Umbau beginnt - Pläne für Kneipenmeile werden konkreter

Die ersten Läden in der Inneren Klosterstraße machen Platz für die Restaurants, die dort einziehen sollen. Auch bei den möglichen Betreibern gibt es Neuigkeiten.

Das kommende Wochenende wird anstrengend für Diana Winkler. Binnen zwei Tagen zieht sie mit ihrem Buchladen Monokel von der Inneren Klosterstraße in die Webergasse. Schräg gegenüber vom Kaffeehaus Michaelis öffnet nächste Woche ihr neues Geschäft. Dass sie nach sechs Jahren am bisherigen Standort diesen Weg geht, hat einen Grund: Winkler macht Platz für die geplante Kneipenmeile.

Die soll nach Plänen der Stadtverwaltung und des städtischen Vermieters GGG in der Inneren Klosterstraße entstehen. Deutlich mehr gastronomische Einrichtungen als bislang sollen Kunden anlocken. Um das Konzept umzusetzen, müssten Einzelhändler auf der Strecke zwischen Börnichsgasse und dem Restaurant Brazil ihre Läden an dieser Stelle räumen; sie bekommen Ausweichstandorte angeboten. Neben dem Monokel wird auch der benachbarte Spielwarenhändler Steko diesen Schritt gehen. Am 4. November öffne das Geschäft am neuen Standort in der Webergasse, sagt Inhaber Thomas Seidel. Die Idee einer Kneipenmeile findet er gut. "Ich weiß nur nicht, ob es genügend Potenzial dafür gibt", so Seidel.

Aufseiten der Gastronomen gibt es das, teilt die GGG auf Anfrage mit. "Wir haben mehr Interessenten als Flächen geplant sind", sagt Sprecher Erik Escher. Fünf Läden mit Größen zwischen 65 und 300 Quadratmetern stünden für die Kneipen zur Verfügung; alle würden mit Toiletten ausgestattet. Sind sie bezogen, erreiche man das Ziel von zwölf gastronomischen Einrichtungen auf der gesamten Inneren Klosterstraße.

Unter den Interessenten seien "Fingerfood-Anbieter und Restaurants", berichtet Escher. Mit ihnen liefen Gespräche, Mietverträge seien bislang aber noch nicht unterzeichnet worden, ergänzt der Sprecher. Nach "Freie Presse"-Informationen gehört der Betreiber eines griechischen Restaurants zu den Bewerbern. Er will demnach ein Bistro eröffnen. Die GGG bestätigt das auf Nachfrage nicht. Man lege jedoch bei der Auswahl der Betreiber Wert auf kulinarische Vielfalt. Wünschenswert sei internationale Küche "wie etwa ein Grieche, ein Italiener oder ein Pub", so Escher.

In den kommenden Wochen werde mit den Vorbereitungen für den Einzug der Kneipen begonnen, kündigt er an. Unter anderem müssen dafür Grundrisse geändert sowie Abluftanlagen und Fettabscheider installiert werden. Im Außenbereich seien zudem Markisen vorgesehen. Erneuert werden sollen überdies die Podeste vor den Restaurants Brazil, Henrics und Michaelis, so Escher. Vier neue Kneipen würden definitiv im ersten Halbjahr 2018 - angepeilt ist der Mai - öffnen, eine weitere wohl später, heißt es von der GGG.

Die Kneipenmeile sei eine gute Idee, findet Luciano Ferazzoli, der in seinem Laden IT26 in der Inneren Klosterstraße italienische Mode verkauft. "Bis dahin, also auch in der gesamten Weihnachtszeit, stehen aber wahrscheinlich viele Geschäfte leer. Das ist ein Problem." Er würde mit seinem Geschäft auch in den vorgesehenen Multilabel-Store ziehen. Die GGG plant in der Webergasse ein neues Geschäftsmodell, bei dem sich mehrere Händler auf einer großen Fläche präsentieren. Bislang kenne er aber noch keine Details dieses Vorhabens, sagt Ferazzoli. "Wenn die Mischung stimmt, dann kann es aber klappen."


Wasserspiel am Jakobikirchplatz vorgesehen

Zum Konzept für die Kneipenmeile gehört auch eine Aufwertung der Inneren Klosterstraße. Ein erster Schritt ist mit dem Aufbau der roten Bänke erfolgt, die Passanten zum Verweilen einladen sollen. Auflockern soll das Straßenbild zudem ein Wasserspiel am Jakobikirchplatz (Foto). Das Becken mit einer Größe von etwa 60 Quadratmetern soll im kommenden Frühjahr gebaut werden und mit Eröffnung der Kneipenmeile fertig sein. Die Kosten werden auf etwa 190.000 Euro veranschlagt. (lumm)

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8Kommentare
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    BlackSheep
    14.10.2017

    https://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Dauerbaustelle-Reitbahnviertel-Haendler-entlassen-Mitarbeiter-artikel10026140.php# Zur Ergänzung über die Denkweisen der Verantwortlichen.

