namibia auch Jugendlichen kostenfrei zur Verfügung stehenden Formen der Kontrazeption (Pille und Injektion) skeptisch gegenüberstehen, da sie glauben, dass dadurch spätere gewünschte Schwangerschaften nicht mehr möglich sein würden. Hier ist noch Aufklärung nötig, damit die Mädchen bereit sind, in die Klinik in Rundu zu gehen und sich dort beraten zu lassen. Immer noch vertrauen sie mehr mit Komplikationen behafteten traditionellen Methoden. Auch Kondome sind in Namibia kostenfrei erhältlich, aber die Akzeptanz bei Männern fehlt. 

Ein weiteres grosses Problem der Mädchen während ihrer Menstruation sind die fehlenden Binden oder sonstigen Materialien und die daraus resultierenden Schulausfälle. Wir konnten in Kontakt kommen zu einer amerikanischen Volontärin, die für zwei Jahre in der Kavangoregion tätig ist. Sie brachte den Vorschlag in die Diskussion wiederverwendbare Pads zu nutzen. Für diese Variante hat das Mayana Mpora Projekt grosses Interesse gezeigt. Wenn es sich als realisierbar erweist, sollen Frauen zum Nähen von Pads ausgebildet und mit einer Nähmaschine ausgerüstet werden.“

 

Seit dem Meeting mit den Schülern sind drei erfolgversprechende Wochen vergangen. Zu den wiederverwendbaren Binden kann ich berichten, dass in der zweiten Märzwoche 20 Schülerinnen der Kayengona Secondary School und 20 Schülerinnen der Maria Mwengere Secondary School ein Set „reusable Pads“ von der Gondwana Collection gesponsert bekommen haben. Die Schülerinnen sind nun angehalten uns ihre Erfahrungen mitzuteilen. Bei Akzeptanz planen wir so viel wie möglich Schülerinnen mit den waschbaren Binden auszustatten. Wir wollen einige Frauen unseres Mayana Mpora Projektes befähigen diese naturbelassenen Pads selbst herzustellen und sich somit ihr eigenes Geschäft aufbauen zu können. 

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