Genervte Anlieger machen ihrem Frust über Sperrung Luft

In Altendorf dauert der Bau eines Regenüberlaufs deutlich länger als geplant. Weite Umwege sind die Folge. Der Baubetrieb ist auch andernorts in Verzug.

Altendorf/Sonnenberg.

Den Frust von Anliegern über Verkehrsbehinderungen durch Baustellen, die immer wieder um Wochen verlängert werden, hat ein Bauunternehmen in Altendorf jetzt ganz unmittelbar zu spüren bekommen. Als die Bauleute kürzlich wie jeden Morgen zur Arbeit erschienen, fanden sie an ihrer Baustelle im Bereich Limbacher/ Rudolf-Krahl-Straße wütende Graffiti-Botschaften. "Wie lange nun noch?", hieß es in orangefarbenen Lettern an einer Verschalungswand, "Termin 18. 11." in Schwarz auf der großen Bautafel. Der Grund: Seit Mitte September wird dort ein Regenüberlauf erneuert. Er soll bei heftigen Niederschlägen Regenwasser in Gewässer ableiten und so das Kanalsystem vor Überlastung schützen. Außerdem wird laut dem dafür zuständigen Entsorgungsbetrieb ESC eine neue Unterquerung des Pleißenbachs und ein etwa 80Meter langer Kanal errichtet.

Vor allem für die Bewohner des Flemminggebietes führt die Sperrung im Bereich Rudolf-Krahl-/Limbacher Straße zu beträchtlichen, bisweilen mehrere Kilometer langen Umwegen. Weil seit dem Abriss der Brücke Erzbergerstraße vor Jahren schon eine weitere Verbindung zur Limbacher Straße gekappt wurde, müssen sie auf dem Weg etwa in Richtung Rottluff oder Autobahn zunächst bis zur Beyerstraße fahren.

Betroffen von der Sperrung ist auch die Buslinie 62: Statt über die Rudolf-Krahl-Straße zur Endstelle Flemmingstraße fährt sie derzeit weiter geradeaus bis zur Endstelle Rottluff. Das Wohngebiet an der Rudolf-Krahl-Straße bleibt auf der Tour notgedrungen außen vor. Ein eigens eingesetzter Schulbus, der derzeit täglich Schüler der in Sanierung befindlichen Schule im Flemminggebiet zum Unterricht nach Rottluff bringt, ist wegen des Umwegs deutlich länger unterwegs als er sein müsste. Und das nach neuester Prognose voraussichtlich noch bis zu Beginn der Weihnachtsferien.

Dass der zunächst angestrebte Fertigstellungstermin Mitte November nicht eingehalten werden konnte, begründet der ESC mit unvorhergesehenen Schwierigkeiten. Verschiedene Versorgungsleitungen im Untergrund seien an anderer Stelle und in größerem Ausmaß aufgefunden worden als von den jeweiligen Netzbetreibern vorab mitgeteilt, erläutert eine Sprecherin. Wegen der Enge im Baufeld zwischen Straße, Gehweg, Brücke, Gewässer und bestehenden Kabeln gebe es zudem kaum Möglichkeiten, diesen Leitungen auszuweichen. "Daher sprechen wir mit den Eigentümern der Leitungen über eine schnelle Lösung", sagte sie. Die mit den Arbeiten beauftragte Baufirma aus dem Erzgebirge sei wie alle anderen Auftragnehmer des Unternehmens dazu angehalten, die Baumaßnahmen so schnell wie möglich abzuschließen.

Das Unternehmen allerdings hängt noch an mindestens einer weiteren Baustelle hinterher. Entlang der Hofer Straße auf dem Sonnenberg errichtet es seit August einen neuen Kanal. Auftraggeber dort ist ebenfalls der ESC. Ende dieser Woche sollte der erste Bauabschnitt beendet und die seit Monaten voll gesperrte Straße, eine wichtige Querverbindung im Stadtteil, wieder freigegeben werden. Nach neuester Information des ESC aber wird nunmehr "in Abhängigkeit der Witterung" bis 16. Dezember weitergebaut. In der aktuellen Baustelleninformation des Tiefbauamtes ist gar vom 21. Dezember die Rede.

Wegen der Graffiti an der Baustelle in Altendorf ermittelt unterdessen die Polizei - wegen Sachbeschädigung.

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