  • 1
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    Interessierte
    12.10.2017

    Vier neue Kneipen würden definitiv im ersten Halbjahr 2018 - angepeilt ist der Mai ? öffnen ? Eine weitere wohl später .....: heißt es von der GGG. > Hier ist es wieder so , dass man das , was man mit den Händen aufbaut , mit dem Arsch einreißt ... Das LaBouchè und WenzelsPrager werden sich freuen , wenn die eine 100 m² Baustelle vor der Türe haben und die Gäste weg bleiben ? Und was wird denn mit den zwei Baumreihen , diese kleine gemütliche Allee , die wird damit wohl vernichtet ... Und wollte man nicht die ´Innenstadt` hin zum Brühl beleben und dafür extra grüne Wiesen be-bauen und Blümchen vernichten und viele Büros und Geschäfte und Restaurants und sogar ein Theater bauen ... Und wo verdient man denn in der ´Stadt ohne Industrie` und mit den Köpfen mit den vielen grauen Haaren und den kleinen Renten das nötige KleinGeld für dieser `Kneipenmeile ` ???? So viele reiche Gäste haben wir doch gar nicht in der Stadt Da gab es mal einen Film : ^Denn sie wissen nicht , was sie tun !^ Sollte da vielleicht mal ein Kopf gehen , also der , der sich so etwas einfallen läßt , also ich meine diesen hanebüchenen Schildbürgerstreich , ehe unsere Stadt noch mehr verunstaltet wird ?

  • 0
    0
    Interessierte
    12.10.2017

    Wasserspiel am Jakobikirchplatz vorgesehen ... Die Kosten werden auf etwa 190.000 Euro veranschlagt. ( was sollte denn die Bühne auf der Schloßteichinsel kosten ?

  • 2
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    Interessierte
    11.10.2017

    Auflockern soll das Straßenbild zudem ein Wasserspiel am Jakobikirchplatz Das Becken mit einer Größe von etwa 60 m² > Das wäre dann so groß wie eine Wohnung ... Damit würden dann wohl diese Sitzplätze vom WenzelPrager wegfallen ... Der wäre dann fast , halb so groß wie der Stadthallenbrunnen , wie groß ist denn der ? Hier ist auch ein Stadthallenbrunnen : https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:MK15096_Stadthallenbrunnen_Limburg.jpg Wieso beabsichtigt man denn überall neue Brunnen zu bauen , wenn andere verfallen wie die zwei Brunnen an der Ecke und der am Busbahnhof und der an der Waisenstraße , weil man kein Geld hat - und auch für keine Blumen rund um den Springbrunnen am Schloßteich , wie einst gedacht ?

  • 2
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    Interessierte
    11.10.2017

    Winkler macht Platz für die geplante Kneipenmeile.... Die soll nach Plänen der Stadtverwaltung - und des städtischen Vermieters GGG in der Inneren Klosterstraße entstehen Also wie ich das in Erinnerung habe , haben die GGG ( und auch die Stadtverwaltung ) schon viel Mist verzapft , wahrscheinlich fehlen dort die fachlich kompetenten Leute bzw. sitzen dort Leute , die zwar hier in der Stadt arbeiten , aber keine Ahnung von der Stadt und von dem Leben in der Stadt haben ... Aufseiten der Gastronomen gibt es das Potenzial , teilt die GGG auf Anfrage mit. "Wir haben mehr Interessenten als Flächen geplant sind" ( wissen denn diese Interessenten auch , dass viele Kneipen nicht gehen in dieser Stadt , da war doch auch mal das Schnitzelparadies , und auch ein irisches Restaurant gab es mal im Rosenhof und Marktstuben auf der Bretgasse gab es auch einmal mit einem wunderbaren Wintergarten , wo jetzt Kinderkleidung verkauft wird und an der dortigen Ecke war mal neben der Bank ein Café , wo nun Klamotten verkauft werden ... usw., usf.... Im Außenbereich seien zudem Markisen vorgesehen ..... ( wozu braucht man denn Markisen , wenn auf dieser Gasse keine Sonne scheint, bis auf eine Mittagsstunde oder wenn die Sonne im Juni/Juli besonders hoch steht oder bis früh um 10 Uhr die Sonne dahin scheint ... Die GGG plant in der Webergasse ein neues Geschäftsmodell .... Bislang kenne er aber noch keine Details dieses Vorhabens ... ( das sollte man vielleicht erst einmal besprechen , bevor man etwas tut , was nicht geht ... "Wenn die Mischung stimmt, dann kann es aber klappen." ( wenn die Mischung stimmt und die Gäste kommen , dann ´könnte` es evtl. klappen ... Unter den Interessenten seien "Fingerfood-Anbieter ... ( welches Klientel will man denn damit ansprechen ?

  • 2
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    Interessierte
    11.10.2017

    Die Idee einer Kneipenmeile findet er gut....... "Ich weiß nur nicht, ob es genügend Potenzial dafür gibt", so Seidel Da kann ich dem Mann nur Recht geben ...... Wenn die derzeitigen Kneipen ständig überfüllt wären , dann sollte man mal darüber nachdenken , noch 1-2 weitere Kneipen zu eröffnen , das ist aber hier nicht der Fall ? Wenn man dort vorbei läuft , egal zu welcher Tageszeit , dann sind dort in jedem ´derzeitigen´ Restaurant 2-3-4 Tische belegt - außer an ganz heißten Sommertagen Was sagen denn die dort ansässigen Gastwirte dazu , davon steht hier nichts , die wurden wohl nicht gefragt oder ist deren Meinung nicht gefragt ?

  • 4
    4
    Blackadder
    11.10.2017

    Wenn so etwas von oben verordnet wird, wird es selten was. Eigentlich muss das von unten wachsen, wie auf dem Sonnenberg. Hat man aus dem Brühl nichts gelernt?

  • 2
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    ArndtBremen
    11.10.2017

    Ich finde die Idee super. Die Innenstadt hat Belebung bitter nötig. Ob aber staatlich angeordnete Lustigkeit funktioniert?



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