Versorger startet Bauarbeiten für Ausstieg aus der Braunkohle

In gut drei Jahren will Eins mehrere neue Heizkraftwerke in Betrieb nehmen. Vorher muss noch viel alter Beton aus der Erde.

Eine aus 5000 Modulen bestehende Photovoltaikanlage, die seit 2011 an der Blankenburgstraße stand, ist seit Februar bereits auf die andere Seite des Dammweges verlegt worden und liefert jetzt von dort aus Strom für knapp 500 Haushalte. Die Bauarbeiten, mit denen der Versorger Eins in dieser Woche am bisherigen Standort der Anlage beginnt, sind noch wesentlich umfangreicher. Insgesamt etwa 28.000 Tonnen Stahlbeton sollen dort bis Ende dieses Jahres aus der Erde gerissen und abtransportiert werden. Es sind die Fundamente des alten Heizkraftwerkes Nord 1, das Ende der 1950er-Jahre errichtet, 1997 außer Betrieb genommen und bis 2004 abgerissen worden war. Jetzt lässt Eins auch die Fundamente entfernen, damit an Stelle der Photovoltaikanlage ein gasbetriebenes Motorenheizkraftwerk errichtet werden kann.

Acht riesige 20-Zylinder-Motoren, jeder bis zu 180 Tonnen schwer, sollen in dem Kraftwerk mit Erdgas, Biogas oder synthetischem Gas angetrieben werden und mittels Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Fernwärme produzieren. Das sei die wirtschaftlichste und zugleich flexibelste Möglichkeit zur weiteren zuverlässigen Versorgung der Kunden, sagt Roland Warner, Vorsitzender der Eins-Geschäftsführung. Allein mit erneuerbaren Energien etwa der Sonne oder des Windes wäre das nicht möglich, weil die erzeugten Mengen schwanken, so Warner. Die Gaspreise seien derzeit auf ähnlich günstigem Niveau wie die für Braunkohle, sodass Eins auch mit etwa gleich bleibenden Fernwärmepreisen rechne. Im Vergleich zur Braunkohle, von der derzeit im Heizkraftwerk jährlich etwa eine Million Tonnen verbrannt werden, verringere sich der CO2-Ausstoß mit Gasmotoren um rund 60 Prozent. Die jährliche Einsparung entspreche dem Ausstoß von etwa 260.000 Pkw, sagt Warner.

Christoph Ulrich

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Bis Ende 2022 soll das neue Motorenheizkraftwerk an der Blankenburgstraße fertiggestellt sein. Für 2023 plant Eins die Stilllegung des ersten der zwei Blöcke des jetzigen Braunkohle-Kraftwerks. Um dessen Leistung von 130 Megawatt zu ersetzen, reicht das eine Motorenheizkraftwerk mit 80 Megawatt jedoch nicht aus. Auf dem Gelände des Heizwerkes Altchemnitz soll daher ebenfalls bis Ende 2022 ein weiteres Motorenheizkraftwerk mit 50 Megawatt entstehen. Bis Juli dieses Jahres sollen Bau und Ausstattung beider Kraftwerke an einen Generalauftragnehmer vergeben werden.

Darüber hinaus plant Eins an der Neefestraße ein Holz-Heizkraftwerk mit 10 bis 15 Megawatt zur Versorgung von Siegmar mit Fernwärme. Die zum Teil oberirdisch verlegte, lange und damit unwirtschaftliche Fernwärmetrasse dorthin soll dann abgebaut werden. Und für besonders kalte Wintertage, an denen bisher noch das Heizwerk Altchemnitz zugeschaltet wird, hat Eins sogenannte Heißwassererzeuger vorgesehen. Insgesamt will der mehrheitlich kommunale Versorger in diese Umrüstung etwa 220 Millionen Euro investieren. Mit nochmals ähnlich hohen Investitionen dürfte die für das Jahr 2029 angekündigte Stilllegung und Ablösung des zweiten Braunkohle-Blocks im Heizkraftwerk Furth verbunden sein.

