Einen Tag vor unserem geplanten Kinderfest habe ich am eigenen Leib erfahren, wie sich ein echter Regenguss anfühlt. Wir, meine Tochter Ute, Enkel Tim und ich, sorgen uns deshalb um die Durchführung des Kinderfestes auf dem Fussballplatz. Wir schauen immer wieder die Wettervorhersage im Smartphone an, meine App zeigt zu 90 Prozent Regen an, Ute's dagegen verspricht nur starke Bewölkung. Auf dem Fussballfeld, auf welchem wir regelmäßig während meines Aufenthaltes in der Kavangoregion ein Kinderfest durchführen, erwarten uns zwei zum Anpfiff bereite Fußballmannschaften und eine Menge Kinder. Was bei uns im "geordneten" Deutschland als unmöglich erscheint, schafft Marcus binnen kurzer Zeit. Er verhandelt mit den Mannschaften und erreicht, dass der Anstoß verschoben wird und wir uns mit den vielen Kindern zum Aufwärmen auf dem großen Platz versammeln dürfen. Dann verziehen wir uns auf die mit Wasserlachen durchzogene große Wiese neben dem Fußballfeld.  Aber wie bändigt man 150 bis 200 Kinder im Alter von drei bis vierzehn Jahren und führt mit ihnen Spiele durch? Acht Helfer der Oberschule bzw. des Gymnasiums, die bereits seit mehreren Jahren Förderung durch das Mayana Mpora Projekt erhalten, stehen uns beiseite und übernehmen je eine Gruppe. Während sich die Kinder an verschiedensten Spielen erfreuen und sich bei den Wettbewerben lauthals anfeuern, bereiten weitere Helfer die 40 Brote für die Kinder. Auch die Mutter von Naimi hilft mit, über deren Schicksal berichtete ich letztes Jahr in mehreren Blogeinträgen. Unser Obst, die Orangen und Äpfel, halbieren bzw. vierteln wir, damit es für alle Kinder reicht. Als Getränk haben wir 60 Liter Saft vorbereitet.
Schlussendlich atmen wir erleichtert durch - bis zum Ende des Kinderfestes ist es trocken geblieben und das Essen hat für alle gereicht. Die älteren Schüler, die mir am Vormittag halfen, gehen zusammen mit mir in die n'Kwazi Lodge zur Vesper. Wir unterhalten uns ausführlich über Fortschritte und auch Probleme in der Schule. In der Maria Mwengere Schule, Klassen 8 bis 12, haben wir inzwischen zwölf Schüler, die durch das Mayana Mpora Projekt unterstützt werden. Darunter sind sogar zwei Schüler, Roidy und Petrus, die als erste Kinder im Eröffnungsjahr die Vorschule besuchten. Petrus' Sponsor, Jürgen N., begleitet ihn und die Vorschule bereits seit 8 Jahren. Vielen Dank für die großartige Hilfe.

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