Valerie schickt mir zusammen mit Grüßen aus dem "kalten Kavango" folgenden Monatsbericht:

Liebe Freunde,

Welch eine Freude, seit 27. Mai können wir endlich wieder mit dem Auto bis zu unserer Lodge fahren. Trockenen Fußes erreichen wir die Lodge und müssen nicht mehr mit dem Boot fahren. Wir hatten eine extrem lange Hochwasserzeit. Wir mußten alle und alles evakuieren. Der Garten, unser ganzer Stolz, ist wieder zerstört. Der Rasen und einige Blumen müssen erneuert werden. Wir hoffen, so bald wie möglich wieder ein schönes Umfeld für unsere Touristen schaffen zu können.

Ende Mai konnten wir auch endlich wieder den Unterricht in unserer Vorschule fortsetzen. Da die n?Kwazi Vorschule nach den Sturm- und Hochwasserschäden erneuert werden muß, lernen jetzt alle 42 Kinder zusammen in den zwei Unterrichtsräumen der Mayana Vorschule.

Viele Kinder wohnen weit entfernt von der Mayana Vorschule, sie haben einen Fußweg von etwa einer Stunde. Dies ist sehr schwierig, zumal nun der Winter beginnt. Morgens, wenn die Kinder zur Schule loslaufen, ist es noch sehr kalt. Die meisten Kinder besitzen keine Schuhe oder nicht das richtige Schuhwerk. In den Flipflop-Schuhen kann man bekanntlich keine Socken tragen.

Jedoch - die Kinder sind glücklich, daß sie wieder zur Schule gehen können. Sie sind sehr wißbegierig und sehr diszipliniert.
Alle Menschen der Gemeinde mussten aus den Flussauen in höher gelegene Bereiche umziehen. Einige Familien lebten in Zelten, die im Vorjahr gespendet wurden, andere erbauten sich einfachste Hütten aus Naturmaterial. Glücklicherweise wurden Menschen von der Regierung und dem Roten Kreuz mit etwas Nahrung versorgt. Wir hatten keinen Verlust an Menschen und Tieren. Aber das Getreide ist zum großen Teil verdorben. Eine problematische Zeit der Nahrungsbeschaffung für die Bewohner steht bevor. 

Warum errichten sich die Bewohner nicht ganzjährig in höher gelegenen Regionen ihre Unterkünfte? Sie brauchen Wasser. Die Regierung hat es bisher nicht geschafft, Wasser in die Dörfer zu bringen. Deshalb hegt Wynand seinen großen grünen Traum: Die Menschen sollen weiter weg vom Fluß wohnen. Wir müssen das Wasser zu ihnen bringen, sie können ihre Felder bewirtschaften und müssen nicht unter Hungersnot leiden.

Mit den besten Wünschen für den kommenden Monat von allen aus  der n'Kwazi Lodge
Valerie und Wynand Peypers und das n'Kwazi Team

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