Anwohner fordern Tempo 50 auf Autobahnzubringer

Verkehrslärm nervt viele Hausbesitzer an der Frankenberger und Mittweidaer Straße. Jetzt sollen sie Unterstützung erhalten.

Ebersdorf.

Vor dem Gasthof "Brettmühle" fallen Unterhaltungen schwer. "Die Lärmbelastung ist unstrittig und hörbar", stellte Gunter Reichenbach, im städtischen Umweltamt zuständig für Lärmkartierung und Lärmminderungsplanung, bei einem Ortstermin mit Anwohnern am gestrigen Donnerstagnachmittag fest. Denn während der Versammlung, zu der die im März dieses Jahres gegründete Bürgerplattform Chemnitz Nord-Ost eingeladen hatte, donnerten nahezu pausenlos Pkw und Lastwagen in und aus den Richtungen Autobahnanschlussstelle Chemnitz-Ost in Oberlichtenau sowie Frankenberg in nur wenigen Metern Entfernung auf der Bundesstraße 169 vorbei.

Die knapp 30 Anwohner der Frankenberger, Mittweidaer und Harrasstraße, die zu dem Ortstermin gekommen waren, leiden seit Jahren zunehmend unter diesem Verkehrslärm. Sie beschäftigte daher vor allem die Frage, was die Stadtverwaltung vorhat, um ihnen zu helfen. Denn sie fürchten, dass der Verkehr vor ihren Häusern noch zunehmen wird, wenn in einigen Jahren der Südring zwar von der Augustusburger bis zur Frankenberger Straße, aber noch nicht bis zur Autobahnanschlussstelle verlängert ist.

Reichenbach verwies auf mitgebrachte Lärmkarten, laut denen die mittlere Lärmbelastung entlang der Frankenberger und Mittweidaer Straße knapp unter den Grenzwerten liege, ab denen vor einer erhöhten Gesundheitsgefährdung gewarnt wird. "Wurde der Lärm gemessen oder berechnet?", wollten die Anwohner wissen und zweifelten die Daten an. Denn sie litten besonders unter den Lärmspitzen und nicht unter den Durchschnittswerten. Der Mitarbeiter des Umweltamtes räumte ein, dass die Lärmpegel mithilfe von Softwaremodellen berechnet wurden, die sich bundesweit bewährt hätten und zu "sehr realitätsnahen" Ergebnissen führten.

Doch damit wollten sich die Anwohner nicht zufriedengeben und forderten eine Überprüfung der Rechenergebnisse und konkrete Maßnahmen für eine Lärmreduzierung. Reichenbachs Hinweise, dass für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf diesem Abschnitt der Bundesstraße das Landesamt für Straßenbau und Verkehr und für Verkehrszählungen und lärmmindernden Fahrbahnbelag das Tiefbauamt zuständig seien, nützten ihm wenig. Der Mann vom Umweltamt musste den Bürgern zusichern, dass er sich beim Tiefbauamt für eine Verkehrszählung einsetzen und nachfragen werde, wann die nächste Erneuerung des Fahrbahnbelags auf der Strecke ansteht.

Franziska Degen, die Koordinatorin der Bürgerplattform Nord-Ost, will außerdem beantragen, dass die Reduzierung des zulässigen Tempos von 70 auf 50, wie sie stadtwärts schon besteht, auch landwärts geprüft wird. Sie kündigte an, den Antrag zu ihrer Bürgersprechstunde am 5. Dezember von 16 bis 18 Uhr im Vereinsheim des Kleingartenvereins "Höhensonne" an der Max-Saupe-Straße 78 mitzubringen, damit ihn möglichst viele Befürworter unterschreiben können. Die Stadträte Michael Specht (CDU) und Jürgen Renz (SPD) sagten den Anwohnern der "Brettmühle" Unterstützung beim Ringen um mehr Lärmschutz und einen zweiten sicheren Fußgängerübergang über die B 169 zu.

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