In der n’Kwazi Vorschule sind wieder 34 kleine neugierige Kinder eingezogen. Die meisten Kinder sind 4 bis 6 Jahre alt. Zwei Kinder sind schon etwas älter, sie sind 2010 geboren und wurden von ihrer Familie aus Angola auf die andere Seite des Flusses nach Namibia zu deren Angehörigen gebracht, um den Vorteil einer besseren Schulbildung zu genießen. Während in Namibia Englisch die Amtssprache ist, hat sich in Angola seit der Kolonialzeit nach wie vor Portugiesisch als Amtssprache erhalten. 

Viele der neuen Kinder haben Wasserbäuche, wir hoffen, dass bei der guten Ernährung der Kinder in der Vorschule, die Wasserbäuche bis zur Einschulung verschwinden. 


Die privat geführte christliche n’Kwazi Vorschule wird einzig durch Spenden finanziert. Es wird bereits seit einiger Zeit angestrebt, dass der Lehrplan der Vorschule bestätigt wird, um eine finanzielle Unterstützung genehmigt zu bekommen. Aber die Mühlen mahlen sehr langsam, das Geld auf dem Bildungssektor ist knapp. Die Entscheidung im Jahr 2012 das Schulgeld für die erste bis siebte Klasse abzuschaffen und nun seit 2016 auch das Schulgeld bis zur 12. Klasse zu erlassen, hat zu vielen Schwierigkeiten an den einzelnen Schulen geführt. Einige Schulen versuchen deshalb bei gewissen Plänen, wie zum Beispiel einer Schulhalle oder der Finanzierung neuer Stühle die Familien finanziell einzubeziehen. Deshalb wird auch die staatliche Entscheidung, die Vorschule finanziell zu unterstützen, noch weiter auf sich warten lassen. 

Neben dem gesamten Betrieb der Vorschule werden die Lehrergehälter durch das Mayana Mpora Projekt bezahlt. Wir haben in diesem Jahr neben zwei geschulten Lehrern zwei neue Lehrkräfte, die wöchentlich entsprechende Weiterbildungen erhalten. Ich freue mich, dass wir eine Absolventin aus der 12. Klasse des letzten Jahres dabei haben. Sie wurde während ihrer Schulzeit sechs Jahre durch unser Projekt unterstützt. Nun hoffen wir, dass sie einiges an guten Werten weiter vermitteln kann und sie sich selbst gut weiterentwickelt. Die gute Chance dazu an der Vorschule ist für sie auf jeden Fall gegeben.

Über längere Zeit haben wir beraten, wie wir den langen Schulweg für die Kinder verbessern können. Zum Teil laufen die Kinder täglich eine Stunde zur Schule. Während der Flut müssen die Kleinen größere Umwege auf sich nehmen. Manches Mal berichten uns die Lehrerinnen, dass sie einige Kinder auf dem Nachhauseweg tragen. Deshalb wurde das Thema des Transportes der Kinder immer dringlicher. Die Überlegungen gingen von einem Kleinbus bis hin zu einem Eselskarren. Von letzterem war Marcus, Gemeindemitglied und Mitglied des Mayana Mpora Projektes total begeistert. Er wollte sich gleich um die Fahrten und die Sorge um die Tiere kümmern. Aber was, wenn er ausfällt?
Eine „Do-it-yourself“-Variante hat sich Andrew zusammen mit den Wirtsleuten der n’Kwazi Lodge überlegt. Noch im Januar bekam ich mehrere Zeichnungen über einen Trailer, einen Anhänger, der vom Toyota, Landrover oder Traktor der Lodge gezogen werden kann. Der Trailer ist inzwischen gebaut, es fehlen nur noch die Sitzflächen. Wir hoffen, dass im März das Gefährt mit fröhlichen Kindern beladen und sicher durch die Flutebene gezogen werden kann. Die ersten Teile des Trailers sind durch liebe Sponsoren finanziert, wofür wir sehr herzlich danken. Die Dieselkosten werden in den monatlichen Fixkosten abgerechnet werden.

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