Am Donnerstag gingen die Lehrer der staatlichen Schulen Namibias in ihren angekündigten unbefristeten Streik, da die Fronten zwischen der Lehrergewerkschaft NANTU und dem Bildungsministerium stark verhärtet waren.

Die angebotenen 6,5 Prozent Gehaltserhöhungen waren für die NANTU unakzeptabel. Den Zeitpunkt des Streiks hat die Gewerkschaft für sich clever gewählt. Für die etwa 116.000 Schüler der 10. und 12. Klassen ist dies jedoch ein Desaster, da sie in ihrer Prüfungsphase stecken. Das gesamte Land ist somit in Aufregung, es ist empfindlich getroffen. Dies spüre ich auch am Freitag am nationalen Flughafen EROS, als ich nach Rundu in die Kavangoregion weiterfliegen will. Überall wird diskutiert. Die Schüler sind am Donnerstag, dem 13. Oktober zu ihren landesweit einheitlichen Prüfungen angetreten und wurden mit dem Verweis "Auf unbestimmte Zeit verschoben" wieder nach Hause geschickt.

Auch Marcus, Gemeindemitglied vom Dorf Mayana und mein Begleiter seit Jahren, platzt bei unserer Begegnung sofort heraus, dass dem Ministerium bei den Verhandlungen ein Fehler unterlaufen sei und die Lehrer vor Gericht Recht bekommen werden. Die Verhandlungspartner sind verfeindet und kommen sich kein Stück entgegen.

Zum Glück hat sich der neue Staatspräsident Hage Geingob sofort eingeschaltet und die Verhandlungen wieder zum Laufen und am Samstag schlussendlich zum Ergebnis gebracht. Die ausgefallenen Prüfungstage sind fixiert, die Schüler können somit noch rechtzeitig ihre Abschlusszeugnisse erhalten, um gleiche Chancen bei der Bewerbung für ihren weiteren Bildungsweg zu haben.

Die SWAPO, seit der Unabhängigkeit führende Partei in Namibia, stellt seither den Staatspräsidenten, die ersten beiden San Nujoma und Pohamba gehören zum Stamm der Ovambos, Hage Geingob zum Stamm der Damaras und hat in den USA studiert. In ihn setzt sowohl die weiße als auch die schwarze Bevölkerung sehr viel Hoffnung, auch nach eineinhalb Jahren seiner Amtszeit.

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