Es ist mitten in der Nacht, ein paar wenige Lichtschimmer vom zunehmenden Mond dringen durch das Maschendrahtfenster in mein Zimmer. Ich warte auf die erlösenden Hahnenschreie aus Angola vom anderen Ufer des Okavangoflusses. Zum Glück sind die Nächte seit den ersten Gewittern letzte Woche etwas kühler geworden. Trotzdem bedecke ich nur meine Nieren leicht mit dem Betttuch. Ich soll genügend Wärme speichern rät mir meine Familie aus Chemnitz, wo für heute der erste Schnee gemeldet wird.
Hier in Namibia ist es wichtig für die Kleinbauern, dass endlich genügend Regen einsetzt nach über sechs Monaten Trockenheit. Der Fluss führt nur noch wenig Wasser. Piet, Bure in 4. Generation in Namibia lebend und Schwiegersohn der Wirtsleute in der n'Kwazi Lodge, steht in den Startlöchern. Er hat Marcus darum gebeten, ein paar willige Kleinbauern zusammenzutrommeln um mit ihnen organisiert den Feldanbau zu starten. Bisher marschiert zu Beginn der kleinen Regenzeit jede Familie, samstags und sonntags auch die Schulkinder, mit der Hacke aufs Feld um den Boden urbar zu machen. Piet schwebt vor zwei einfache Pflüge zu kaufen, die mit Ochsen bespannt werden. Des weiteren wollen wir durch das Mayana Mpora Projekt den Samen und Düngemittel kaufen. Den Kostenvoranschlag will Piet mir noch vor meiner Abreise bringen. Piet ist Farmer mit Leib und Seele, er will unbedingt die Armut der Menschen beseitigen und hofft auf gute Erträge für die Familien. Zwei Gemüsegärten für 10 bzw. 12 Familien, durch Piet anfangs initiiert, werden inzwischen gut bewirtschaftet. Kartoffeln, Tomaten, Kohl, Bohnen, Kürbisse werden unter anderem hier geerntet. Die Pflanzen müssen mehrfach täglich bewässert werden.
Aus Blechdosen haben sich die Frauen Gießkannen hergestellt.
Der Mond ist inzwischen verschwunden, die Hähne lassen noch immer auf sich warten, dafür kündigt sich ein Gewitter an. Vielleicht bringt mich dies wieder in den Schlaf.


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