Während wir in Deutschland den Sommer genießen, ist in Namibia der Winter eingezogen. Tagsüber klettern im Kavango-Gebiet, im äußersten Nordosten von Namibia, nach Sonnenaufgang die Temperaturen auf angenehme 25°C bis 30°C. In der Nacht liegen die Temperaturen unter 10°C, es kann auch Nachtfröste geben. Letztes Jahr erreichten die Tiefsttemperaturen mehrfach -5 °C. Das gesamte Kavango-Gebiet mit seiner Hauptstadt Rundu erstreckt sich auf dem Hochplateau von über 1000 Meter üNN.

 

Die Menschen in ihren Lehmhütten sind nachts nicht vor Kälte geschützt. Die wenigsten besitzen ein "Bett", sie schlafen in der Regel auf Bastmatten oder Altkleidern. Vor Sonnenaufgang laufen die Kinder zur Schule, da die meisten Schüler einen langen Schulweg von einer Stunde und mehr haben. Die Kinder besitzen keine wärmende Kleidung. Schuhe, Strümpfe, Mützen, Pullover sind Luxusartikel. Die Schulräume kühlen nachts aus, die Fenster sind vergittert und haben keine Glasscheiben. Zur vorgeschriebenen Schuluniform gehört eine Strickjacke. Doch die wenigsten Kinder besitzen diese Jacken. Für etwa 50 Schüler haben wir Anfang April Jacken bestellt. "Bis heute noch nicht lieferbar", schreibt mir in ihrer SMS am Wochenende die Wirtin der n'Kwazi-Lodge aus Mayana.


Frauen der Begegnungsstätte EVA in Chemnitz, wo ich bereits vier Vorträge über meine Tätigkeit im Mayana-Mpora-Projekt in Namibia hielt, hatten sich zum Ziel gesetzt, für alle Vorschulkinder der Mayana-Vorschule Mützen zu stricken. 44 Mützen (knapp 2 kg) wird Marion zu ihrem freiwilligen Einsatz am 20. Juli mit nach Namibia nehmen. Ebenso haben die o.g. Frauen 22 Paar Strümpfe für die kleinen Kinder gestrickt. Bis Ende September diesen Jahres möchte die Gruppe der Begegnungsstätte gehäkelte bzw. gestrickte Quadrate für Patchwork-Decken an mich übergeben, die ich dann am 2.10.2012 mit nach Namibia nehmen werde. Eine Frauengruppe in Mayana häkelt die Teile zu Decken zusammen, die wir dann den bedürftigen Familien übergeben.


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