Stadtgeflüster : Beim Konzert trommelte auch der Regen

Ein Theater-Event mit Nässe von oben, eine Grenzüberschreitung zum Feiern und ein Ex-Clubchef in Frisierlaune.

Christoph Dittrich (Foto), Intendant des Theaters, hat einen wunderbaren Sommer erlebt. Er war nicht nur bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth, sondern verbrachte auch einige Zeit in Griechenland. "Ein wunderbares Fleckchen Erde, wo es gleichermaßen Kultur zu entdecken und Ruhe zu genießen gibt", schwärmte Dittrich jetzt. Nicht zuletzt sei Griechenland ja auch die Wiege der Demokratie, so der Generalintendant. Gestern war er Gastgeber des Picknick-Konzertes zur Theater-Saisoneröffnung. Nur wollte sich das Wetter da nicht mehr so sommerlich zeigen wie in Dittrichs Traumurlaub. Statt Musik auf der Wiese gab es ein trommelndes Regenkonzert. Zum Glück leben in der Stadt genügend Chemnitzer, die verliebt in Kultur sind und die Open-air-Konzerte genauso drinnen genießen konnten. Alle Auftritte wurden nämlich ins Schloßbergmuseum und in die Schloßkirche verlegt.

Andreas Wöllenstein, Unternehmer und Automobilhändler, hatte Freunde und Geschäftspartner zusammengetrommelt und diese am Wochenende nach Karlsbad gelockt. Fast 30 Sachsen folgten ihm, dazu Gäste aus Wöllensteins Heimat Bayern. Im Karlsbader Golf-Resort, das Wöllenstein und das Team seiner tschechischen Unternehmensniederlassung seit Jahren unterstützen, wurde erst abgeschlagen, dann gefeiert - mit dem Besten, was Chemnitz und Karlsbad so an Musik- und Essenskultur zu bieten haben. Wöllenstein hatte Musiker Martin Schmitt samt Band anreisen lassen, dazu auch den Kult-DJ Dirk Duske. Der durfte abends exklusiv in der Nachtbar des legendären Glitzer-Grandhotels "Pupp" an den Plattentellern drehen. Hunger hatten die Gäste da keinen mehr. Den hatte in Wöllensteins Auftrag vorher schon ein besonderer Gourmet gestillt. Martin Piták, Chef de Cuisine aus dem "Pupp" und Maître über mehr als 40 Gourmetköche, stand persönlich am Grill.

Nico Ihle (Foto), Silbermedaillengewinner bei den Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften, hatte sich auch unter die Gäste des Karlsbad-Events gemischt. "Er würde gerne Golfer-Luft schnuppern", hatte Jens Carlowitz, Mercedes-Verkaufsleiter und Rekordläufer bei der WM 1991, vorher verraten. Ihles eigentlicher Job beim Unternehmerturnier war es aber, die Sieger zu ehren. Die Gewinner des Spiels brachte Ihle zum Lachen: "Wenn ich mich mal zur Ruhe lege, spiele ich auch Golf", sagte er. "Ach nein! Ich meine, wenn ich mich zur Ruhe setze", lenkte er gleich ein.

Olaf Walter, langjähriger Inhaber des Clubs "FX", hat jetzt auf dem Kaßberg einen Friseursalon eröffnet. Nein, er greift nicht zu Schere und Kamm - ebenso wenig seine Frau Simone. Deren langjährige Friseurin Katharina Richter ist mit Kollegin Steffi Bethge fürs Fachliche im Salon mit dem Namen "Atmosphere" zuständig. Wie die Walters nun Friseurladeninhaber wurden? Alles begann mit dem Besuch ehemaliger Bäckereiräume. Dort, wo West- und Ulmenstraße aufeinander treffen, standen lange Zeit lichtdurchflutete Räume mit Riesenfenstern leer. Olaf Walter schwärmte sofort: "Hier muss man was draus machen!" Er unterschrieb blanko den Mietvertrag und war sich sicher, dass ihm irgendeine passende Geschichte für die Räume einfallen würde. Bis seine Frau eines Tages vom Friseur kam und von ihrer Meisterin mit Selbstständigkeitsambitionen berichtete. "Da war der Plan gefasst", so Walter. Mit seiner Frau reiste der Unternehmer oft schon nach Asien. "Und genau das tropisch-exotische Bild von dort wollten wir nach Chemnitz bringen", so Walter. Und Simone Walter ergänzt: "Unsere Friseure legen höchsten Wert auf nachhaltige Arbeit mit hochwertigen Produkten." Einen Friseur auf dem Kaßberg zu eröffnen, bei dem Vorhaben hatten einige Freunde Olaf Walter den Pieps gezeigt. Schließlich gebe es dort an jeder Ecke einen Salon. Von mehr als 40 war die Rede. Walter aber glaubt ans Konzept und die ersten Tage geben ihm recht. "Die Auftragsbücher sind voll", frohlockt er. Das habe auch am Besucheransturm gelegen, der den kleinen Laden während des Kaßbergmarktes "100 Meter Sommer" überrollt hatte.

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