Vier Männer wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht

Vor einem Jahr hat eine Nebelbombe offenbar ein Feuer in einem Burgstädter Wohnhaus ausgelöst. Dabei begann für die Tatverdächtigen der Tag mit einer ausgelassenen Party.

Burgstädt/Döbeln.

Die vier jungen Männer kennen sich vom gemeinsamen Hobby, dem Fußballspiel. Auch wenn sie nicht mehr alle in Burgstädt wohnen, treffen sie sich zu Spielen und Festen. So war es auch am 5. September 2015.

Im Ort hatte es einen Volleyballwettbewerb gegeben. Am Spielfeldrand wurde nicht nur gefachsimpelt, sondern auch reichlich Bier getrunken. Einige Sportler schienen schon daheim Alkohol getrunken zu haben - womöglich ein Grund, weshalb der Tag einen verheerenden Verlauf nahm, wie gestern vor dem Amtsgericht Döbeln geschildert wurde. Die vier Männer im Alter zwischen 25 und 36 Jahren müssen sich wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Einem von ihnen wird vorgeworfen, am Abend des 5. September eine Nebelgranate in ein Wohnhaus geworfen zu haben. Offenbar hatten Holz und Stoffe im Vorraum Feuer gefangen. Das Haus brannte. Ein 51-jähriger Bewohner konnte sich noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr mit einem Sprung aus dem Fenster retten.

In der Verhandlung berichtete ein Angeklagter, dass ihnen der 51-Jährige schon länger ein Dorn im Auge war. Der 27-jährige Hauptverdächtige erklärte, dass er und seine Kumpels - an der Party waren mehrere Personen beteiligt - dem Mann einen Denkzettel verpassen wollten, weil er auch Kinder belästigt haben soll. Der junge Mann ist selbst Vater eines achtjährigen Kindes und sei deshalb besonders berührt, sagte er. Außerdem habe er und seine Kameraden bereits am Nachmittag mit dem 51-Jährigen sprechen wollen. Der habe sich aber nicht gezeigt.

Der Staatsanwalt warf den vier Männern vor, dass sie vorsätzlich gehandelt hätten. Der 27-Jährige habe die Rauchgranate gezündet, die drei anderen seien dabei gewesen. Nach ersten Angaben der Polizei beträgt der Schaden am Gebäude etwa 10.000 Euro. Bis heute ist das Haus nicht bewohnbar. Der Geschädigte wohnt zurzeit nicht mehr dort. Sein Aufenthaltsort sei nicht bekannt, sagte sein Bruder, der Eigentümer des Hauses ist. Der 51-Jährige sei beim Brand beziehungsweise beim Fenstersprung nicht verletzt worden, ergänzte sein Bruder.

Bei der Verhandlung ließen die Tatverdächtigen ihre Aussagen größtenteils durch ihre Anwälte verlesen. Dabei gab es unterschiedliche Schilderungen zu Tathergang, Uhrzeit und Beteiligung. Die Richterin ermahnte die jungen Männer mehrfach, die Wahrheit zu sagen. Denn das Strafmaß, das bei einer Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren liegt, richte sich danach, wie kooperativ sie seien, ob sie ihre Tat einräumten und auch, inwieweit sie den Schaden wiedergutmachen wollten. Die Strafe könnte auch zur Bewährung ausgesetzt werden. Der 27-Jährige hatte bereits einige Tage nach dem Brand bei der Polizei zugegeben, dass er die Nebelbombe durch die Tür hereingerollt habe. Seine Kumpels seien dabei gewesen. Inwieweit die Tat gemeinsam vorbereitet wurde, woher die Nebelbombe kam und ob sie tatsächlich die Brandursache war, konnte am ersten Verhandlungstag nicht eindeutig geklärt werden. Einige Tatverdächtige und Zeugen sagten, dass sie sich nicht mehr an Details erinnern können, auch weil reichlich Alkohol geflossen sei.

Der Hauptverdächtige hatte sich nicht sofort der Polizei gestellt. Erst seine Ex-Freundin hatte Anzeige erstattet, weil "ich das nicht richtig fand", sagte sie gestern als Zeugin. Sie habe ihren damaligen Freund gedrängt, bei der Polizei auszusagen, damit er sich zur Tat bekenne und seine Kumpels nicht weiter reinziehe, fügte sie hinzu. Bei der Polizei nannte der 27-Jährige schließlich die Namen seiner Freunde. Diese bestritten aber gestern, direkt beteiligt gewesen zu sein. Der Prozess wird fortgesetzt.

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