Damit die Kirche im Dorf bleibt: Verein sammelt Geld für Glocken

Die Klaffenbacher Kirche benötigt ein neues Geläut. Das kostet viel Geld. Doch im Ort ist die Unterstützung angelaufen.

Klaffenbach.

Zwar hat die letzte Stunde für das Geläut der Klaffenbacher Kreuzkirche noch nicht geschlagen, aber sie ist absehbar. Voraussichtlich im Juni nächsten Jahres sollen die Stahlglocken zum letzten Mal erklingen, sagt Wolfgang Lesch, Mitglied des Kirchenvorstands. Weil im Juni eine Hochzeit im Gotteshaus stattfindet, habe man sich entschieden, das Geläut erst danach abzunehmen. Dann soll es ziemlich schnell gehen. Zum Kirchweihfest am zweiten Septemberwochenende 2020 sollen schon die drei neuen Glocken aus Bronze geweiht und zum Erntedankfest im Oktober zum ersten Mal geläutet werden, kündigt Lesch, zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Kreuzkirche, an.

Das 1920 eingesetzte Geläut muss dringend erneuert werden. Nur noch zwei Glocken des Trios ertönen, die mittlere ist bereits verstummt. Im Laufe der Jahre sind die Anschlaglöcher der Klöppel im Geläut so groß geworden, dass die Glocken zu zerspringen drohen. Im Zuge ihrer Erneuerung soll der stählerne Glockenstuhl durch einen Neubau aus Holz ersetzt werden. Der jetzige federt die Schwingungen der Glocken zu wenig ab, so dass die Bausubstanz des Kirchenturms gefährdet ist. "Holz nimmt die Schwingungen besser auf", sagt Lesch.


Doch das Vorhaben kostet viel Geld. Laut Kostenvoranschlag werden mindestens rund 185.000 Euro fällig, sagt Wolfgang Lesch. Eine Summe, die die Kirchgemeinde allein nicht stemmen kann. "Wir setzen auf Unterstützung durch die Landeskirche", sagt er. Und man hoffe, dass auch die Stadt hilft.

Darauf wolle man sich aber nicht nur verlassen und sei stattdessen selbst aktiv geworden, berichtet der Rentner. Um Geld sammeln zu können, haben er und andere Mitstreiter im Mai 2018 einen Förderverein gegründet. Seitdem sei schon einiges passiert, sagt Lesch. Der Verein zähle mittlerweile 40 Mitglieder und habe bereits rund 14.000 Euro für die neuen Glocken gesammelt. Sechs Benefiz-Veranstaltungen habe man organisiert, weitere folgen. So findet am Freitag kommender Woche ein Konzert in der Kirche statt, sagt Wolfgang Lesch. Der Verein soll auf lange Sicht der Klaffenbacher Kirche helfen. "Uns geht es nicht nur um die neuen Glocken", sagt der Vorsitzende. Die seien das erste Projekt, um das man sich kümmere. Der Verein will der Kirchgemeinde unter die Arme greifen. Es gehe grundsätzlich um den Erhalt der Kirche, betont Lesch. Deshalb stehe das Wirken des Vereins auch unter dem Motto "Damit die Kirche im Dorf bleibt". Lesch sorgt sich um den Erhalt der dörflichen Infrastruktur. Schule und Kirche gebe es noch in Klaffenbach, sagt er. "Aber viele Läden sind schon weg."

Weitere Aufgaben hat der Verein bereits im Blick. "Als nächstes ist die Orgel dran", so Lesch. Die Königin der Instrumente bedürfe dringend einer Instandsetzung. Auch der Taufstein müsse repariert werden. Derzeit plant der Klaffenbacher ein weiteres Benefiz-Konzert. Zwischen Weihnachten und Silvester soll ein Weihnachtslieder-Konzert mit Lichtshow im Gotteshaus stattfinden, sagt er. Denn der Verein hat ein großes Ziel: "Wir wollen 25.000 Euro für die Glocken sammeln und hoffen, dass uns das gelingt."


Chormusik und Gospelkonzert

Im August und im September lädt der Förderverein der Kreuzkirche Klaffenbach zu zwei Benefiz-Konzerten, um Geld für die Erneuerung der Glocken zu sammeln. Am Freitag, 23. August um 18.30 Uhr gestaltet die Chorgemeinschaft Cantico Chemnitz ein Sommerkonzert mit geistlicher und weltlicher Chormusik in der Kreuzkirche Klaffenbach.

Der Gospelchor aus Bad Elster gastiert am 28. September, um 19 Uhr in der Kirche. Informationen über den Förderverein gibt es im Internet unter www.fv-kirche-klaffenbach.de (hfn)

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