Gemeinde vergibt Auftrag für Straßenbau

Zweitplatzierter erhält nach Ausschreibung von Gemeinderat den Vorzug

Neukirchen.

Der Auftrag für den Bau von Straße und Entwässerungskanal an der Oberen Hauptstraße bis zur Autobahn soll für etwas mehr als rund 2,3 Millionen Euro an die WTK-Tief- und Kanalbau Gesellschaft Schwarzenberg vergeben werden. Trotz eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses ist das in diesem Fall ungewöhnlich, denn das günstigere Gebot der insgesamt zwei Bieter hatte die Strabag Großprojekte Glauchau abgegeben. "Wir hätten gern mit der Strabag zusammengearbeitet", betont Ralf Bauer, der Geschäftsführer der Bauer Tiefbauplanung Gesellschaft. Allerdings habe es in dem Angebot Auffälligkeiten gegeben. So seien einerseits Positionen mit unerwartet tiefen Einheitspreisen und konzerninternen Nachlässen aufgeführt, an anderer Stelle gäbe es ungewöhnlich hohe Pauschalsätze. "Die Kalkulation ist für uns nicht nachvollziehbar und intransparent. Aufgrund des Paragrafen 16 der Vergabe- und Vertragsordnung dürfen wir so einem Angebot nicht den Zuschlag erteilen, weil es nicht als wirtschaftlichstes Angebot gilt", so Bauer.

Die Gemeinde hat zur rechtlichen Bewertung der Situation Anwälte hinzugezogen, nach deren Beurteilung sich Bürgermeister Sascha Thamm auf der sicheren Seite wähnt: "Wir haben die Befürchtung, dass diese Preise stückweise über Nachträge reingeholt werden." Der jetzige Beschluss erfolgte allerdings vorbehaltlich, denn die Strabag kann Einspruch erheben. Auch wenn sie das tut, ist laut Thamm nicht zwingend ein Rechtsstreit zu befürchten. In diesem Fall will die Gemeinde den Einspruch von der Vergabestelle der Landesdirektion prüfen lassen.

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