Stadtgeflüster: Drei Chemnitzer stellen ihr "Wunderland" vor

Mit einem Buch von Gala zu Gala reisen, mit einem Essen Lust auf Italien machen und mit Kunst das Erzgebirge feiern.

Marian Kretschmer, Künstler aus Chemnitz, hat ein besonderes Buch illustriert. Es heißt "Wunderland" und beinhaltet neben Zeichnungen ein Gedicht, das Autorin und Fotografin Sabine Carolin Richter einst ihrem Sohn Philipp Richter zum Eintritt ins Erwachsenenalter geschrieben hatte. Dieser Philipp hat seinen Weg ins Leben längst gefunden. Er ist inzwischen Theater- und Filmschauspieler, Comedian und Sänger, steht auf Bühnen in ganz Deutschland. Mit Künstler Marian Kretschmer verbindet ihn eine Freundschaft seit Jugendzeiten. Und nun wollen die beiden gemeinsam mit Autorin Sabine Carolin Richter das Buch "Wunderland" zum Erfolgsschlager machen. Zur großen "Hope"-Hilfsgala, die Ende vergangenen Jahres im Beisein von Musiker und Hilfsaktivist Bob Geldof in Dresden gefeiert wurde, konnten die Chemnitzer ihr Buch erstmals vorstellen. Philipp Richter trug die poetische Geschichte dem Publikum vor. Im April dann wird die Veröffentlichung auch auf der "Windflüchter"-Gala in Stralsund ein Programmpunkt sein. Für diese Charity-Veranstaltung konnte Bundeskanzlerin Angela Merkel als Schirmherrin gewonnen werden. Derweil schaut Künstler Marian Kretschmer auch über die Landesgrenzen hinaus. Denn neben seiner Illustrationsarbeit am Buch schuf er in den vergangenen Monaten auch große eigenständige Werke. Einige seiner Arbeiten hängen derzeit im Hotel an der Oper. Andere Werke sind in der größten Stadt in China, in Chongqing - mehr als 30 Millionen Einwohner und in ihrer kompletten Ausbreitung etwa so groß wie Österreich - zu sehen. Das dortige Kunstmuseum zeigt eine Schau ausgewählter europäischer Künstler. Marian Kretschmers Werke wurden über Kontakte zu Kunsthändlern in Hamburg Teil dieser Ausstellung.

Andreas Marschner, Inhaber des gleichnamigen Eiscafés an der Zwickauer Straße, stößt am heutigen Samstag mit vielen Freunden an. Er feiert seinen 40. Geburtstag nach, zu dem ihm viele Menschen schon am 6. Januar gratuliert haben. Anlass für die Party ist nicht nur der runde Geburtstag, sondern auch eine Auszeichnung, über die sich Marschner Ende des vergangenen Jahres freuen konnte. Da wurde sein Café als das beste der Stadt ausgezeichnet. Die Entscheidung hatten die Nutzer des Online-Blogs "Restaurant-Guru" getroffen. Auf der Plattform können sich Feinschmecker über gastronomische Einrichtungen verschiedener Regionen informieren. Auch City-Pub-Inhaber Marc Bauer hatte im Dezember jubiliert. Seine Livemusik-Kneipe im Terminal 3 wurde auf der Plattform als bestes Pub der Stadt aufgeführt.

Christoph Dittrich, Generalintendant des Chemnitzer Theaters, durfte am Mittwoch außerhalb von Oper und Schauspielhaus hinter die Kulissen gucken. Er war zu Gast im Alexxanders-Restaurant, welches Gastronom Roland Keilholz gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Susan Hutter führt. Dort wurde zum Probeessen das Menü für den kommenden Opernball aufgetischt. Nun ist es offiziell: Die Gäste der seit Monaten ausverkauften Tanzgala können sich am 8. Februar ein Menü aus Burrata mit Rucolapesto und Kirschtomaten, getrüffeltem Risotto mit Seeteufel auf Basilikumschaum, Saltimbocca vom Kalbsfilet mit Barolojus, Gratin und Ofengemüse sowie Polenta mit Amarenakirschen schmecken lassen. Dittrich nutzte den Termin, um in der Küche einige Teller des Hauptgerichtes mit dem Küchenchef gemeinsam anzurichten. "Ich stehe im Weg rum und das ist mir peinlich", hatte er sich noch bei den Köchen entschuldigt, die zeitgleich im Mittagsgeschäft des Restaurantbetriebes geschwitzt hatten. Mario Köppe, Cheforganisator des Opernballs, nutzte das Probeessen, um gleich die passenden Weine zu präsentieren. Zum Menü wird es fast ausschließlich italienische Rebensäfte geben. Warum? "Ganz einfach", erklärte Köppe. "Weil das diesjährige Ballmotto ein italienisches ist." La grande Bellezza, die große Schönheit - unter diesem an durchtanzte Nächte in Rom erinnernden Titel soll der Opernball 2020 gefeiert werden.

Kathrin Teichgräber, Inhaberin des Restaurants "Sachsofon", hat sich und vielen anderen Kunstfreunden einen lang gehegten Traum erfüllt. "Pünktlich zum Verleih des Welterbe-Status für das Erzgebirge hatte ich mir eine Ausstellung im Restaurant gewünscht, die die Schönheiten der Region zeigt", sagte sie. Bei der Recherche stieß sie auf die Malgruppe der Künstlerin Monika Rüth, die regelmäßig in Annaberg-Buchholz zusammenkommt. Die Teilnehmer zeichneten daraufhin Schlösser der Region. "Für die Abbildungen der herrschaftlichen Häuser gibt es viel Zuspruch", freut sich Kathrin Teichgräber nun - und fühlt sich in ihrem jahrelangen Kulturschaffen bestätigt. Seit 33 Jahren ist die Chemnitzerin Gastronomin, erst im Lesecafé auf dem Sonnenberg, nun in ihrem Restaurant an der Augustusburger Straße. "Lesungen, Kunstausstellungen und kleine Konzerte gibt es bei mir seit Jahrzehnten regelmäßig." Am 10. Februar wird beispielsweise Gästeführerin Veronika Leonhardt über historische, aber wahre Chemnitzer Kriminalfälle berichten.


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