Falsche Bautafel irritiert Nachbarn und Passanten

Ein Grundstücksbesitzer in Rußdorf wollte offenbar einen Scherz machen. Die Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus.

Rußdorf.

Eine offensichtlich falsche Bautafel hat am Wochenende in Rußdorf und darüber hinaus für Gesprächsstoff gesorgt. "Hier wird gebaut", stand in Großbuchstaben über den Umrissen eines Gebäudes, das durch die typische Form seiner Kuppel mit einem roten Halbmond auf der Spitze und vier daneben stehende Minarette unzweideutig als Moschee zu erkennen war. "Baugrundstück 748 mµ/voll erschlossen" lautete es in roter Schrift darunter auf dem anscheinend professionell bedruckten Schild mit weißem Untergrund und rotem Rand, das auf einem Grundstück an der Waldenburger Straße in der Nähe der Einmündung des Kirchweges am Rande eines kleinen Wohngebietes aufgestellt war. Außerdem war noch der Name einer vermeintlichen Baufirma angegeben.

"Ich war am Samstagmorgen von einem Rußdorfer angerufen worden, der wissen wollte, ob dort wirklich eine Moschee gebaut wird", erzählt Stadtrat Hilmar Steinert (Freie Wähler). Er habe dann seinerseits Oberbürgermeister Jesko Vogel angerufen und sei am frühen Nachmittag selbst nach Rußdorf gefahren, um sich mit eigenen Augen ein Bild zu machen und die Tafel zu fotografieren, sagt Steinert. Dass der Oberbürgermeister nichts von einem geplanten Moschee-Bau wusste, habe ihn erst einmal beruhigt, so der Geschäftsführer einer Malerfirma und Stadtrat.

Laut einer Sprecherin der Stadtverwaltung Limbach-Oberfrohna war das Schild schon am Freitagabend in Rußdorf Gesprächsthema auf einer Feier. Die meisten Anwesenden hätten es aber als Spaß verstanden und sich darüber lustig gemacht, schildert sie. Aus ihrer Sicht habe die Stadtverwaltung daher auch keine Veranlassung, der Angelegenheit weiter nachzugehen. "Es ist doch ein privates Grundstück und niemandem Schaden entstanden", so die Sprecherin. Es sei auch keine verbotene Äußerung zu lesen gewesen.

Am Montagmorgen waren die Tafel und das Gestell, an dem sie befestigt war, wieder verschwunden gewesen, berichteten Hilmar Steinert und die Stadt-Sprecherin übereinstimmend. Ein Anruf der "Freien Presse" bei der Firma, deren Name auf dem Schild angegeben war, ergab ebenfalls, dass die Bautafel als Scherz gemeint gewesen sei. Der Firmenchef selbst sei aber nicht zu erreichen, hieß es.

Dem Polizeirevier Glauchau und der Polizeidirektion Zwickau lägen weder Anfragen zu der falschen Bautafel noch Anzeigen deswegen vor, sagte ein Sprecher der Zwickauer Behörde auf Anfrage. Er bestätigte die Ansicht der Sprecherin der Stadtverwaltung, wonach das Aufstellen eines solchen Scherz-Schildes auf einem Privatgrundstück nicht zu beanstanden sei. "Das hat keine strafrechtliche Relevanz", so der Polizeisprecher.

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