Software bremst Finanzamt aus

Erst am 6. März hat die Behörde begonnen, Einkommenssteuerbescheide zu erstellen. Der Grund: Eine Zulieferumng vom Landesrechenzentrum fehlte bis dahin..

Zwickau.

Vor Mitte März ist in diesem Jahr im Landkreis Zwickau mit keinem Einkommenssteuerbescheid zu rechnen. Laut Lutz Morgner, Vorsteher des Zwickauer Finanzamtes, liegt das an den Programmen zur Berechnung. Die werden durch das Landesrechenzentrum einheitlich für ganz Sachsen bereitgestellt. In diesem Jahr erfolgte der Programmstart erst zum 6. März. Im Vergleich zu den Vorjahren - 2017 war es der 28. Februar, 2018 der 2. März - ist das später als üblich.

Morgner zufolge liegt das daran, dass die Programme einerseits an gesetzliche Änderungen angepasst werden. Andererseits endet für Arbeitgeber, Versicherungen, Rentenversicherungsträger und andere Institutionen erst am 28. Februar des Folgejahres die Pflicht, ihre elektronischen Daten an die Finanzverwaltung zu übermitteln. "Vor einer Bereitstellung der Daten ist eine Bearbeitung der Steuererklärungen nicht möglich", so Morgner.

Wer auf eine schnelle Rückzahlung angewiesen ist, dem empfiehlt der Vorsteher, die Steuererklärung über das Computerprogramm "Mein Elster" (www.elster.de) zu erstellen. Über dieses Portal kann der Bürger auch die elektronischen Daten, die der Finanzverwaltung von den Institutionen übermittelt wurden, abrufen und in die Steuererklärung übernehmen. Soweit keine Unklarheiten auftreten, werde der Bescheid zeitnah erstellt und gegebenenfalls Geld zurückerstattet.

Eine frühzeitige Abgabe der Unterlagen lohnt sich dennoch. Denn Morgner zufolge werden die Einkommenssteuererklärungen seit 6.März in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet. Da von der Bearbeitung des Steuerbescheids im Finanzamt bis zur Bekanntgabe durch das Landesrechenzentrum rund zehn Tage vergehen, würden folglich Mitte März die ersten Einkommensteuerbescheide ergehen.

Erfahrungsgemäß ist laut Morgner für die Monate April und Mai ein hoher Posteingang zu verzeichnen. Der wirke sich auf die Bearbeitungsdauer aus. Morgner zufolge haben Bürger in diesem Jahr zwei Monate länger Zeit, ihre Einkommenssteuererklärung von 2018 abzugeben. Stichtag ist erst der 31. Juli 2019. Wie sich das auf das Abgabeverhalten und die damit verbundene Bearbeitungsdauer in diesem Jahr auswirkt, wagt der Vorsteher zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht einzuschätzen. Die Programme für die Umsatzsteuer stehen bereits seit Anfang 2018 zur Verfügung. Für die Körperschaftsteuer werden nach seinen Angaben die Programme erst gegen Mitte des laufenden Jahres bereitgestellt.

Zum 1. Dezember 2018 fusionierten die Finanzämter Hohenstein-Ernstthal und Zwickau zum Finanzamt Zwickau. Intern wird in der Bearbeitung zwischen Arbeitnehmerfällen (Arbeitnehmer und Rentner) und sonstigen Steuerpflichtigen (Gewerbe, Vermietung) unterschieden. Das Finanzamt Zwickau ist insgesamt für rund 106.000 Einkommenssteuerfälle, darunter fallen 68.300 Arbeitnehmer und Rentner, zuständig.

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