Bei diesem Termin und dem anschließenden möglichen Abriss des Braunkohle-Kraftwerks gibt es für Warner noch einen wunden Punkt: Regionen, in denen Braunkohle abgebaut wird, erhalten für Kosten der Energiewende Fördergeld vom Bund - Chemnitz gehört nicht dazu. Eins bemühe sich um Berücksichtigung bei der Fördergeld-Vergabe. "Dann könnten wir den Kohleausstieg noch um zwei, drei oder vier Jahre vorziehen", so der Eins-Chef. Eines stehe für das Unternehmen aber ohne jede Frage fest: "Der Schornstein bleibt als höchstes Kunstwerk der Welt in Chemnitz erhalten."

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12Kommentare
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    2
    gruene
    25.04.2019

    @acals

    Meine ausführlich im Stadtrat erklärte Zustimmung zu EINER Abstimmung zum CFC steht in der Konsequenz, dass ich mich für alles in dieser Stadt einsetze, was das Leben hier stärkt.

    Was aber ansonsten ist an meinen - hier getätigten - Aussagen destruktiv, oder unehrlich oder inkonsequent? Es würde mich wirklich interessieren. Denn dann könnte ich konkret darauf eingehen.

  • 2
    4
    bürgerenergie
    25.04.2019

    @franzudo2013

    Wenn Sie nach einer Großstadt fragen: Montevideo bspw. – das gesamte Land Uruguay ist innerhalb weniger Jahren auf Sonne, Wind und Wasser umgestellt worden.

    Dass es in Deutschland bisher nicht klappt, das wird niemanden wundern, wenn die Bundesregierung seit etwa 2010 die Solartechnik massiv ausbremst. Wir sind als Deutschland bei den Erneuerbaren nur noch Maulhelden. Im Unterschied zu vielen Ländern weltweit … die maßgeblichen eingenommen.

    Dennoch sind fast alle anderen deutschen Großstädte in der Erzeugung ihres Stroms und ihrer Wärme weniger klimaschädlich. Darum geht es zunächst. Und diesen Weg gehen wir jetzt hier auch.

    Windräder werden überhaupt nicht abgebaut, wenn sich Möglichkeiten für den immer noch rentablen Stromabsatz finden. Da machen Sie sich bitte mal nicht die Sorgen der Betreiber. Bei meiner eigenen kleinen PV-Anlage auf dem Dach freue ich mich ab Ende 2022 erst so richtig, wenn diese sich amortisiert hat und ich den Strom dann an sonnigen Tagen selbst nutze, nicht zuletzt für mein E-Auto statt zum Tanken zu fahren und mich über Benzinpreise zu erregen. Nie werde ich die Anlage dann nach 20 Jahren Betrieb abbauen.

    Nein Erzeuger – egal welche – ersetzen natürlich kein Stromnetz. Und natürlich braucht es auch thermische Erzeugungskapazitäten. Unstrittig, denn die Nutzung von Wind- und Sonnengas ebnet den Weg für die wohl effizienteste Speicherung des hydrolysierten (methanisierten) Stroms im Gasnetz.

    „In 100 Jahren nicht“? Naja! Mir sagte auch vor 7-8 Jahren noch ein dafür zuständiger Mitarbeiter beim Umweltamt mit Blick auf die Esse: „Wir werden hier noch in 40 Jahren Braunkohle verbrennen.“ Die 40 Jahre waren verflixt kurz. Sorry, aber ich kann über so viel Kleinmut nur noch schmunzeln.

    Was übrigens ist „konzentrierte Energie“?

    Flächen für PV – massig auf den Dächern vorhanden. Ich versorge zzt. ein MFH in Chemnitz zu etwa 70% (stromseitig) mit Solarstrom. Windstrom: Hier ist die öffentliche Meinung durch gewisse konservative und neoliberale Kreise in Sachsen verbrannt worden; die Rechtspopulisten setzen da nur noch eins drauf. Anders als in anderen Bundesländern. Wir werden es ihnen eines Tages danken, wenn wir dann hier (in Sachsen) kein Energieland mehr sind.

