Das Mädchen Naimi ist 6 Jahre alt und besuchte ein Jahr die n'Kwazi Vorschule. Ende des Jahres bekam sie zusammen mit 37 weiteren ABC-Schützen vom Mayana Mpora Projekt für ihren Schuleingang eine Schultasche mit der Schulkleidung und diversen anderen Dingen. Der Vater von Naimi ging in seine Heimat Angola zurück mit dem Versprechen, für seine Familie ein Haus zu bauen und dann seine Familie nach Angola zu holen. Dort nahm der Vater sich allerdings eine neue Frau, die bereits sieben Kinder haben soll, und sorgte nicht mehr für seine Tochter. Um für ihre insgesamt drei Kinder zu sorgen, arbeitet Naimi's Mutter nun 500 Kilometer entfernt auf einer Farm in Otjiwarongo und kommt nur einmal im Jahr nach Hause. Das Mädchen wohnt derweil mit ihren Geschwistern in der Großfamilie. Das ist durchaus üblich. Die arbeitsfähige Bevölkerung geht weit entfernt ihrer Arbeit nach, während die Kinder bei Großeltern oder Großtanten aufwachsen.
Naimi's Vater holte sie ab und versprach mit ihr in die Stadt einkaufen zu gehen. Er nahm seine Tochter mit Hab und Gut zu sich, jedoch nicht um sie dort zur Schule zu schicken, wo nur in portugiesisch gelehrt wird, sondern um für ihn zu arbeiten. So kann sie bereits in ihrem Alter das Haus sauber halten, Wasser vom Fluss holen, Kinder betreuen und Getreide zu Mehl stampfen.
Da Naimi als vermisst gemeldet war, nahm man dem Vater an der Grenze zu Angola glücklicher Weise das Kind weg und brachte es zurück zu seiner Sippe.
Naimi ist nach einer Woche Abwesenheit zurück in der Schule. Sie sitzt wieder unter ihren Freundinnen, sie fällt auf mit ihrer geborgten und viel zu großen Jogginghose. Das Mädchen besitzt nur noch, was es an dem Tag der Entführung auf dem Leib trug. Ich werde diese Woche für Naimi in Rundu einkaufen gehen, angefangen von der Unterwäsche bis hin zur Schultasche, auch ein kleines Spielzeug wird dabei sein.

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