Junge Eltern hoffen auf Platz in neuer Campus-Kita

Auf dem Gelände der TU Chemnitz in Bernsdorf entsteht eine neue Einrichtung für 100 Kinder. Die ist aus mehreren Gründen eine Besonderheit.

Bernsdorf.

Vor zwölf Wochen sind Franziska Schroll und Eric Legler Eltern geworden. Die Tochter der beiden soll ab August nächsten Jahres in die Kita gehen. Schroll und Legler wohnen in Bernsdorf. Die 25-Jährige studiert an der TU Chemnitz Psychologie, der 26-Jährige ist Mitarbeiter der Universität. Für ihr Kind suchen sie deswegen eine Kita im Umfeld der TU. Fündig werden könnten sie hinter den Studentenwohnheimen an der Reichenhainer Straße. Dort wurde gestern mit dem Bau einer neuen Kita begonnen, die im Frühjahr 2018 öffnen soll. "Es wäre super, wenn wir dort einen Platz bekämen", sagt Schroll.

Die Einrichtung wird vom Studentenwerk (Stuwe) Chemnitz-Zwickau gebaut und betrieben. Für das Stuwe sei es nicht nur der erste Kita-Bau, sondern das erste Neubau-Projekt überhaupt, sagt Geschäftsführerin Anja Schönherr. Das Studentenwerk betreibt unter anderem die Mensa und die Wohnheime, berät die Studierenden aber auch in sozialen Fragen - beispielsweise der Kinderbetreuung. "Das ist für uns also kein neues Thema", sagt Schönherr.

TU-Studenten und -Mitarbeiter, die einen Kita-Platz für ihr Kind suchen, hätten sich bisher vor allem an drei Einrichtungen gewandt, mit denen die Hochschule kooperiert, erklärt die Geschäftsführerin. Eine eigene Kindertagesstätte betreiben bislang weder TU noch Studentenwerk. Bis vor drei Jahren sei das auch noch ausreichend gewesen, meint Schönherr. Mittlerweile würden Angehörige der TU aber von langen Wartezeiten berichten. "Außerdem wollen sie gerne einen Kita-Platz in Campus-Nähe." Deswegen habe sich das Studentenwerk dem Neubau-Vorhaben angenommen, erklärt die Geschäftsführerin.

Der eingeschossige Bau mit einer Grundfläche von 1000 Quadratmetern soll je 50 Krippen- und Kita-Kindern Platz bieten - vorrangig Jungen und Mädchen, deren Eltern an der TU arbeiten oder lernen. Wenn noch Plätze frei sind, kämen auch Eltern zum Zug, die nichts mit der Hochschule zu tun haben, so Schönherr. Den Plänen zufolge gliedert sich das Gebäude in sechs Gruppenräume, eine Küche, ein Foyer und ein Gemeinschaftszimmer. Im Außenbereich werden demnach eine Terrasse und ein Spielbereich angelegt. Die Kosten in Höhe von 2,7Millionen Euro trägt das Studentenwerk. Es erhält Fördermittel in Höhe von 700.000 Euro.

In den kommenden Wochen werde mit dem Fällen von Bäumen begonnen, informiert die mit dem Bau beauftragte Firma. Bis zum Winter soll der Rohbau stehen, in der kalten Jahreszeit der Innenausbau erfolgen. Eröffnen soll die Kita im Frühjahr kommenden Jahres.

Die Erzieher würden bei ihrer Arbeit die Grundsätze des offenen Konzeptes der Reggio-Pädagogik anwenden, sagt Schönherr. Geöffnet habe die Einrichtung voraussichtlich zwischen 7 und 18 Uhr, sagt sie. Nicht ganz alltäglich: Schon Kinder ab dem Alter von neun Wochen würden betreut. "Einige Eltern wollen nach dem Mutterschutz ihr Studium fortsetzen", so die Stuwe-Geschäftsführerin.

Ist die Kita fertig, stehen direkt hinter den Wohnheimen 300 Kita-Plätze zur Verfügung. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft des Neubaus befinden sich bereits zwei Einrichtungen. Kerstin Tittmann leitet eine davon, die Kita Krabbelkäfer. Die sei bei Studierenden und TU-Mitarbeitern sehr beliebt. "Wir müssen viele Eltern abweisen", sagt Tittmann. Auf der Warteliste für kommendes Jahr stünden bereits 73 Kinder, berichtet sie. Die neue Kita könne deswegen für Entlastung sorgen, meint Tittmann.


Kita-Neubauten anderer freier Träger verzögern sich

Schlechte Nachrichten für Eltern: Zwei neue Kitas freier Träger werden später fertig. Weil Altlasten im Boden gefunden worden, verzögert sich der Neubau einer Kita der Heimgesellschaft in Altendorf. Eine Bodenanalyse soll nun Aufschluss geben. "Wir erwarten kommende Woche Ergebnisse", sagt Geschäftsführer Karl Friedrich Schmerer.

Später wird auch eine neue Kita mit 128 Plätzen in Reichenbrand fertig, die Stadtmission und Kirchgemeinde gemeinsam errichten wollen. Geplant war die Eröffnung für Januar 2018. Der Bau beginnt nun wohl erst im zweiten Quartal 2018.

Um den steigenden Bedarf - bis Ende 2018 werden 1500 zusätzliche Kita-Plätze in der Stadt benötigt - zu decken, will auch die Stadt zwei Kitas mit je rund 100 Plätzen bauen: eine in der Innenstadt und eine in Glösa-Draisdorf oder Furth. (lumm)

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