    @cn3boj00

    Da stimme ich Ihnen weitestgehend zu. Jedoch wird die britische Lösung der Förderung der Kernenergie (Hinkley Point C - siehe "digitales Lexikon") den britischen Stromabnehmer oder Steuerzahler so richtig teuer kommen. Bei zugesagten Vergütungen für 35 Jahre, beginnend über dem Niveau für PV-Strom, inflationsangepasst steigend (das gab es im EEG nie), zusätzlich mit Bürgschaften gesichert bis hin zu Entschädigungen im Falle eines evtl. britischen Atomausstiegs.
    Und ja, natürlich ist auch die (wohl richtige) CO2-Bepreisung nicht kostenfrei. Kostenfrei ist aber garnichts; es ist nur die Frage, wer die Kosten trägt, ob wir für unsere Nutzungen, oder ob wir die Kosten auf unsere Kinder und Enkel verlagern.
    Da war und ist das EEG ein guter und ja sehr wirksamer Ansatz. Dieser wurde jedoch ab 2009 (CDU/FDP-Regierung) mit einer massiven Kluft zwischen den Vergütungen an die Anlagenbetreiber und den weit höheren EEG-Umlagebeträgen ungerecht deformiert. Die Industriebefreiungen sind da nur ein Teil. Warum wohl?

  • 0
    1
    acals
    25.04.2019

    @buergerenergie:

    Also bestaetigen Sie das die 60 Mio ein fairer preis sind. Danke!

    Abschreibung in den Buechern - das muss dann betriebswirtschaftlich so sein. Wir duerfen dann feststellen das eine Energiewende nicht zum Null-tarif daherkommt, so weit ich mich erinnern kann schliessen sich Gruene dieser feststellung an. (cn3.., hat sehr schoen auf den Punkt gebracht das Gasturbinen eine Uebergangsloesung sind, und tatsaechlich keine Schlechte).

    Es ehrt Sie natuerlich dass Sie in Sorge um "Mio-Verluste" bei der EINS sind. Anteilseigner ist, dass wissen Sie sicherlich auch, der Steuerzahler im Allgemeinen, die Kommune Chemnitz darunter. Wenn ich mich richtig erinnere dann hatten Sie doch bei Abstimmungen in der Kommune Chemnitz nichts dagegen das EINS Mio-Beitraege an den CFC als Kredit abtritt, obwohl auch Ihnen im Stadtrat gesagt wurde das dies verbranntes Geld ist. Das hat sich auch alles so bestaetigt.

    Ich wuerde Ihnen nahelegen doch ein bisschen mehr konstruktiv, nachhaltig und auch ehrlicher/konsequenter zu agieren - unterschaetzen Sie bitte uns Buerger nicht.

  • 5
    2
    cn3boj00
    24.04.2019

    Den Weg, den Eins geht, haben die Briten vorgemacht. Dort hat man innerhalb von gut 5 Jahren einen nahezu kompletten Kohleausstieg geschafft. Aber nicht, indem man mit Subventionen für alternative Energien gelockt hat, sondern indem man Kohlestrom mit einem CO2-Preis belegt hat, der ihn unrentabel machte. So kann man auch Energiepolitik machen, die nicht auf den Kosten der Bürger ausgetragen wird! Ich gehe davon aus, dass Eins das ganze nicht aus "grünem" Gewissen heraus tut, sondern weil die Kohleblöcke verschlissen sind und sowieso getauscht werden müssten. Und dabei wieder auf Kohle zu setzen war wohl doch zu riskant. Dafür dann noch Fördergelder zu fordern ist schon pervers. Dass Gas eine deutlich bessere CO2-, aber auch Schadstoffbilanz aufweist ist hinlänglich bewiesen. Einzig, dass es auch ein fossiler Energieträger ist und importiert werden muss, macht es nicht zu einer dauerhaften Zukunftslösung. Aber man gewinnt viel Zeit, in der die Entwicklung ja weitergeht.

  • 3
    7
    franzudo2013
    24.04.2019

    Werter Buergerenergie,
    Welche Großstadt ist auf dem Weg zu 100% Erneuerbaren nennenswert vorangekommen? Ein Beispiel würde mir ausreichen.
    Diesen Weg gibt es nicht. Windraeder werden in Sachsen nach subventionierter Laufzeit wieder abgebaut, weil sie sich, obwohl sie bezahlt sind, nicht rechnen.
    Man kann viel machen, KWK, Solarthermie, Fernwaerme, PV. Damit laesst sich kein Stromnetz ersetzen und es wird in 100 Jahren keine "100%Erneuerbare Großstadt" geben. Ohne konzentrierte Energie geht es nicht. Man kann ja mal die Referenzflaechen für Wind und PV für Chemnitz berechnen und dann im Umland fragen, wer diese bereitstellen wil.

