"Ich will als Stadträtin Sprachrohr für die Frauen sein"

Mehr als die Hälfte der gewählten Stadträte ist neu im Gremium. "Freie Presse" stellt sie vor. Heute: Julia Bombien, SPD.

Julia Bombien ist als Politikwissenschaftlerin seit Jahren in der Politik verankert, hat sich aber erst kurzfristig dafür entschieden, als Stadträtin zu kandidieren. "Jetzt freue ich mich, bin neugierig und aufgeregt, was das Amt mit sich bringt", sagt sie.

Julia Bombien kommt eigentlich aus Thüringen. Sie wurde 1982 in Altenburg geboren, verbrachte dort ihre Kindheit und Schulzeit und absolvierte ihr Abitur. Daran anschließend begann sie im Jahr 2000 ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kassel und sammelte Erfahrungen im Bereich Betreuung von mehrfach geistig und körperlich schwer behinderten Menschen. 2001 entschied sie sich für ein Studium der Pädagogik, Soziologie und Interkulturellen Kommunikation an der Technischen Universität Chemnitz und kam so nach Sachsen. Nach zwei Semestern habe sie gemerkt, dass die Fächerkombination nicht die richtige war, sagt sie heute. Sie wechselte zum Studium der Politikwissenschaften und der Neueren Geschichte, das sie 2013 abschloss. "Ich war Langzeitstudentin, habe aber während des Studiums viele Nebenjobs gemacht", so Bombien. Diese ermöglichten ihr den Einblick in diverse Branchen, zum Beispiel als Kellnerin, Reinigungskraft und Promoterin. Von 2013 bis 2018 betreute Bombien ehrenamtlich eine siebenköpfige Familie aus Syrien. Im Jahr 2014 bekam sie das Angebot, das Büro des SPD-Landtagsabgeordneten Jörg Viehweg zu leiten. Dieser Tätigkeit ging Bombien bis 2017 nach, bis sie Leiterin des Wahlkreisbüros von Detlef Müller wurde, wo sie heute noch arbeitet.


Ihr künftiges Handlungsfeld im Stadtrat sieht die 37-Jährige in den Bereichen Kultur und Soziales. Kulturelles Interesse habe sie von Kindheit an, so Bombien. "Ich habe früher im Theater getanzt und Trompete im Posaunenchor gespielt", sagt sie. Sozial engagiert sie sich als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. "Ich will als Stadträtin Sprachrohr für die Frauen sein", sagt sie und hat sich die Unterstützung von Frauenschutzvereinen und die Gründung eines Runden Tischs zum Thema Prostitution vorgenommen. Bombien ist seit zwei Jahren in der Jury des Chemnitzer Friedenspreises, Mitglied im Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis und im Paul-Gustavus-Haus Altenburg, einem thüringischen Kulturdenkmal. Ihre Freizeit verbringt sie gern im Kleingarten. Sie lebt in einer festen Beziehung und wohnt im Lutherviertel.

Die Beiträge über die bisher vorgestellten neuen Stadträte können Sie nachlesen unter: www.freiepresse.de/neueraete.

Bewertung des Artikels: Ø 4.2 Sterne bei 5 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    6
    franzudo2013
    02.08.2019

    Was genau sollen kommunalpolitische Themen von Frauen sein?
    Was ist da auf kommunaler Ebene lösbar?



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