Stadtgeflüster : Ein saures Menü mit lustigen Gourmets

Vier Gänge mit Essignote, drei Damen in Adventvorfreude und drei Preise für häusliche Hingucker.

Birgit und Stefan Richter, Gastronomen und Feinkosthändler, sind immer für eine ungewöhnliche Gourmet-Idee zu haben. Mal sperren die Chefs kurzerhand die Küchentüre auf und laden die Gäste zum Mitkochen ein. Mal schnappen sie sich den prominenten Radsportler Joachim Eilers, lassen ihn in ihrem Restaurant ein Praktikum machen und anschließend ein Vier-Gänge-Menü auftischen. Und jetzt zeigten sie sich von ihrer sauren Seite. Sauer, aber nicht angesäuert. Sauer, aber lustig. Sie hatten einen alten Freund eingeladen: Den in der Feinschmeckerbranche bekannten Essigpapst Georg-Heinrich Wiedemann, Inhaber eines jahrhundertealten Weinessiggutes in der Pfalz. "Eigentlich fährt er nicht mehr von Lokal zu Lokal, um sein unverwechselbares Handwerk vorzustellen", sagte Stefan Richter am Donnerstagabend hinter vorgehaltener Hand. "Für uns machte er aber eine Ausnahme, weil wir seit Jahrzehnten befreundet sind." Und so kam es, dass die über 50 Karten für das besondere Essigmenü innerhalb von zwei Tagen ratzfatz vergriffen waren. Aufgetischt wurden Gemüse-Crepes-Lasagne mit Landvinaigrette, Pastinakensuppe mit "Casanova"-Essig, Entenbrust mit saurer Safran-Essenz und Granatapfelcreme mit dem weinguteigenen Paradisius-Essig.

Anja Schulz (Foto), Model und Inhaberin eines Kosmetikstudios, hatte eingeladen und mehr als 20 Frauen kamen: Am Donnerstagabend bat sie zum Mädels-Abend in die Xquisit-Fashionlounge in der City. Mitten im Einkaufstrubel gaben sie und zwei andere Mode-Expertinnen, Typberaterin Anita Büttner und Friseurin Kathrin Landrock, Tipps wie Frau noch schöner werden kann. Da gab es bisschen Fingerfood hier, ein Gläschen Sekt da und die besten Tipps gegen Fehlkäufe obendrein.

Susann Bosecker, Schmuckhändlerin, versammelte einen Teil der Frauen, die am Vorabend Modetipps im Kaufhaus erhielten, einen Tag später in ihrem Geschäft an der Inneren Klosterstraße. Dort läutete sie zwischen Swarovski-Brillis und Perlenschmuck schon mal die Weihnachtszeit ein. "Es muss jetzt langsam mal losgehen", meinte sie ungeduldig. "So schön wie das warme Wetter auch ist, aber darüber vergessen wir, dass der Advent vor der Tür steht. Wir wollen endlich Geschenke unter die Leute bringen." Und deshalb kredenzte sie in der Mittagspause gemeinsam mit Nalan Langhans vom Bundesverband mittelständischer Wirtschaft Spekulatius, Sekt und Muttis hausgemachte Linsensuppe. Nebenbei gab sie Unternehmern Tipps, was diese an Geschäftsfreunde verschenken könnten: glitzernde Kulis zum Beispiel.

Jost von Fritschen, Projektleiter beim Berliner Architekturbüro "Grüntuch Ernst", nahm am Donnerstagabend einen der neuen Chemnitzer Architekturpreise entgegen. Erstmals wurden die Trophäen für ungewöhnliche Bauplanungen vergeben. Die Jury, der unter anderem Ex-Uni-Rektor Christian von Borczyskowski angehörte, traf sich mit dem Schirmherrn des Preises, Baubürgermeister Michael Stötzer, und natürlich den Preisträgern im Theaterclub im Schauspielhaus. Vorhang auf, für die erfolgreichsten Bauprojekte: Jost von Fritschen bekam den Preis stellvertretend für die Gestaltung des Bahnhofsgebäudes. Die Architektin Almut Grüntuch-Ernst reiste diesmal nicht aus der Hauptstadt an. "Sie war aber zur feierlichen Einweihung des Gebäudes dabei gewesen", hieß es auf Nachfrage aus dem Berliner Büro. Anke Schettler, Inhaberin des gleichnamigen Planungsbüros aus Weimar, war da. Sie wurde für die Umgestaltung einstiger DDR-Neubauten in Kappel ausgezeichnet. Die Wohnungsgenossenschaft Chemnitz-West hatte den Auftrag dazu erteilt. Die dritte Trophäe nahm Falko Hensel entgegen. Der Chef vom Chemnitzer Architekturkanal gestaltete mit seinem Team die Intenta-Firmenzentrale an der Ahornstraße.

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