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    0
    612115
    24.04.2019

    @franzudo2013: Die von Ihnen nachgefragte Gesamtbilanz zwischen Braunkohle und über weite Strecken aus Russland importiertem Erdgas ist tatsächlich interessant. Ich habe mich mal im Netz umgesehen und eine alte Studie von 2005 gefunden, die den Vorteil von Erdgas auf Basis von Messungen mit 35 % beziffert (Google-Suche nach "Treibhausgasemissionen
    des russischen Erdgas-
    Exportpipeline-Systems"). Da sind aber die Effizienzgewinne der Kraftwerke ebenswowenig berücksichtigt wie die seitdem vorgenommenen Investitionen ins russische Netz. Ein Großteil des Transportweges besteht auch aus den topmodernen Nord-Stream- und Opal-Pipelines, während die Messergebnisse allein auf Messungen im tiefsten Russland basieren. Zudem muss das Chemnitzer Kraftwerk auch nicht zu 100 % mit russsichem Gas betrieben werden, was das CO2-Äquivalent laut Studie weiter reduzieren würde.

  • 4
    1
    bürgerenergie
    24.04.2019

    @acals:
    Der Preis der Turbine (bzw. deren Anlagewert in den Büchern) ist dann – also 2025 bis 2027 – auf jeden Fall noch so hoch, dass der eins und damit auch deren Anteilseignern ein Verlust in mehr- bis vielfacher Millionenhöhe zufiele. Ganz klar. Aber gerade daher muss es doch die Aufgabe (zuallererst derer, die für dieses „Bauteil“ mitverantwortlich sind) sein, nach einer besseren Lösung zu suchen, als den angeschlossenen Kohleblock klimaschädigend und zudem wirtschaftlich zunehmend riskant bis 2029 weiter zu betreiben?
    Zu den Details wenden diese sich ruhig vertrauensvoll an die in der Tat für Neues offene Geschäftsführung und an die Kreativität besitzenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der eins. Das haben sie in der Tat mit der bereits nachgerüsteten Quecksilberabscheidung bewiesen, die den zuvor massiven Ausstoß nun wohl zumindest halbiert.
    Es gibt im Bereich der Energietechnik und der Ressourcennutzung verschiedentlich anstehende Aufgaben, die auch mal im Zusammenhang betrachtet werden sollten; inkl. einem früheren Kohleausstieg, den die jungen Menschen nicht nur freitags vollkommen zu Recht fordern.
    Dass es Einnahmen braucht – keine Sorge – gerät bei mir nicht in Vergessenheit. Aber „Soziales“ nur für unsere jetzigen Generationen gedacht, ist alles andere als sozial. Ja eben, welche Schultern …? Nicht die kleinsten bitte …!
    Und natürlich sind die Gasturbinen deshalb präferiert, weil sie eben flexibel sind, im Unterschied zu den Kohleblöcken. Und sie sind bspw. auch flexibler als eine konventionelle, nicht zu einer großstädtischen Lastkurve passenden, konventionellen Abfallverbrennung (die wäre unflexibel bei Strom UND Wärme).
    Aber eigentlich braucht es nur eines: Dass sich eben auch die Kommunalpolitik und nicht weiter nur der Versorger mit der „Zukunftsenergie in Chemnitz“ befasst … offen, transparent und diskursiv … bei der Suche nach den besten Lösungen für unsere Enkel, Kinder und uns – uns alle als Gemeinwesen.

  • 0
    5
    Hinterfragt
    24.04.2019

    @bürgerenergie; "...wenn wir Klimaschutz ernst meinen, auf dem Weg zu einer 100% Erneuerbaren Energieversorgung...."
    Müssen Sie nicht selber Lachen?!?

    "...Die Modernisierung der Hochspannungsleitung ist wegen der Energiewende nötig. Strom, der in den Windparks in Norddeutschland produziert wird, muss in den Süden transportiert werden. Die Kapazitäten der bestehenden Leitung reichen dafür nicht aus..."
    Zitat aus:
    "Gemeinde wehrt sich gegen Pläne für Stromleitung "
    https://www.freiepresse.de/chemnitz/gemeinde-wehrt-sich-gegen-plaene-fuer-stromleitung-artikel10499806

  • 2
    5
    acals
    24.04.2019

    60 Mio teure Turbine - dann duerfen wir doch mal Buergerenergie fragen was der Marktpreis denn waere?

    Es waere schoen wenn uns Buergerenergie erklaeren koennte welche Dauermagnete im aktuellen Kraftwerk drehen, und welcher Natur diese Dauermagnete in der neuen Turbine sind. Woher kommen dann die Rohstoffe dafuer und wie war allein deren Preisentwicklung in den letzten 5 Jahren?

    Vom nachhaltigen Rechnen muss man dann auch Kenntnis haben - denn Kosten bleiben bei Kindern und Enkeln, egal ob mit oder ohne Subventionen. Dahinter steht immer Geld, welches eingenommen werden muss - das geraet des Oefteren in Vergessenheit. Die Frage war wohl aus welchem Topf, sprich welchen Schultern zu tragen haben. (?)

    Ein weiterer Charme der Gasturbinen wird leider garnicht erwaehnt - sie lassen sich deutlich schneller hoch und runterfahren als jedes Braunkohlekraftwerk, zudem erzeugen sie keinen "Dreck". Die Hg-Filter wurden ja erst kuerzlich nachgeruestet usw usf

  • 7
    4
    bürgerenergie
    24.04.2019

    @franzudo2013: Zum Ersten wird keine Kohle aus der Lausitz verbrannt, sondern die weit quecksilberhaltigere aus dem Mitteldeutschen Raum.

    Zum Zweiten kann das Gas aus Russland oder sonstwoher nur eine (möglichst kurze) Übergangslösung sein, wenn wir Klimaschutz ernst meinen, auf dem Weg zu einer 100% Erneuerbaren Energieversorgung. Und auf diesen Zwischenschritt sind außer uns schon fast alle Großstädte vor vielen Jahren umgestiegen. Kennen Sie auch nur einen einzigen davon, der dann wieder zurück auf Kohle gegangen wäre?

    Die Frage der Manieren (ja das ist in der Tat ein treffender Begriff), die ein Quasi-Monopolanbieter (zumindest bei der Fernwärme und im leider "recht gut kommunalpolitisch geschützten Raum") an den Tag legt, sind wir uns wohl weitgehend einig. Das weitere Behindern der Dezentralität muss aufhören. Unterstützen wir uns da doch gegenseitig und nehmen hierfür die Stadträte, und von denen zuallererst die in die Pflicht, die in den Aufsichtsräten sitzen. Zzgl. des städt. Gesellschaftervertreters und der Oberbürgermeisterin.

  • 4
    13
    franzudo2013
    24.04.2019

    Ob es geht, muss sich erst noch beweisen.
    Man sollte erst einmal ein neues Gas- Kraftwerk bauen und mit den gewonnen Erfahrungen eine Prognose für den Braunkohleausstieg machen. Alles andere ist unseriös.
    Dann sollte man sich als eins energie in der Stadt Manieren angewöhnen. Im Moment werden Bauherren, welche dezentrale Lösungen bauen wollen, massiv behindert.
    Zu guter Letzt ist die Frage, was außer hohen Kosten überhaupt erreicht werden wird. Erdgas aus Russland wirft die Frage der Versorgungssicherheit auf und die etwas bessere CO²-Bilanz wird durch die langen Transportwege auch relativiert.
    Diese Bilanzberechnung im Zusammenhang mit den verlorenen Arbeitsplätzen in der Lausitz würde mich wirklich mal interessieren.

  • 8
    9
    bürgerenergie
    24.04.2019

    Na sieh mal einer an. Man möchte schneller aus der Kohle raus. Und es geht. Wow!

    Zugleich ruft man nach Subventionen, dafür, dass man nicht weiter Lasten und Kosten auf Kinder und Enkel verlagert. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

    Und vielleicht sollte Herr Warner, der immerhin sehr anerkennenswert im Unterschied zu all seinen Vorgängern den Wandel schwungvoll anschiebt, mal die Aufsichtrsräte fragen, welche schon mitverantwortlich waren für die erst kürzliche Anschaffung der mit mehr als 60 Mio. Euro enorm teuren, neuen Turbine? Denn diese ist ja maßgeblich verantwortlich für den aufgezeigten hohen Subventionsbedarf.



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